AdUnit Billboard
Krieg in der Ukraine - Stadt sowie Fans, Verbände und Organisationen initiieren zahlreiche Spendenaktionen für Menschen im Kriegsgebiet

Hier können Mannheimerinnen und Mannheimer für die Ukraine spenden

Von 
Sebastian Koch
Lesedauer: 
„Von der Resonanz erschlagen“ zeigten sich Organisatoren einer Hilfsaktion von Fans vor dem Heimspiel der Adler am Mittwoch. Ein Teil der Spenden ist bereits auf dem Weg in die Ukraine. © Michael Ruffler

Mannheim. Der Zorn über den Überfall der russischen Armee nimmt bei Menschen mit ukrainischen Wurzeln täglich zu – mindestens genauso aber auch der Glaube daran, den Krieg zu gewinnen. „Das ukrainische Volk ist sehr stark, und unsere Soldaten sind im Gegensatz zu Putins Soldaten hochmotiviert“, erklärt die in Wallstadt lebende Svitlana Göncü, die im Dezember 2015 aus Kiew nach Mannheim gekommen ist. Auch Nina Schäfer, die auf der Vogelstang wohnt, ist zuversichtlich. „Die Armee kämpft heroisch und hat keine Angst.“ Während russische Soldaten „für Putin sterben“, ziehe die ukrainische Armee nicht für Selenskyi, sondern „fürs Vaterland in den Krieg“.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Abgabe von Spenden

  • Zentralinstitut für Seelische Gesundheit: medizinische Hilfe, zwischen 8 und 14 Uhr an der Warenannahme des ZI (weiße Container gegenüber des Therapiegebäudes in J 5)
  • Deutsch-Ukrainische-Gesellschaft Rhein-Neckar: medizinische und Alltagsspenden, keine Kleider, Mo-Fr 8 bis 20 Uhr Im Sändel 4, 69123 Heidelberg. Bitte um Anmeldung unter nr@abcpremium.de. Geld: IBAN: DE81 6709 2300 0033 1706 10, Verwendungszweck: Ukraine-Hilfe 2022
  • FIBA Motorfahrzeuge: Sachspenden aller Art, Abgabe von 8 bis 18 Uhr, Merowingerstr. 1-5, 68259 Mannheim.
  • Stadt Mannheim: Empfänger: Mannheim hilft ohne Grenzen e.V., IBAN: DE23 6709 0000 0095 9221 04, Verwendungszweck: Ukraine. Für Spendenquittung Postadresse angeben oder Mail an info@mannheimohnegrenzen.de
  • DRK MA: Geldspende IBAN: DE63 3702 0500 0005 0233 0 7, Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine
  • Diakonie: Geldspende, IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
  • Kulturbrücken Jungbusch: vor allem technische Geräte, aber auch Decken und Camping-Geschirr, Böckstraße 21, 68159 Mannheim
  • VfR Mannheim: Sach- und medizinische Spenden, Abgabe in der Holzhütte im Nachwuchszentrum, Josef-Bußjäger-Weg 4, 68165 Mannheim, oder bei Heimspielen im VfR-Fanshop im Rhein-Neckar-Stadion
  • SSV Vogelstang: Sachspenden, Abgabe zu allen Trainingszeiten des Vereins auf dem Sportgelände

Viele Male am Tag spricht Göncü mit ihrer Schwester, ihrer Mutter und ihren Freunden, die noch in der Ukraine leben und berichten, wie Kiew „stark attackiert“ werde. „Es ist egal, wie weit weg wir von der Ukraine sind“, sagt sie. „Wir werden immer helfen und von hier aus kämpfen.“ Das sagt auch Schäfer, die seit 1998 in Deutschland lebt: „Die ganze Welt unterstützt die Ukraine.“

Ob tatsächlich die ganze Welt die Ukraine unterstützt, lässt sich nur schwerlich überprüfen. In Mannheim jedenfalls ist die Hilfsbereitschaft immens. Zahlreiche Sammel- und Spendenaktionen, die angelaufen sind, zeugen davon.

„Situation spitzt sich zu“

Mehrere Aktionen koordiniert Maria Melnik als Vorsitzende der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft (DUG) Rhein-Neckar. Wie sie die Lage in ihrer Heimat einschätzt? „Da gibt es nichts mehr einzuschätzen – es ist Krieg!“, sagt sie. „Ein blutiger Vernichtungskrieg gegen die Ukraine mit Bombardierungen, Zerstörung und Tod hat begonnen.“ Die Situation spitze sich täglich dramatisch zu.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Die DUG habe ein „wahrer Tsunami solidarischer Hilfsbereitschaft“ überrollt, bei zahlreichen Aktionen steht der Verband Organisatoren zur Seite. Von Montag bis Samstag könnten im Zentrallager des Wieblinger abcVerlags (Im Sändel 4, 69123 Heidelberg) zwischen 8 und 20 Uhr Sachspenden abgegeben werden. An der Aktion beteiligt sich auch der Mannheimer Caritasverband, für den die aus der Ukraine stammende Leiterin des Maria Frieden Pflegezentrums, Yuliya Kostiv, die Hilfe koordiniert. „Unglaublich, was die Leute im Zentrallager leisten“, erklärt sie. Spenden können auch in mehreren Heimen abgegeben werden.

