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Deutscher Gründerpreis

Osapiens aus Mannheim behält Lieferketten im Blick

Am nächsten Dienstag wird in Berlin eine der bedeutendsten Auszeichnungen der Wirtschaft verliehen: der Deutsche Gründerpreis. Zwei Nominierte sind aus der Region: Aleph Alpha und Osapiens. Mit welchen Geschäftsideen die jungen Unternehmen gewinnen wollen

Von 
Sabine Rößing
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Alberto Zamora (v.l.), Matthias Jungblut und Stefan Wawrzinek wollen Lieferketten durch innovative Software sicherer machen. © Osapiens

Mannheim. „Ich brenne für das Thema – es ist gesellschaftlich hoch relevant“, sagt Matthias Jungblut. Der gebürtige Saarländer ist einer von drei Gründern von Osapiens. Das junge Mannheimer Unternehmen entwickelt Software zur Überwachung von Lieferketten. Denn diese werden immer komplexer.

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Bis zu 30 000 Lieferanten rund um den Globus hat allein ein mittelständischer Bekleidungsfilialist heutzutage. Jeden einzelnen muss der Textilhändler im Blick haben: Werden Auflagen zum Umwelt- oder Arbeitsschutz eingehalten? Gibt es Kinderarbeit, welche Materialien werden verarbeitet? „Ohne innovative IT ist die Steuerung solcher komplexen Zusammenhänge kaum noch darstellbar“, sagt Jungblut.

Die Osapiens-Software soll Unternehmen helfen, globale Lieferketten transparenter, berechenbarer und vertrauenswürdiger zu machen. „Verbrauchern hierzu Auskunft geben zu können, erhöht das Vertrauen in die Marke“, so Jungblut. Dennoch warnt er, dass sich viele Unternehmen der Risiken in ihren Lieferbeziehungen kaum bewusst seien: Es gehe um den Schutz vor organisierter Kriminalität, Produktfälschungen, Schmuggel, die Abwendung von Lieferengpässen oder Unwetterkatastrophen.

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Für die Missachtung ethischer Standards – auch wenn es Subunternehmer waren – werden die Unternehmen in Zukunft auch juristisch zur Rechenschaft gezogen. Bereits im vergangenen Juni hatte der Bundestag ein Gesetz über unternehmerische Sorgfaltspflichten in der Lieferkette verabschiedet, das sogenannte Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. „Es wird immer wichtiger, die eigenen Lieferkette zu kennen, Risiken und Abhängigkeiten beurteilen zu können“, sagt Jungblut.

Und weil Unternehmen hierfür technische Unterstützung suchen, boomt das Geschäft für Osapiens. „Wir sind in den vergangenen vier Jahren sehr stark gewachsen“, sagt Jungblut. „Im Gründungsjahr 2018 waren wir noch zu dritt“. Inzwischen beschäftigt das Mannheimer Start-up an seinem Hauptstandort mehr als 110 Mitarbeiter aus 25 Ländern.

Zusammenarbeit seit Jahren

Es geht um globale Vernetzung, da ist es kein Wunder, dass auch die Belegschaft international ist. Die Kunden kommen aus dem Konsumgüterbereich, Groß- und Einzelhandel, Automobil- und Maschinenbau, Mode und Luxus und Pharma- und Medizinprodukte.

Nach Jungbluts Einschätzung bietet die Metropolregion für ein aufstrebendes Tech-Unternehmen mit einem so rasantem Wachstum ein gutes Umfeld, vor allem für die wichtige Mitarbeiterakquise: Mit Hochschulen in Mannheim, Darmstadt, Karlsruhe oder Heidelberg stehen die Chancen gut, qualifizierte Kollegen zu finden.

Die drei Gründer arbeiten bereits seit zehn Jahren zusammen, erzählt Jungblut. „Begonnen haben wir mit der Beratung. Daher haben wir ein gutes Verständnis für den Markt.“ Die Transparenz in der Lieferkette sei ein globales Thema, der Bedarf werde zunehmen, ist er sich sicher. Der aktuelle Fokus für die Auslandsexpansion liege auf dem europäischen Markt, hier tut sich in Sachen Regulierung der Lieferantenbeziehungen derzeit besonders viel.

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