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Fußball

Zwei Berührungspunkte mit Pokal-Gegner Kiel

Torhüter Kenneth Kronholm und Vorkriegs-Trainer Hans Tauchert schlagen die Brücke zwischen dem SV Waldhof und dem Zweitligisten von der Ostsee

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wy
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Mannheim. Am Sonntag (18 Uhr) trifft der SV Waldhof im DFB-Pokal auf den Zweitligisten Holstein Kiel, doch viele Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den beiden Clubs bislang nicht. Da wäre zum einen das Blau in den Vereinsfarben. Oder Torhüter Kenneth Kronholm, der als wohl einziger Spieler beide Trikots getragen hat und in Kiel Kult-Status besitzt. Im April 1948 findet sich in den Annalen zudem eine Freundschaftspartie zwischen den beiden Klubs, die die Kurpfälzer mit 6:3 gewannen. Das war’s dann aber auch schon. In Liga-Pflichtspielen sind sich die beiden Vereine noch nie begegnet, auch im Pokal ist es Premiere.

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Doch da wäre noch Hans Tauchert (kl. Bild), der in den 1930er Jahren und auch nach dem Zweiten Weltkrieg einer der größten Fußball-Trainer seiner Zeit war und einst für beide Vereine tätig war.

Kenneth Kronholm spielte schon für Kiel und den SV Waldhof.

Schon am 1. August 1928 legte der gebürtige Mecklenburger unter der Leitung von Otto Nerz als erster Absolvent mit dem Sonderfach Fußball die Trainerprüfung ab. Bis zur Aberkennung seiner Amateureigenschaft hatte Tauchert bei Tennis Borussia Berlin gespielt, sich aber als Student bereits dem Training der beiden Mannschaften Preußen und Minerva Berlin gewidmet.

Seit 1930 beim SV Waldhof

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1930 übernahm er den SV Waldhof als 26-Jähriger und war fortan als Übungsleiter für alle Mannschaften zuständig – auch für das Handball-Team, das er 1933 zur Deutschen Meisterschaft führte. In der Saison 1935/36 holte Tauchert mit den Fußballern des SV Waldhof den Titel in der Gauliga Baden und nahm somit an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil.

In der Gruppenphase ereilte die Blau-Schwarzen gegen Fortuna Düsseldorf, FC Hanau 93 und Kölner CfR allerdings das frühe Aus. Ein Jahr später qualifizierten sich die Blau-Schwarzen abermals für die Endrunde, blieben aber erneut in der Gruppenphase hängen.

Den größten Erfolg mit dem Waldhof feierte er 1935, als er im Tschammer-Pokal, dem Vorläufer des DFB-Pokals, das Halbfinale erreichte (0:1 gegen den 1.FC Nürnberg). 1937 verließ er Mannheim und betreute ab 1945 mit Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach dem Zweiten Weltkrieg den Hamburger SV. Ein Kuriosum im deutschen Fußball fand in der damaligen Presse nur eine kurze Erwähnung. Das Sport-Magazin schrieb: „Mit Zustimmung des Hamburger Sportvereins hat sein Trainer Tauchert auch die Betreuung des in Abstiegsgefahr schwebenden deutschen Altmeisters Holstein Kiel übernommen.“ Tauchert war somit Trainer zweier in Konkurrenz stehender Vereine, die sich am 11. April 1948 sogar gegenüberstanden. Während Holstein Kiel den Klassenerhalt bereits eingetütet hatte, ging es für den HSV um wichtige Punkte im Direktvergleich mit dem FC St. Pauli um die Meisterschaft der Oberliga Nord. Die Hamburger siegten letztlich unter Trainer Tauchert mit 5:0 gegen Holstein Kiel unter Trainer Tauchert.

In der Folgezeit war er noch verantwortlich für den VfB Mühlburg, den 1.FC Saarbrücken, Viktoria Aschaffenburg und Borussia Dortmund. 1958 verstarb Tauchert nach einem Herzinfarkt in Dortmund im Alter von nur 54 Jahren. wy

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