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Eishockey

Manager Alavaara erläutert die Transferpolitik der Adler

Von 
Christian Rotter
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Adler-Sportmanager Jan-Axel Alavaara (r.) stand MM-Sportredakteur Christian Rotter Rede und Antwort. Das gesamte Gespräch im Podcast „Adler-Check“. © Rotter

Mehr Offensivkraft als in der vergangenen Saison - das erhofft sich Jan-Axel Alavaara vom Adler-Team 2021/22. Der Sportmanager gibt im Interview aber auch einen Einblick in seinen Job - und wie lange es mitunter dauern kann, einen Spieler nach Mannheim zu holen.

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Axel, der Adler-Kader hat sich im Vergleich zur Vorsaison doch ziemlich stark verändert. War das ohnehin der Plan? Oder hat das Halbfinal-Aus gegen Wolfsburg zu einem Umdenken geführt?

Jan-Axel Alavaara: Wenn ein Spieler uns darüber informiert, dass er eine neue Herausforderung sucht, dann müssen wir ihn ersetzen. Wir wollen niemanden behalten, der nicht bei uns spielen will. Das ist das eine. Der andere Teil unserer Überlegungen ist dieser: Wir haben in der vergangenen Runde so hart kämpfen müssen, um eine Partie zu gewinnen. Wir hatten keinen so guten Scoring Touch wie in den Vorjahren, nicht zuletzt deswegen sind wir gegen Wolfsburg ausgeschieden. Borna Rendulic ist jetzt beispielsweise zurückgekehrt. Er soll Tore schießen, keine Frage. Auch Ruslan Iskhakov und Nigel Dawes sind offensivstarke Jungs.

Gerade auf den Ausländerpositionen gab es einen Wechsel. Wie viel einfacher ist es, einen Importspieler zu ersetzen als einen deutschen Profi?

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Alavaara: Bei deutschen Spielern ist es eine ganz andere Situation, da muss man zwei, drei Jahre vorher Kontakt aufnehmen und ihnen unsere Pläne aufzeigen. Bei Tim Wohlgemuth haben wir über drei, vier Monate daran gearbeitet, ihn zu uns zu holen. Bei Ausländern geht das viel einfacher, auch weil der Markt um einiges größer ist. Pro Jahr gibt es vielleicht ein, zwei deutsche Topspieler, die in Frage kommen - aber die wollen dann auch andere DEL-Spitzenvereine haben. Was ich auch erlebt habe, seit ich bei den Adlern bin, ist, dass mir viele Spieler sagen, dass sie noch nicht bereit sind, nach Mannheim zu kommen. Das war für mich eine kleine Überraschung.

Haben diese Spieler ein falsches Bild von Mannheim oder bringen sie nicht die richtige Mentalität mit, um sich bei den Adlern durchzusetzen?

Alavaara: Jeder weiß, dass es ein großer Wettkampf um jede Minute Eiszeit ist. Die meisten trauen es sich nicht zu, im Kampf um Eiszeit gegen Jungs wie Plachta, Wolf und Desjardins zu bestehen.

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Wie nah kommt die Mannschaft 2021/22 Ihrem Wunschteam?

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Alavaara: Sehr nahe. Tim Wohlgemuth haben wir sehr früh verpflichtet, auch Korbinian Holzer und Ilari Melart standen auf unserer Wunschliste ganz weit oben. Sie verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und werden uns sicherlich weiterhelfen. Jordan Szwarz soll Ben Smith eins zu eins ersetzen, ihn haben wir schon vor drei Jahren beobachtet.

Können Sie am Beispiel Szwarz aufzeigen, wie eine Spielerverpflichtung abläuft?

Alavaara: In Nordamerika beobachtet unser Scout Todd Hlushko den Spielermarkt für uns. Er informiert uns darüber, für wen der NHL-Zug wohl abgefahren ist, wer für uns in Frage kommt. Dann schaue ich mir den Spieler an, fliege mal rüber nach Nordamerika. Wenn wir uns einig sind, dass wir den Spieler haben wollen, nimmt Todd Kontakt auf, trinkt mit dem Kandidaten eine Tasse Kaffee oder lädt ihn zum Abendessen ein. Sobald wir einen Platz offen haben, rufe ich den Spieler an und frage, wie es ausschaut. Zu diesem Zeitpunkt haben wir unsere Hausaufgaben gemacht, ehemalige Trainer und Spieler nach ihm befragt: Was für einen Charakter hat er? Welche Stärken, welche Schwächen? Hatte er schwerwiegende Verletzungen. Als Ben Smith uns verlassen hat, habe ich umgehend Jordan angerufen und ihn gefragt, ob er bereit ist, für uns zu spielen.

