Klassik

Studierende der Mannheimer Musikhochschule glänzen neben dem KKO

Sängerin Andjela Todorovic bei der Mozart-Gala des Kurpfälzischen Kammerorchesters im Schloss ausgezeichnet

Von 
Hans-Günter Fischer
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Sie wirkt ernst und distanziert. Aber vor allem konzentriert. Denn Andjela Todorovic steht wieder einmal, wie das junge Sängerinnen häufig auszuhalten haben, auf dem Prüfstand. Hier im Rahmen jener Mozart-Gala, die in Mannheim schon zur Tradition geworden ist. Im Rittersaal des Schlosses wird dabei auch immer ein Solisten-Preis vergeben, und nach Ende des Konzerts wird sich herausstellen, dass Andjela Todorovic ihn mit nach Hause nehmen kann. Die junge Serbin, Jahrgang 1996, reüssiert mit der Konzertarie von 1789, „Alma grande e nobil core“. Die Studentin an der Mannheimer Musikhochschule (Muho) weiß darin gefühls- und stimmtechnisch ein breites Spektrum auszumessen. Neben angerauter, griffiger Dramatik stehen sanft gehauchte hohe Töne.

Sehr respektabler Leistungsstand

Die Bewerberinnen und Bewerber um diesen Solisten-Preis sind nicht per Losentscheid ermittelt worden. Schon die Vorauswahl war streng, und ihr Ergebnis zeugt von einem mehr als respektablen Leistungsstand der Mannheimer Studenten und Studentinnen. So ist es mehr als eine Trostformel, wenn Thomas Jandl, Erster Vorsitzender der Mozart-Gesellschaft Kurpfalz (und natürlich neben Dirigent Stefan Blunier und einem Vorstand des Kurpfälzischen Kammerorchesters (KKO) für die Preisverleihung stimmberechtigt), darauf abhebt, dass an diesem Abend „jeder einzelne Bewerber“, jede einzelne Bewerberin das Zeug besessen habe, zu gewinnen.

Fangen wir mal mit den Sängerinnen an: Indira Hechavarría, eine gebürtige Kubanerin - die schon die Christel von der Post gesungen hat -, bringt auch bei frühem Mozart Linie in den Zierton-Hagel. Spätem Mozart aus dem „Titus“ gibt Ursula Hensges in der Rolle eines willenlosen Liebhabers emotionale Tiefe, die von einer obligaten Klarinette (Nawon Lee) wie mit Girlanden ausgeschmückt wird. In der Arie der Zaide schließlich („Ruhe sanft, mein holdes Leben“) glänzt Hyerin Park mit überirdisch schönen Höhen. Aber nur bedingt mit Textverständlichkeit.

Zwei Instrumentalisten treten als Solisten in Erscheinung: Alexander Kaul im Oboenkonzert - mit quecksilbrigem Ton und edlem Klassizismus, rund und wie mit einem großen Atemzug geblasen. Im Finale wie befreit, fast buffonesk. Das Thema wurde später zu der Arie „Welche Wonne, welche Lust“ verarbeitet.

Doch das bekannteste, gewichtigste Musikstück in der Gala ist das A-Dur-Klavierkonzert von 1786. Da klingt auch das KKO unter Stefan Blunier merklich „sinfonischer“. Solistin Min Young Kim verleiht dem Mittelsatz bereits „romantische“, aber nicht überbordende Gefühle. Eine schwarze Strähne hängt ihr ins Gesicht. Denn Schönheit wirft bisweilen einen Schatten. Auch bei Mozart.

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