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Kunst - „Licht – Farbe – Erlebnisse“ heißt die Benefizausstellung mit Bildern von Manfred Fuchs in der Prince House Gallery

Bilder voller Energie: Hochspannung sprüht aus Manfred Fuchs Werken

Von 
Christel Heybrock
Lesedauer: 
Manfred Fuchs, mittlerweile 82, stammt aus einem kunstaffinen Elternhaus und malt seit seiner Jugend. © Thomas Henne

Das sprüht und spritzt und tanzt dem Betrachter vor den Augen – rund vierzig Bilder von Manfred Fuchs – und etliche sehr leise Kleinformate, auf die man sich ganz anders einlassen muss. Fuchs malt – meist – in Acryl auf Leinwand, aber Überraschungen gibt es immer bei ihm. Im Grunde ist sein Umgang mit Malmaterial unkonventionell und oft wohl auch spontan. Da gibt es das großformatige Sandbild „Der Morgen“ – die Farbe basiert zwar auf Acryl, aber die duftige Zartheit, das atmosphärische Verschwimmen von Konturen in morgendlichem Nebel ist ganz ungewöhnlich bei ihm, der sonst gern zu leuchtendem Rot und tiefem Schwarz greift. Zwar sind seine Bilder auf den ersten Blick niemandem zuzuordnen als ihm selbst, aber festgelegt ist nichts.

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Vorbesichtigung möglich

  • Die Benefizausstellung in der Mannheimer Prince House Gallery (H 7, 1) ist nicht seine erste Benefizschau, die letzte im Schwetzinger Xylon-Museum ist noch kein Jahr her.
  • Die Bilder werden zugunsten der MM-Aktion „Wir wollen helfen“ am Donnerstag, 19. Mai, ab 18 Uhr versteigert.
  • Während der Öffnungszeiten der Prince House Gallery können die Bilder vorbesichtigt werden.
  • Die Ausstellung mit allen Exponaten ist danach noch bis 30. Juni geöffnet (Dienstag und Donnerstag sowie an den Samstagen 20./21. Mai von 11-18 Uhr). 

Das brave Farbauftragen mit dem Pinsel ist nicht sein Ding, davor steht offenbar sein unermüdliches Temperament: Er schüttet, spritzt, tropft, streift mit dem Rakel, setzt spitzige Formen auf gewischte Flächen, alles in Schichten übereinander, es gibt potenziell nichts, was er rein handwerklich verschmähen würde. Dazu gehören natürlich auch seine Plakatabrisse, ausgeführt an Original“schauplätzen“ im Jungbusch, wie er bekennt: Eine Technik, die vor Jahrzehnten von französischen Avantgardisten, den „Décollagisten“ ausgeübt wurde – der ästhetische Reiz besteht unter anderem aus dem Zufall des Freilegens. Bei kleineren Formaten kommt schon mal Lack auf Karton vor, eine geschichtete Collage aus Packpapier oder gar eine Textilcollage aus farbbekleckerten Resten seiner Atelierhose.

So läuft die Auktion

Neben den regulären Verkäufen sind 15 Werke der Ausstellung „Manfred Fuchs. Licht – Farbe –Erlebnisse“ exklusiv für eine von Sotheby’s Frankfurt durchgeführte Auktion am 19. Mai (ab 18 Uhr) reserviert. Diese Werke können vorher nicht erworben werden. Die Benefizauktion kann auch von Zuhause aus über den Livestream der Prince House Gallery verfolgt werden.

 

Das müssen Sie vorher wissen:

Für die Arbeiten sind im Auktionsheft Schätzpreise angegeben. Diese stellen aber nicht den Mindestgebotspreis dar, sondern den Preis, der als ungefährer Wert erwartet wird. Bei der Auktion selbst weichen die endgültigen Preise oft stark vom Schätzpreis ab, denn dieser berücksichtigt nicht die Dynamik von Angebot und Nachfrage.

So können Sie mitbieten:

1. Ein Vorgebot abgeben: Bereits vor der Auktion kann jeder ein Vorgebot abgeben. Dieses ist rechtlich bindend: Der Bieter setzt einen maximalen Preis ein, den er oder sie für das Kunstwerk zu zahlen bereit wäre. Während der Auktion liegen der Auktionatorin die Vorgebote in ihrem Auktionsbuch vor. Sie werden anonymisiert in die Auktion einbezogen.