Als die Mannschaft komplett war, ist Stefan Loibl nach Schweden abgesprungen. Haben Sie sich vertraglich gesichert, dass er nur in Mannheim spielen kann, sollte er in die DEL zurückkehren?

Alavaara: Ja, wenn Stefan in die DEL zurückkehrt, solange sein ursprünglich bei uns abgeschlossener Vertrag läuft, wird er wieder ein Adler (Loibl unterzeichnete bei seinem Wechsel aus Straubing einen Dreijahresvertrag bis 2023 bei den Adlern; Anmerkung der Redaktion).

Und Ihre Reiseplanung erleichtert es auch, da nicht nur Loibl, sondern auch Tom Kühnhackl für Skelleftea AIK spielt?

Alavaara: Stimmt, ich habe mir schon den Spielplan des Clubs angeschaut, um zu wissen, wann ich mir die beiden anschauen kann.

Auch nächstes Jahr laufen die Verträge einiger Adler-Spieler aus. Wie früh müssen Sie dran sein, um mit ihnen über die weiteren Planungen zu sprechen?

Alavaara: Bei manchen muss man die Entwicklung beobachten. Haben sie immer noch die Leidenschaft, im Training alles zu geben? Da muss man ein bisschen abwarten. Aber klar: Wir stehen während der ganzen Saison in Kontakt mit den Spielern und ihren Agenten. Normalerweise beginnen die Gespräche Ende Oktober/Anfang November.

Lassen Sie uns einen Blick in die DEL werfen, in der nächste Saison 15 Clubs an den Start gehen. Was trauen Sie dem Aufsteiger Bietigheim Steelers zu?

Alavaara: Ich freue mich für Bietigheim, ich habe die Steelers in der vergangenen Saison oft beobachtet. Sie haben einen guten Trainer und spielen als Mannschaft gut zusammen. Sie haben einige interessante Neuzugänge geholt, werden aber wohl kein Top-Team der Liga sein. Für uns ist es perfekt: Wir haben eine kurze Reise und ein Derby.

Wer sind die Titelfavoriten?

Alavaara: Berlin sieht sehr stark aus, München sowieso. Ingolstadt kann nach einer bereits starken Saison noch einige Schritte weiter nach vorn gehen. Larry Mitchell macht dort eine gute Arbeit. Bremerhaven und Wolfsburg haben auch einige gute Verpflichtungen getätigt. Und Niklas Sundblad macht in Schwenningen mit der schwedischen Schule eine gute Arbeit. Die müssen laufen, laufen, laufen.

Haben sich die Wild Wings dementsprechend am besten verstärkt?

Alavaara: Ja, es würde mich nicht überraschen, wenn Schwenningen zu Weihnachten unter den Top-Vier steht. Wie es danach läuft, kann ich nur schwer einschätzen.

Welcher Spieler, der neu in die Liga gekommen ist, kann für Furore sorgen?

Alavaara: Der Münchner Ben Street und Schwenningens Patrik Lundh sind richtig gute Spieler. Auch von Tylor Gaudet aus Wolfsburg und Travis St. Denis aus Straubing erwarte ich viel. Der Ingolstädter David Warsofsky lässt sich mit unserem Mark Katic vergleichen.

Ist die Liga so stark wie nie zuvor?

Alavaara: Ich würde sagen, dass es nie zuvor so viele interessante Namen gegeben hat. Viele Spieler interessieren sich für die DEL, weil die Gehälter in der KHL und auch ein wenig in der Schweiz sinken. Wenn wir wirtschaftlich stark bleiben in Deutschland, werden auch in Zukunft noch mehr bessere Spieler den Weg in die DEL finden.

Das Regelbuch wurde überarbeitet. Welche Neuerung wird das Spiel am meisten beeinflussen?

Alavaara: Das hinter dem Tor eingezeichnete Trapez hat zur Folge, dass die Torhüter nicht so viele Pucks in den Ecken stoppen können. Die Verteidiger müssen mehr laufen, und die Stürmer haben es einfacher, mit dem Forecheck Druck aufzubauen.

Erstmals seit 2006 gibt es wieder Absteiger. Wird sich die neue Spannung im Keller positiv oder negativ auf die Liga auswirken?

Alavaara: Ich habe Angst davor, dass die Clubs, die unten stehen, im Januar oder Februar in Panik geraten und Spieler verpflichten, die sie sich eigentlich nicht leisten können. Wir haben das in Schweden und Finnland gesehen. Ich hoffe aber, dass das bei uns nicht eintritt.

Redaktion Koordinator der Sportredaktion

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