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Im Test - Der Hyundai Tucson überzeugt mit Qualität, einer umfangreichen Garantie und der Kraft seiner zwei Motoren

Mit Sicken und Kanten

Von 
Stephan Eisner
Lesedauer: 
Die nach außen breiter werdenden Scheinwerfer lassen schon von weitem erkennen: Hier kommt der Hyundai Tucson. © Hyundai

Mannheim. Wie Wimpern verbreitern sich die Scheinwerfer nach außen und verleihen schon von weitem ein individuelles Erscheinungsbild – ein Auto mit Sicken und Kanten, das klar macht: Hier kommt kein Langweiler daher, sondern der Hyundai Tucson. Den Mittelklasse-SUV gibt es – mit einem Zwischenmodell namens ix35 – seit 2004. Die nun vierte Generation teilt sich die technische Basis mit dem Kia Sportage – so auch den Plug-in-Hybrid aus dem Testwagen.

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Der doppelte Antrieb steht völlig zu Unrecht in der Kritik. Weil so mancher Dienstwagen-Nutzer sein Privileg ausnutzt, um einen ermäßigten Steuersatz abzugreifen, den Akku aber niemals auflädt – es soll tatsächlich Leute geben, die das Kabel drei Jahre lang originalverpackt im Kofferraum liegen hatten – wird ein eigentlich geniales Konzept verteufelt. Hier könnte sich gleich der Diesel anschließen. Aber das ist ein anderes Thema.

Hyundai Tucson Plug-in-Hybrid N Line-Paket

Verbrennungsmotor: Vierzylinder-Benziner; Hubraum: 1598 ccm; Leistung: 132 kW / 180 PS; Max. Drehmoment: 265 Nm

E-Motor: 66,9 kW / 91 PS; Max. Drehmoment: 304 Nm; Batteriegröße: 13,8 kWh (Lithium-Ionen)

Max. Systemleistung: 195 kW / 265 PS; 350 Nm

Antrieb: Allradantrieb, Sechs-Stufen-Automatikgetriebe

Höchstgeschw.: 191 km/h

Beschleunigung: 8,2 Sekunden von 0–100 km/h

Schadstoffklasse: Euro 6d

Verbrauch pro 100 Kilometer (Werksangaben/WLTP): 17,7 kWh/ 1,4 l Benzin; Testverbrauch: 18,3 kWh /2,8 l Benzin

CO2-Emissionen: 31 g/km

Länge: 4510 mm, Breite: 1865 mm, Höhe: 1650 mm

Kofferraum: 558–1721 l

Leergewicht: 1818 kg

Preis: 49 600 Euro

Serienausstattung: Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Navigationspaket, LED-Scheinwerfer, el. Heckklappe, N-Line-Designpaket, Einparkhilfe. se

Das Praktische am Plug-in-Hybrid ist, dass er mit einer Reichweite von rund 60 Kilometern Kurzstrecken, zum Einkaufen oder zur Arbeit, elektrisch angetrieben absolviert. Aufgeladen werden kann er an einer Ladestation – oder einfach an der Haushaltssteckdose in der Garage. Das dauert dann rund zehn Stunden, vom Feierabend bis zum nächsten Tag. Richtig genutzt, kann es sich so bis zum nächsten Sprit-Tank-Stopp wochenlang hinziehen.

Geht es auf eine längere Strecke, wird der Fahrer nicht von einer Reichweitenangst geplagt. Irgendwann übernimmt der Benziner die Arbeit – ohne, dass es die Passagiere mitbekommen. Das liegt an der tollen Geräuschdämmung des Tucson. Zudem agiert der Verbrenner extrem ruhig. Akustisch. Die 265 System-PS sind alles andere als ruhig oder sanft. Der Zwitterantrieb lässt mit 350 Newtonmetern an Kraft den Hyundai auf einer druckvollen Welle surfen. Nahezu in jeder Fahrsituation fühlt sich der Koreaner souverän und sehr agil an.

Im Innenraum des Tucson geht es weniger verspielt zu als außen. Zwei Monitore liefern die Informationen zu Geschwindigkeit und Wegstrecke, Tasten auf der glatten Glasfläche führen zum gewünschten Klima. Das Tippen darauf geht einfach – zurückbleiben allerdings die Fingertapser. Die Fahrstufen werden ebenfalls durch Knopfdruck gewählt.

Gefühl von Geborgenheit

Die Verarbeitungsqualität ist Hyundai-typisch hoch. Die Materialien wirken ansprechend, ein Klappern oder Knarzen gibt es nicht. Die relativ schmalen Seitenscheiben vermitteln Geborgenheit, dank breiter Armauflagen findet sich schnell eine gute Sitzposition – auch für die Langstrecke. Im Fond steht anständig Raum zur Verfügung, der Einstieg gelingt mühelos, und wie auch vorne freuen sich alle Passagiere über die angenehm ausgeformten und gepolsterten Sitze. Der Kofferraum gibt ebenfalls keinen Grund zur Klage und schluckt mit rund 560 Litern Volumen das Familiengepäck.

Oft sind es ja gerade die Kleinigkeiten, die glücklich machen. Und wer sich bei einem höheren Einstieg einmal die Hosenbeine schmutzig gemacht hat, wird die Türen im Tucson schätzen, die über die Schwellerleisten reichen, damit sie nicht verschmutzen – und die Hosenbeine bleiben sauber.

Was beim Testwagen genervt hat, ist die Spracheingabe. Langsam, laut – alles half nichts, der Hyundai wollte die Befehle nicht verstehen. Das hat er dann mit seiner feinen Federung wieder wettgemacht. Und seiner vollumfänglichen Ausstattung, die wirklich keine Wünsche mehr offenlässt.

Damit relativiert sich auch der Preis. Und durch die staatliche Förderung, die noch bis Ende des Jahres laufen soll. Was definitiv weiter läuft, ist das pralle fünfjährige Garantie-Paket. Da lässt es sich entspannt auf große Fahrt gehen.

Autor Projektredakteur/Autoredakteur

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