Gastronomie - Gastronomen aus Heilbronn übernehmen Seerestaurant und sollen auch zwei Kioske betreiben / Vertrag für Pflanzenschauhaus noch nicht verlängert Seerestaurant Luisenpark: Das „schöne Fleckle“ schöner machen

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Peter W. Ragge
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Die Terrasse des Seerestaurants zum Kutzerweiher hin wird um einen Biergarten auf der anderen Seite des Gebäudes ergänzt. © Thomas Tröster

Der Umbau läuft bereits. Die Toiletten werden erneuert, Böden und Holz geschliffen, Wände gestrichen. „Im Frühjahr machen wir dann auch die Fassade“, kündigt Hans Peter Küffner an. Mit seinem Sohn Marcel hat der Heilbronner Gastronom das Seerestaurant im Luisenpark übernommen. „Hier war einiges in die Jahre gekommen, da ist Handlungsbedarf“, erklärt Hans Peter Küffner.

Online-Vortrag zum Gastronomiekonzept

Ingo Wessel stellt am Donnerstag, 28. Januar, um 18 Uhr in der Veranstaltungsreihe „Buga 2023-Plattform“ das Gastro-Konzept für die Mannheimer Bundesgartenschau vor.

Dabei handelt es sich um einen Online-Vortrag. Zugangsdaten zur Zoom-Veranstaltung auf der Homepage www.buga23.de.

Ernährung und Nahrungssicherung ist eines der vier Leitthemen der Bundesgartenschau 2023 in Mannheim. Die Gäste sollen „bewusst essen und mit gutem Gewissen genießen“, so die Vorgabe. Das angebotene Essen sollte Bio sein, von regionaler Herkunft und teilweise direkt auf den benachbarten Flächen angebaut.

Ingo Wessel, Diplom-Kaufmann und Psychologe, ist selbstständiger Unternehmer seit 1986. Er berät und betreut seit über 30 Jahren national und international Museen, Theater, Konzerthäuser, Parks, Schlösser – und Gartenschauen.

Er wirkte mit bei der Entwicklung der Gastronomie der Kunsthalle, der Schlösser in Schwetzingen und Heidelberg und zeichnet für die Gastronomiekonzeptionen der Buga Heilbronn 2019 und Buga Erfurt 2021 verantwortlich – und eben auch 2023 in Mannheim. pwr

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35 Jahre hatte die vorige Pächterfamilie das zur Bundesgartenschau 1975 errichtete Restaurant am Ufer des Kutzerweihers betrieben. Ende 2020 hörten die Pächter aus Altersgründen auf. Nun übernimmt Familie Küffner, die sich vor allem auf den Bereich Catering spezialisiert hat.

Sie bewirtschaftet unter anderem die Heilbronner Stadthalle „Harmonie“, Hotels, den Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung und war bei der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn einer von drei Gesellschaftern der „Regionalen Genussmeile“, die in diesem Jahr auch bei der kleinen Gartenschau Eppingen wieder aktiv wird. Das zur Buga Heilbronn eröffnete Restaurant „Alte Reederei“ führen sie weiter.

Vom Luisenpark seien sie aber auch „gleich begeistert“ gewesen, sagt Marcel Habel-Küffner, der im „Deidesheimer Hof“ in der Pfalz Koch gelernt hat. Der Standort des Seerestaurants sei „ein schönes Fleckle“, aus dem sie mehr machen möchten. Zum Restaurant und der Terrasse mit Blick auf Kutzerweiher und Flamingoinsel wollen sie zudem auch die lange ungenutzte, etwa 300 Quadratmeter große Fläche Richtung Zwergenspielplatz als Biergarten einrichten. „Dort scheint schließlich direkt die Sonne hin“, hebt Marcel Habel-Küffner hervor. „Die Corona-Pandemie hat doch gezeigt, dass Außenbestuhlung gefragt ist“, ergänzt sein Vater. Das geplante kulinarische Angebot beschreibt er als „gut bürgerlich, deftig und gut“.

