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Interview

"MM"-Benefizauktion mit Manfred Fuchs am Donnerstag: Das sagt die Auktionatorin

Von 
Stefanie Ball
Lesedauer: 
Faszination Auktion: Am Donnerstagabend kommen Kunstwerke von Manfred Fuchs unter den Hammer.

Mannheim. Nina Buhne, die einige Jahre für eine Großbank gearbeitet hat, kam 1987 zu Sotheby’s, seit 1990 leitet sie das Frankfurter Büro des renommierten Auktionshauses. Am Donnerstag führt sie die Versteigerung von 15 Werken, die Künstler Manfred Fuchs dem Hilfsverein des „Mannheimer Morgen“ zur Verfügungsgestellt hat. Der Erlös kommt der Aktion „Wir wollen helfen“ zugute. Die Aution kann auch von Zuhause aus über den Livestream der Prince House Gallery verfolgt werden.

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Frau Buhne, was macht eigentlich eine Auktionatorin? Stehen Sie täglich auf dem Podest und führen Auktionen durch?

Buhne: Auktionen durchzuführen ist nur der kleinere Teil meiner Arbeit. Der größere Teil besteht aus direktem Kundenkontakt sowie der Koordination und Begleitung von kostenlosen Schätzungen von Kunstwerken aller Art, Armbanduhren, Juwelen, Möbeln, die von unseren internationalen Sotheby’s-Experten durchgeführt werden.

Muss eine Auktionatorin jede Art von Kunst mögen?

Buhne: Nein. Aber wenn Sie im Kunstmarkt arbeiten und Kunst nicht mögen, sind Sie fehl am Platz.

Was begeistert Sie an Kunst?

Buhne: Mich faszinieren die Emotionen, die in der Kunst gebunden sind und die ich sehen und spüren kann. Darüber hinaus ist es spannend zu erleben, wie sich einzelne Künstlerinnen und Künstler entwickeln und wie Menschen in Ausstellungen vor Gemälden stehen und tief berührt sind.

Welche Kunstrichtung spricht Sie am meisten an?

Buhne: Zeitgenössische Kunst, Design und alte Meister. Mich können aber auch andere Kunstarten und Kunstformen ansprechen. Wenn mich ein Kunstwerk fasziniert, gehe ich auch der Frage nach, was genau in mir diese Resonanz erzeugt.

Wie läuft eine Auktion ab, wie gespannt und angespannt sind Sie?

Buhne: Wie eine Auktion abläuft, hängt größtenteils vom Publikum ab. Die Aufgabe einer Auktionatorin besteht darin, das Publikum zum Mitbieten zu motivieren. In der Regel ist das Publikum aber engagiert.

Ablauf der Auktion

  • 15 Werke der Ausstellung „Manfred Fuchs. Licht – Farbe –Erlebnisse“ sind exklusiv für die von Sotheby’s Frankfurt durchgeführte Auktion am Donnerstag, 19. Mai, ab 18 Uhr in der Prince House Gallery (H7, 1) reserviert. Sie können vorher nicht erworben werden.
  • Für die Arbeiten sind im Auktionsheft Schätzpreise angegeben. Diese stellen aber nicht den Mindestgebotspreis dar, sondern den Preis, der als ungefährer Wert erwartet wird. Bei der Auktion selbst weichen die endgültigen Preise oft stark vom Schätzpreis ab, denn dieser berücksichtigt nicht die Dynamik von Angebot und Nachfrage.
  • Bereits vor der Auktion kann jeder ein Vorgebot abgeben. Dieses ist rechtlich bindend: Der Bieter setzt einen maximalen Preis ein, den er oder sie für das Kunstwerk zu zahlen bereit wäre. Während der Auktion liegen der Auktionatorin die Vorgebote in ihrem Auktionsbuch vor. Sie werden anonymisiert in die Auktion einbezogen.
  • Als Bieter nehmen Sie die Plätze in den vorderen Reihen ein und bieten einfach mit.
  • Ein Zuschlag ist dabei rechtsbindend.
  • Als Zuschauer können Sie vor Ort oder auch virtuell der Auktion folgen.
  • Alle Informationen unter www.princehouse.de.

Was ist, wenn sich die Hände nur zögerlich heben?

Buhne: Der Auktionator folgt seiner Intuition, um den Saal in die richtige Stimmung zu bringen. Bei manchen Auktionsteilnehmern gibt es auch eine Hemmschwelle zum Bieten, diese abzubauen ist auch Teil unserer Aufgabe.

Kommt es auch vor, dass jemand im Eifer des Bietergefechts den Kauf am Ende bereut?

Buhne: Nein! Im Gegenteil. Es gibt eher das Bedauern des Sammlers, der nicht den finalen Zuschlag bekommen hat. Immer wieder bereuen hinterher Sammler, dass sie ausgestiegen sind. Ich halte das Mitbieten deshalb möglichst lange offen, ich lade noch mal ein, gebe etwas Zeit, und das ist dann oft der Moment, wo eine neue Dynamik im Saal entstehen kann.

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Ist der Wert von Kunst relativ? Weil Geschmack relativ ist?

Buhne: Die kunsthistorische Relevanz einer Künstlerin oder eines Künstlers lässt sich erst im Rückblick, im Abstand einiger Jahre, manchmal einer Generation beurteilen. Grundsätzlich wird der Wert eines Kunstgegenstandes so wie auch bei anderen Gütern durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Grundsätzlich ist die Nachfrage nach Kunst in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Prognosen zufolge könnte 2022 ein Rekordjahr für die Auktionshäuser werden. Wie ist das zu erklären?

Buhne: Der Kunstmarkt ist ein stabiler, investitionssicherer und starker Markt. Gerade jetzt in diesen Zeiten hat es sich erneut bewiesen: Menschen legen ihr Geld gerne in Kunst, Sachwerten und Luxusobjekten an.

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Was läuft besonders gut?

Buhne: Bei Juwelenauktionen und mit Armbanduhren erzielen wir derzeit enorme Preise. Ansonsten liegt die zeitgenössische Kunst im Trend.

Während der Corona-Pandemie hat sich der Kunstmarkt in die virtuelle Welt verlegt. Ist das immer noch so?

Buhne: Die Online-Auktionen werden uns erhalten bleiben, da sie einen Zugang zu einer durchaus breiteren, globalen und auch neuen Klientel ermöglichen. Gleichermaßen halten wir an den Live-Auktionen fest, die sich insbesondere im hochpreisigen Segment und beim Verkauf von renommierten Sammlungen erfolgreich bewähren. Während einer Liveauktion kann übrigens jeder Kunde in Echtzeit sein Gebot online abgeben.

Für Kunstwerke werden teils schwindelerregende Summen ausgegeben. Spielt da nur noch Geld eine Rolle?

Buhne: Echte Sammler sammeln aus Leidenschaft. Wenn man Kunst nur aus Investitionsgründen kauft, ist dies zwar vollkommen legitim, aber es fehlt etwas von diesem magischen Moment in der Interaktion zwischen Kunst und Käufer.

Freie Autorin

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