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Die 20 besten Spiele des 21. Jahrhunderts (3)

Spiele-Tipps in Serie: „MicroMacro“ – das Wimmelbild zum Miträtseln

Von 
Uwe Schwab
Lesedauer: 
Großer Rätselspaß für "Wimmelwillige" ab zehn Jahren: die 16 Fälle des ersten "MicroMarco"-Teils. © Nadine Wohlfart

Mannheim. In der dritten Folge unserer Serie mit 20 Brettspiel-Tipps stellt Spezialist Uwe Schwab das amtierende „Spiel des Jahres“ vor: Für den Vielspieler ist „MicroMacro“ etwas völlig Neues – eine Art interaktives Wimmelbild. In den nächsten Monaten folgen weitere ausgezeichnete Klassiker, Geheimtipps, aufwendige Brettspiele, kleine Karten- oder Würfelspiele für zwischendurch, Familien, Freundeskreise oder Spielezirkel. Zu Beginn starten wir gleich mit vier Tipps für den (Corona-)Winter. Nun aber zu „MicroMacro“.

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Das Material:

Was ist das denn? Ein riesengroßer schwarz-weißer Wimmelbild-Plan, der den ganzen Spieltisch einnimmt - das soll ein Spiel sein, noch dazu ein Spiel das Jahres? Das wäre neu. Ja, das ist neu, und bemerkenswert. Denn „MicroMacro: Crime City (1)“ ist nicht wirklich ein Spiel, eher ein gemeinsames detektivisches Rätseln. Das sollte man vor dem Kauf wissen.
Nachdem man den Plan in die Mitte gelegt hat und erste Ausrufe „Ah, guck mal, hier scheint jemand auf der Lauer zu liegen! -_Und hier: An der Statue in dem Park, ist das nicht …“ getätigt wurden, kann man sich den kurzen Spielregeln zuwenden.

MicroMacro: Spielinfo und Bewertung

  • Johannes Sichs kooperatives Rätselspiel im Wimmelbild-Format bietet in der ersten Folge „Crime City“ 16 zu lösende Fälle. Sie eignen sich für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren.
  • Erschienen 2020 bei Edition Spielwiese, im Vertrieb von Pegasus Spiele. Es gibt mehrere Ausgaben ab 16,99 Euro und die zweite Folge „Full House“.
  • Spieldauer: 15 bis 45 Minuten

Unsere Bewertung:

  • Spielspaß: 4
  • Komplexität/Einstiegshürde: 4
  • Langzeit-/Wiederspiel-Reiz: 1 (Fälle ein zweites Mal zu spielen macht nicht unbedingt Sinn)
    (Bewertungsskala 1-5)

Der Ablauf:

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Im Spiel sind wir Kommissarinnen und Kommissare, die insgesamt 16 Fälle lösen müssen. Diese werden zunehmend komplexer und bestehen jeweils aus fünf bis elf Karten.
Auf der ersten Karte wird der Beginn der Geschichte erklärt - im ersten, dem Einführungsfall:
„Fernando Branca war auf dem Weg zu seiner Stammkneipe. Dort angekommen, bemerkte er, dass sein Zylinder verschwunden war! Die Kneipe befindet sich im Osten der Stadt, zwischen dem Neptunpark und dem Baumarkt.“
Acht Augen suchen und finden im Gewimmel einen Park mit einem Neptunbrunnen, nebst nahem Baumarkt. Eher im Nordosten des Plans. Als Konsequenz rücken die restlichen drei Mitspieler dem vierten, der in der Nordostecke sitzt, auf die Pelle. „Ich habe ihn gefunden, hier: da hat er den Zylinder aber noch auf.“ Und: „Hier ist Fernando nochmal, ohne Zylinder.“ Gefolgt von: „Ah, und hier liegt der Zylinder.“
Und damit ist schon alles zum Spielprinzip erklärt.

Das Ziel:

Die Detektivinnen und Detektive müssen finden, nachvollziehen und erklären, was im jeweiligen Fall passiert ist. Dabei soll man nach Spielidee zunächst Karte für Karte (in besagtem Einstiegsfall fünf) nach und nach lesen und umsetzen, hier: 'Findet die Kneipe' bis zu „Wie wurde der Zylinder geklaut?“
Anders wie bei einem üblichen Wimmelbild sind hier also Geschichten und Verläufe dargestellt. Eine oder mehrere handelnde Personen eines Falles bewegen sich quasi chronologisch durch das Bild und tauchen immer wieder auf. Dabei fahren sie zum Beispiel auch mal U-Bahn, so dass man die Person an der einen Station einsteigend, an der anderen ausgestiegen finden muss (Erinnerungen kamen auf an das „Spiel des Jahres 1983“, „Scotland Yard“, wenn Mr. X wieder mal bahnfahrend abgetaucht ist).
Die Figuren, Gebäude und Szenen sind teilweise schon recht kleinteilig gezeichnet. Einigen älteren Spielenden würde eine Lupe helfen. Daran hat der Verlag gedacht. Es liegt eine bei. Leider nur eine.

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Kinder haben damit weniger Probleme und liegen dann gerne auch mal quer über der Stadt, um den Figuren und den Details ganz nah zu sein.
Natürlich ist irgendwann jeder Fall gelöst und fast jede Wimmeleinzelheit schon mal begutachtet worden. Da der erste Teil gut angekommen ist (gem. Spieleverlag Homepage über eine halbe Million mal) gibt es schon einen weiteren, mit neuen Fällen und neuem Stadtteil.

Hinter der eher schlichten Verpackung steckt ein ganz neues Konzept und das "Spiel des Jahres 2021". © Nadine Wohlfart

Auch an Kinder gedacht
Und da es bei den Fällen weiterhin häufig um Crime and Punishment geht sind die Karten des zweiten Teil mit Symbolen ausgestattet, um mit Kindern nur die friedlichen Fälle zu spielen.

Fazit:

Wer auch sonst gerne alleine wimmelt, kann Crime City auch prima solitär durchstreifen. Ansonsten gibt der Verlag ein bis 4 Spieler (ab zehn Jahren) an. Und mehr sollten es auch nicht sein - 'Diese Stadt ist zu klein für uns alle.'
Und wenn man denn mal alle Fälle gelöst hat, ist es ein prima Geschenk für andere Wimmelwillige.

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