Keine Ausschreibung

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Die Stadtpark-Gesellschaft haben, wie Geschäftsführer Joachim Költzsch aufzählt, „Konzept, Erfahrung, finanzielle Aspekte“ bei den Heilbronner Gastronomen überzeugt. Öffentlich ausgeschrieben war das Seerestaurant aber nicht. „Da es sich um den Eintritt in einen laufenden Vertrag handelte, oblag die Suche nach einem Nachfolger den bisherigen Pächtern, die hierfür einen branchenerfahrenen Makler eingeschaltet hatten“, erläutert Költzsch. Die Stadtpark-Gesellschaft will den neuen Seerestaurant-Betreibern auch die beiden Kioske am Burgspielplatz und beim Fernmeldeturm übertragen, die bisher eine Stadtpark-Tochtergesellschaft verantwortete. Doch die schrieb tiefrote Zahlen. Oft waren die Kioske einfach gar nicht geöffnet. Mal fehle Personal, dann waren beliebte Waren früh ausverkauft.

Man sei „auf der Suche nach einem geeigneten Partner“, sagt Költzsch nur. „Aus strategischen Überlegungen kann eine Anbindung an eine stationäre Gastronomie Sinn machen“, so Költzsch. Daher verhandle man mit den Betreibern des Seerestaurants und hoffe auf ein Ergebnis „noch in der diesjährigen Saison“. Da die gesetzlichen Schwellenwerte nicht erreicht würden, sei eine öffentliche Vergabe nicht erforderlich. Er bestätigt aber: „Ja, es lagen mehrere Bewerbungen vor.“

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Wie lange die Verträge mit den übrigen Gastronomen im Luisenpark noch laufen, will Költzsch unter Hinweis auf den Datenschutz nicht sagen. Wer sich aber äußert, ist Georgios Droukas, seit 2004 als Nachfolger von Walter Herrdegen und laut Vertrag bis einschließlich 2023 Inhaber vom Café Pflanzenschauhaus. „Wir haben in 2015 unsere vereinbarten Investitionen geleistet, jedoch die zugesagte Vertragsverlängerung bis dato nicht erhalten“, bedauert er.

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Ab Ostern will er, wie mit der Park-Leitung besprochen, als Ersatz für die beliebte, aber nun abgerissene Weinstube eine kleine Weinlaube mit Pfälzer Gerichten auf der Seitenterrasse mit eigenem Zugang schaffen. „Das mache ich, das habe ich versprochen“, sagt Droukas.

Sechs Kioske zur Buga

Das Ausstellungskonzept der Bundesgartenschau 2023 sieht nach letztem veröffentlichten Stand vor, dass neben dem neuen Restaurant über dem Aquarium der „Neuen Parkmitte“ sowie dem Chinesischen Teehaus, dem Seerestaurant und einem Bistro Freizeithaus sechs Kioske/Snack-Stationen im Luisenpark angeboten werden. Auch das Café Pflanzenschauhaus wird dort weiter aufgeführt, obwohl es auch mal Pläne gab, es abzuschaffen.

„Wir würden es sehr begrüßen, wenn der Standort beibehalten bleibt und wir ihn weiter betreiben dürften“, sagt Droukas. „Bislang hat mit uns keiner geredet, aber wir würden gerne unsere Erfahrung einbringen, damit die gastronomische Neuausrichtung des Luisenparks zur Buga auch Erfolg hat“, bietet er an.

Költzsch sagt dazu, das Gastronomiekonzept und die erforderlichen Zusatzkapazitäten „befinden sich noch in der Finalisierung“. Ziel sei, „dass die neue Gastronomie innovativ ist und zum Luisenpark passt“. Sollte eine öffentliche Ausschreibung erforderlich sein, werde sie auch durchgeführt.

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