AdUnit Billboard
Podcast

Podcast "Adler-Check": Friedrichspark-Trommler Peter Wüst erinnert sich an emotionale Jahre

Von 
Christian Rotter
Lesedauer: 

Die erste Begegnung von Peter Wüst mit der Kultstätte, die einen Großteil seines Lebens prägen würde, verlief so wie bei vielen, die nach ihrem ersten Besuch des Friedrichsparks eine enge Beziehung mit dem Mannheimer Eishockey eingingen. Im Dezember 1976 fragte ihn sein Vater Hermann, ob er ihn mit seinem Kumpel Peter Bierweiler nicht zu einem Heimspiel des MERC begleiten wolle. Der damals 13-Jährige war Feuer und Flamme - und nach dem 7:0-Sieg gegen den TSV Straubing war es endgültig um ihn geschehen: Der Eishockey-Sport im Generellen und der MERC im Besonderen hatten Wüst in den Bann gezogen.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1
Drei Meisterschaften in drei Jahren: Ende der 1990er Jahre, als die die Adler Mannheim ihre sportlich erfolgreichste Zeit in der Deutschen Eishockey Liga erlebten, war der Friedrichspark ein Party-Tempel. © Adler Mannheim/Peter Wüst

„Eishockey hat mich total fasziniert, das Drumherum kam noch dazu“, sagt Wüst. In der neuen Folge des Adler-Checks, dem Eishockey-Podcast des „Mannheimer Morgen“, versucht er zu erklären, was wahrscheinlich nur der versteht, der selbst den Friedrichspark sein zweites Wohnzimmer nannte: „Es war das Gesamterlebnis: Du hast dich einfach wohlgefühlt.“

Wüst war in den letzten Zweitligazeiten des Vereins dabei, ehe der MERC 1980 zum ersten Mal Deutscher Meister wurde. „Das war ein traumhaftes Erlebnis. Ich bin froh, dass ich das total auf mich wirken ließ, ohne ein Smartphone dabei gehabt zu haben, das es damals ja noch nicht gab. So, wie ich es immer noch vor Augen habe, wenn ich mich daran erinnere, glaube ich nicht, dass ein Film die gleiche emotionale Wirkung auf mich hätte“, sagt der 58-Jährige, der sich als „emotionalen Erlebnis-Erinnerer“ bezeichnet.

Peter Wüst. © Peter Wüst

Wüsts Beziehung zum Friedrichspark sollte sich weiter intensivieren. Als er Mitte der 1980er Jahre Manolo, den 2008 verstorbenen „Trommler vom Bökelberg“ bei Heimspielen von Borussia Mönchengladbach in der ARD-Sportschau in seinem Element sah, traf ihn die Eingebung wie ein Blitz: „So eine Trommel muss ich auch haben!“ Seine Unterstützung war auch zuvor schon leidenschaftlich, aber erst nach diesem erleuchtenden Erlebnis mit Manolo wurde aus einem „normalen Fan“ der erste Trommler im Friedrichspark.

An einem Freitagabend kaufte Wüst in Wiesloch die Trommel, mit Hilfe seines Vaters war sie bereits zum nächsten Heimspiel mit blau-weiß-rotem Band umwickelt und somit startklar. Sie ergänzte die Ausrüstung mit Strickpulli, Schal und Fahne. Zehn Jahre lang trommelte sich der „MERC-Manolo“ in der Fankurve die Finger wund, ehe er den Schlägel sinnbildlich an die nächste Generation übergab. „Du entwickelst dich ja stetig weiter. Als junger Mensch würde ich aber immer wieder trommeln“, betont Wüst, der seinem Verein bis heute als Dauerkarten-Fan treu geblieben ist.

Eine tief gehende Verbindung

Peter Wüsts Friedrichspark-Trommel mit dem Trikot von Georg Holzmann. © Peter Wüst

Damals und heute - Wüst will die Zeiten nicht vergleichen, sondern nur beschreiben. Er findet eine Wertung unfair. Blickt er ganz rational auf den Friedrichspark, weiß er natürlich auch, dass er marode und ein Abriss daher unausweichlich ist. „Die Wehmut ist trotzdem sehr groß, denn die Verbindung geht schon sehr tief: Das, was ich dort erleben durfte, kannst du dir für kein Geld der Welt kaufen.“ Insofern hätte er es sich besser vorstellen können, wenn sich im Friedrichspark „eine Erinnerungs-Ruhmesstätte dauerhaft entfaltet hätte“. Obwohl das Eisstadion wohl noch in diesem Jahr Geschichte sein wird, wird es weiterleben. In Wüst und allen Menschen, die ähnliche Erfahrungen in der Kultstätte gemacht haben: „Was man in sich trägt als Erinnerung, lässt sich durch den Abriss des Friedrichsparks nicht auslöschen“, verdeutlicht Wüst.

Wer jetzt Lust auf Eishockey, die Adler und den Podcast bekommen hat - super. Herunterladen können sich alle den „Adler-Check“ kostenlos unter mannheimer-morgen.de/podcast. Dort kann das Format auch direkt abonniert werden.

Hinterlegt ist der Adler-Podcast zudem auf den gängigen Plattformen wie Spotify (www.open.spotify.com), Deezer (www.deezer.com), Apple Podcast oder Amazon Music (www.amazon.de/music/lp/podcasts).



Mehr zum Thema

Erinnerungen

Emotionale Spiele des MERC und der Adler: Der Stimmung im Friedrichspark verfallen

Veröffentlicht
Von
Christian Rotter
Mehr erfahren
Mannheim

Die Stones im Friedrichspark – jetzt auch im Bild

Veröffentlicht
Von
imo/jpk
Mehr erfahren
Klapprad-WM in der Pfalz

Kult-Klappradfahrer Alfons V.: "Slips und BHs fliegen schon während des Rennens"

Veröffentlicht
Von
Stephan Alfter
Mehr erfahren
Schauspielerin

Alexandra Maria Lara teilt prägendes Kinoerlebnis

Veröffentlicht
Von
dpa
Mehr erfahren
Eishockey

Adler Mannheim-Stürmer Bergmann kämpft sich nach Herzmuskelentzündung zurück

Veröffentlicht
Von
Christian Rotter
Mehr erfahren

Redaktion Koordinator der Sportredaktion

Thema : Adler-Check - der Eishockey-Podcast

  • Von Reisen und Offensivverteidigern Podcast "Adler-Check": Sonne, Strand und Analysen

    Die Saison in der Deutschen Eishockey Liga beginnt zwar erst am 15. September. Doch die Adler Mannheim haben ihren Kader für die anstehende Spielzeit – bis auf ein, zwei Ausnahmen – bereits zusammen.

    Mehr erfahren
  • Nach Saison-Aus Podcast "Adler-Check": Nach der Saison ist vor der Saison

    Die Spielzeit 2021/22 ist für die Adler Mannheim in der Deutschen Eishockey Liga zu Ende. Doch jeder, der den Pucksport verfolgt, weiß: Nach der Saison ist vor der Saison.

    Mehr erfahren
  • Eishockey Podcast "Adler-Check": Die größtmögliche Prüfung im Play-off-Halbfinale

    Die Adler Mannheim bekommen es im Play-off-Halbfinale mit dem alten Rivalen Eisbären Berlin zu tun. Für die beiden "MM"-Sportredakteure Christian Rotter und Philipp Koehl Grund genug, ihren Podcast früher aufzunehmen.

    Mehr erfahren
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1