Ein Beispiel: Ein Bieter hat ein Vorgebot über 3500 Euro abgegeben, Schätzpreis des Werkes sind 2500 Euro. Die Auktionatorin startet den Aufruf bei 1500 Euro. Da ihr bereits drei Vorgebote vorliegen (eines über 2000 Euro, eines über 2500 Euro und das besagte über 3500 Euro) steigt der Preis direkt auf 2750 Euro. So sind die beiden ersten Bieter mit ihren Vorgeboten „überboten“. Nun fragt sie 3000 Euro im Saal an. Ein Bieter vor Ort geht mit. Die Auktionatorin erwidert 3250 Euro als Vorgebot und fragt 3300 Euro an. Das ist dem Bieter im Saal zu viel. Daher erhält der Bieter über das Vorgebot den Zuschlag für 3300 Euro.

Ein Vorgebot kann jederzeit ab sofort unter Angabe des Werkes und des Preises über das Formular auf der Webseite der Prince House Gallery eingereicht werden. Sie erhalten dann eine Bestätigung.

2. Telefongebot: Sie möchten „live“ mitbieten, können aber nicht vor Ort sein? Dann kontaktieren Sie uns bitte bis zum Vorabend der Auktion. Wir registrieren Sie als Bieter und verteilen eine Bieternummer. Bevor das Werk, für welches Sie mitbieten wollen, aufgerufen wird, kontaktieren wir Sie telefonisch und bieten in Ihrem Auftrag live für Sie mit.

3. Vor Ort mit dabei sein: Als Bieter nehmen Sie die Plätze in den vorderen Reihen ein und bieten einfach mit. Ein Zuschlag ist dabei rechtsbindend.

4. Zuschauer: Als Zuschauer können Sie vor Ort oder auch virtuell der Auktion folgen über die virtuelle Prince House Gallery. Alle Informationen dazu unter https://www.princehouse.de

Aufgehobene Dominanz

Was bei all diesen Arbeiten verblüfft, ist nicht nur der sozusagen demokratische Umgang mit dem Material, dem unterm Ansturm von Fantasie und Experimentierfreude keine erkennbaren Prioritäten zugeschrieben werden, sondern ein ähnliches Vorgehen beim Umgang mit Formen und Farben. Zwar setzt sich die Nachdrücklichkeit von Rot und Schwarz, akzentuiert noch mit Weiß, unvergesslich im Kopf des Betrachters fest, aber Fuchs kann auch anders – Bilder wie „Mediterranes Dorf“ oder „Sylt“ sind ein einziges Flirren und Zucken von Farben, mühsam gebändigt von der Erinnerung an architektonische Formen beziehungsweise von einem Land-Meer-Eindruck, an den man aber nicht zwingend denken muss. Was bei vielen Fuchs-Bildern als charakteristisch auffällt: Es gibt kaum Gewichtungen, die ein Bild in sich selbst „festhalten“ würden, die malende Hochspannung entlädt sich über die ganze Fläche, und wenn irgendwo eine Dominanz auftaucht, wird sie anderer Stelle von neuer Dominanz beantwortet.

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Benefizauktion: Diese Werke von Manfred Fuchs können erworben werden

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Das lässt die Bilder wie ständig in sich selbst bewegte Organismen erscheinen, nein, da kommt nichts zur Ruhe, dem Pulsieren sind keine Grenzen gesetzt, es ist sozusagen eine pausenlose, in aller Gelassenheit gelebte Hochspannung. Dieses eigenartige Vorgehen führt dazu, dass man wohl die meisten Fuchs-Bilder auch anders herum hängen könnte oder um 90 Grad gekippt – ein Hochformat (die meisten Fuchs-Bilder sind Hochformate) mal als Querformat – es wären zwar immer andere Bilder, aber sie verlören damit nichts an Authentizität, an Sprachkraft, bei nur wenigen entstünde der Eindruck von „verkehrt“.

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Alles ein bisschen anders

Dass eine solche Rundumdynamik in der Ausstellung von rund zehn Holzskulpturen geerdet wird, ist ein Glücksfall – die meist dunklen, organoiden Formen von Lars Zech, der das Holz in seiner gewachsenen Form belässt, aber seine lastende Schwere aufhebt durch feinste Aufspaltungen, sie sorgen für Ruhe und Konzentration, die der Betrachtung der Bilder wieder zugutekommen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Es gehört zu den Überraschungen bei Fuchs, dass er seine Kleinformate, meist Bleistift, Kohle und Aquarell, nicht als Formverdichtung anlegt – wie es die meisten seiner Kollegen tun würden – sondern ihnen viel Freiheit lässt, viel „leere“ Fläche, aus der zarte Andeutungen von Landschaftsformen hervortreten. Die Großformate als hoch verdichtete Komplexe, die kleinen wie ein sanftes Atmen – bei Fuchs ist eben alles ein bisschen anders.

Freie Autorin MM Kulturredaktion 1974-2001, Fachgebiet Bildende Kunst

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