Kriminalität

Daten nach Hackerangriff auf Rhein-Pfalz-Kreis im Darknet gelandet

Hinter dem Hacker-Angriff auf die Ludwigshafener Kreisverwaltung steckt sehr wahrscheinlich die Gruppe Vice Society. Die Behörden prüfen jetzt, wie groß der Schaden ist. Auch woanders hat die Gruppe zugeschlagen

Von 
Stephan Alfter
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Der Sitz der Kreisverwaltung ist durch einen Hacker-Angriff in Mitleidenschaft gezogen worden. © Achim Keiper

Ludwigshafen. Eine kriminelle Bande hat Daten aus dem Hackerangriff auf die Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises Ende Oktober im Darknet hochgeladen. Das teilte Landrat Clemens Körner (CDU) am Freitag in Ludwigshafen mit. Zu Umfang und Tiefe der gestohlenen Daten liefen strafrechtliche Ermittlungen. Daran ist das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt (LKA) genauso beteiligt wie die Koblenzer Generalstaatsanwaltschaft. Die Kreisverwaltung stehe mit diesen Behörden und vor allem der Polizei in engem Austausch, auch um zeitnah geeignete Maßnahmen zu treffen, hieß es. Weitere Erkenntnisse lagen zunächst nicht vor.

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Die Gruppe der Angreifer hatte sich zuvor bei der Kreisverwaltung gemeldet, wie Körner am Montag mitgeteilt hatte. Bei den Angreifern handele es sich demnach um eine hoch professionelle und organisierte Gruppe, die aus Cyberangriffen ein regelrechtes Geschäftsmodell gemacht habe. Die Kreisverwaltung hatte bereits am Montag nicht ausschließen können, dass vertrauliche Daten der Bürger und Mitarbeiter im Darknet veröffentlicht werden.

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Bei Twitter verbreitete am Freitagvormittag ein User mit dem Namen Jimmy McShill die Nachricht, dass es sich bei der Hackergruppe, die die Daten im Darknet hochgeladen hat, um Vice Society handele. Ob hinter dem Profil Jimmy McShill sogar ein Mitglied der Gruppe steckt ist unklar. „Vice Society“ - das heißt übersetzt soviel wie „Lasterhafte Gesellschaft“. Sie setzt Erpressungssoftware ein (wir berichteten), die auch Ransomware genannt wird. Dazu wird ein Verschlüsselungsalgorithmus verwendet. Der Eigentümer der Daten kann dann darauf nicht mehr zugreifen - sofern er kein Lösegeld zahlt. Vice Society ist seit eineinhalb Jahren sehr aktiv. Ungefähr zeitgleich mit der Kreisverwaltung erwischte es Anfang November das Institut of Sciene and Technology Austria im österreichischen Klosterneuburg.

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