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Ppppodcast - Folge 2

Warum es nicht gut ist, wenn Stotternde plötzlich flüssig sprechen

Von 
Sebastian Koch
Lesedauer: 
Podcast-Moderator Sebastian Koch © Till Börner

Mannheim. „Sie, Frau Lozano, das Stottern ist für mich ein Phänomen.“ Es war ein Klient, der Graciela Lozano das einmal gesagt hat. Einen Satz, den die erfahrene Logopädin aus Heidelberg über die Jahre hinweg behalten halt. Vor fast 35 Jahren hat Lozano angefangen als Logopädin zu arbeiten und sich mit dem Stottern auseinandersetzen. Ganz verstanden hat die auch sie das „Phänomen Stottern“ heute noch nicht, gesteht sie im Gespräch mit Sebastian Koch ein.

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Lozano, die am Universitätsklinikum Heidelberg logopädischen Nachwuchs ausbildet und noch immer Stotternde therapiert, ist die Gesprächspartnerin in der zweiten Episode des „Ppppodcasts - der Podcast von Stotternden für Stotternde“, den Koch moderiert. Der Kulturredakteur des „Mannheimer Morgen“ stottert selbst stark und war als Jugendlicher Klient bei Lozano, als diese in Schwetzingen praktiziert hatte. 

Logopädin Graciela Lozano. © Privat

Lozano unterhält sich mit Koch darüber, welche Ursachen und vor allem welche Folgen das Stottern hat. So wirke sich ein falsches Verhalten der Umwelt dem Stotternden gegenüber negativ auf das Sprechen aus. Stotternde bekämen schon im Kindesalter häufig negative Rückmeldungen. Auch wenn diese nicht immer so, sondern mitunter auch hilfreich gemeint wären, kommen sie beim Betroffenen häufig falsch an. „Diese Rückmeldung tragen dazu bei, den Druck auf den Stotternden zu erhöhen. Dadurch verstärkt sich die Symptomatik, weshalb es wieder mehr Druck gibt. So kann es sein, dass sich die Symptomatik langsam qualitativ und quantitativ erhöht“, warnt Lozano. „Es wird für den Patienten und die Umwelt immer schwieriger.“

Doch stottern ist eben ein Phänomen. Eines, dessen Ursachen noch immer wenig erforscht sind. So gilt Stottern zwar als nichtheilbar, aber im Kindesalter gibt es Spontanheilungen, bei Mädchen häufiger als bei Jungs. „Das ist nicht erklärbar.“

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Und auch Stotternde, die über die Pubertät hinaus betroffen bleiben, stottern nicht immer. So unterhalten sich Koch und Lozano etwa über das „Lucky Fluency“ - dem „zufälligen Flüssigsprechen“. In dieser Phase sprechen Stotternde plötzlich ohne Techniken oder anderen Hilfen blockadefrei. Warum das für Betroffene dennoch nicht gut ist, und welche Folgen das eher muskelentspannende Alkohol auf das verkrampfte Stottern hat, darüber gibt es ab diesem Mittwoch in der zweiten Folge des „Ppppodcasts“ Aufschluss.

Zu hören ist der Podcast auf Spotify, Deezer, Apple Podcast und der Internetseite dieser Redaktion.

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Veröffentlicht
Von
Sebastian Koch
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