Erinnerung

Uni Heidelberg gedenkt bei Amoklauf getöteter Studentin

Der 24. Januar 2022 ist ein schwarzer Tag in der Geschichte der Universität Heidelberg: Ein 18-Jähriger stürmt einen Hörsaal, schießt um sich und tötet eine Frau. Die Tat jährt sich zum ersten Mal

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dpa/lsw
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Lichter und Blumen erinnern kurz nach der Amoktat an die getötete Studentin. © Philipp Rothe

Heidelberg. Zum Jahrestag des Heidelberger Amoklaufs mit einer getöteten Studentin erinnert die Universität an die furchtbare Tat. Die Hochschule, an der die 23-Jährige Biowissenschaften studierte, lädt am kommenden Dienstag zu einem musikalischen Gedenken ein. In der Aula der Neuen Universität wird ein Requiem des französischen Komponisten Gabriel Fauré zu hören sein.

Auch die Studierendenvertreter nehmen den Tag zum Anlass, zu einer Veranstaltung zur Frage einzuladen, wie Gewalt an Hochschulen entsteht. Dabei wird auch eine vom Amoklauf Betroffene zu Wort kommen.

Täter war 18 Jahre alt

Der Rektor der Universität Heidelberg, Bernhard Eitel, betonte: "Die schreckliche Amoktat im vergangenen Jahr ist nicht vergessen, sie wird im Gedächtnis der Universität festgeschrieben bleiben." Das Zusammenrücken von Lehrenden und Lernenden sei beeindruckend gewesen und habe ihn bei aller Trauer stolz auf die akademische Gemeinschaft gemacht. Die Universität Heidelberg und das Rektorat werden nach seinen Worten in großer Anteilnahme auch weiterhin an der Seite aller Betroffenen stehen.

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Am 24. Januar 2022 hatte ein 18-Jähriger an der Universität um sich geschossen. Die aus Rheinland-Pfalz stammende Studentin starb an einem Kopfschuss, acht weitere Studierende wurden verletzt. Der Schütze, der ebenfalls Biowissenschaften studierte, aber sein Opfer nicht kannte, tötete sich anschließend selbst. Das Motiv ließ sich den Ermittlern zufolge nicht mit vollständiger Sicherheit klären.

Preis erinnert an getötete Studentin

Die Peterskirche als Universitätskirche wird am Gedenktag als Ort der Stille, der Trauer und des Gebets geöffnet sein. Seelsorgerinnen und Seelsorger stehen für Gespräche bereit.

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An die Studentin erinnert auch ein nach ihr benannter mit 1500 Euro dotierter Preis, den die Universität Heidelberg zusammen mit der Verfassten Studierendenschaft und dem Doktorandenkonvent initiiert hat. Er wird von der Fakultät für Biowissenschaften jährlich verliehen. Er richtet sich an eine herausragende Absolventin mit einem Masterexamen, die die Promotion und damit den Verbleib in der Wissenschaft anstrebt. Nach Auskunft der Familie war es der ausdrückliche Wunsch der getöteten jungen Frau, diesen akademischen Weg einzuschlagen.

Tatort Hörsaal - warum er wieder genutzt wird

Vor der feierlichen Preisvergabe wird für die Studienanfänge der Biowissenschaften ein "Tag des Miteinanders" organisiert. Der Marie-Luise-Jung-Preis soll erstmals am 17. April dieses Jahres verliehen werden.

In den vergangenen Monaten wurde der Hörsaal, in dem die Amoktat stattgefunden hat, wieder genutzt, weil der Raum für die Lehre dringend benötigt wird. Wer dort jedoch nicht an Lehrveranstaltungen teilnehmen wollte, konnte sie online verfolgen, wie die Universität weiter mitteilte. Das Angebot wurde von einigen Studierenden in Anspruch genommen. Bereits vor der Tat war klar, dass das Gebäude umgebaut wird, so die Uni. In den kommenden Wochen sollen die Arbeiten starten.