Floristin Stephanie Büchler (r.) und Feudenheimerinnen und Feudenheimer, die nicht genannt werden wollen. © Katja Geiler

Mit der ukrainischen Botschaft würden die Transporte ins Kriegsgebiet organisiert, teilt die DUG mit. Vor allem bei Fahrten in die Hauptstadt Kiew setzten sich Fahrer einem täglich größer werdenden Risiko aus, erklärt Melnik. So würden etwa Technik wie Dieselgeneratoren, Kabel und Verteilersteckdosen, aber auch Alltagsgegenstände, etwa Wasserkocher, Küchengeschirr, Bettwäsche, Schlafsäcke, Hygieneartikel, Nahrungsmittel benötigt. Kleiderspenden werden nicht mehr angenommen, heißt es auf der Webseite.

Adler sammeln vor Heimspiel

Neben der DUG bittet auch das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) um medizinische Hilfe. Neben Materialien wie Bandagen, Erste-Hilfe-Kästen und Verbände werden Medikamente aus der Hausapotheke, etwa Ibuprofen oder Paracetamol als Schmerzmittel benötigt. Auch um Antibiotika, Blutzuckerteststreifen und -messgeräte, Insulin, Intubationssets, chirurgische Instrumente, Infusionssysteme, oder Pflegebetten wird gebeten. Abgegeben werden können Spenden zwischen 8 bis 14.30 Uhr an der Warenannahme des ZI bei den weißen Containern gegenüber dem Therapiegebäude J 5, teilt das ZI mit. „Um die Arbeit der Helferinnen und Helfer zu erleichtern, sollten Sachspenden möglichst in beschrifteten Kartons verpackt werden“, heißt es. „Bei Medizinprodukten ist auf das Haltbarkeitsdatum und die bisher erfolgte sachgemäße Lagerung zu achten.“

Mehr zum Thema

Solidarität

Hilfe für die Ukraine - diese Spendenaktionen gibt es in Mannheim und der Region

Veröffentlicht
Von
red
Mehr erfahren
Liveblog zum Ukraine-Krieg

EU-Plan: 300 Milliarden für Unabhängigkeit von russischer Energie

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Am Mittwoch haben sich die Fans der Adler solidarisch gezeigt und vor dem Heimspiel gegen Straubing etwa Kleidung, Isomatten oder Schlafsäcke gespendet. „Wir waren von der Resonanz völlig erschlagen“, sagt Fanbeauftragter Patrick Löffel. Ein Teil der Spenden sei schon auf dem Weg in die Ukraine, vieles werde am Wochenende ins Kriegsgebiet gefahren. „Den Rest verteilen wir in Absprache mit Caritas und anderen Verbänden auf Lastwägen.“ Das Deutsche Rote Kreuz Mannheim (DRK), die Stadt sowie die Evangelische Kirche und ihr Diakonisches Werk rufen zu finanziellen Spenden auf. Der „große Vorteil“ von Geldspenden sei, „dass sie sehr flexibel eingesetzt werden können“, erklärt das DRK auf Anfrage. Humanitäre Hilfe ließe sich so gezielter anpassen. „Das ist absolut erforderlich in Situationen, die sich beständig ändern und höchst unvorhersehbar sind, wie aktuell in der Ukraine und ihren Nachbarländern.“

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Auch Studierende engagieren sich

Die Stadt ruft gemeinsam mit dem Verein „Mannheim hilft ohne Grenzen“ zum Spenden auf. „Als Verein haben wir es uns zum Ziel gesetzt, Menschen in Not zu unterstützen und insbesondere Hilfe für Geflüchtete zu leisten“, erläutert Mustafa Dedekeloglu, Vorsitzender von „Mannheim hilft ohne Grenzen“. Die Verwaltung weist darauf hin, dass Spenden einerseits nach Czernowitz gehen, anderseits Hilfe für ankommende Geflüchtete geleistet werden soll. Mannheim pflegt mit dem im Südwesten gelegenen Czernowitz eine Kooperation. Zwar sei es bislang zu keinen Angriffen auf die Stadt gekommen. Allerdings werde ein hoher Zuzug an Flüchtlingen erwartet, auf den sich die Stadt vorbereiten muss. Mit den Spenden werde „der Verein in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung Czernowitz die Beschaffung notwendiger Hilfsmaterialien organisieren und auch Hilfe für die in Mannheim ankommenden Geflüchteten aus der Ukraine leisten“, erklärt die Verwaltung und betont, dass es die Möglichkeit gibt, Quittungen für Geldspenden zu erhalten. Zudem habe die Stadt unter 0621/293 3299 eine zentrale Servicestelle für Fragen rund um Spenden, Hilfs- und Unterstützungsangebote eingerichtet.

Fast rund um die Uhr im Einsatz

Auch mit Unterstützung der Caritas sammeln Studentinnen und Studenten Hilfsgüter. Am Freitag können Spenden von 13 bis 16 Uhr vor B6, 30-32 abgegeben werden, teilt Studentin Valerie Smeljanski mit. Neben Hygieneartikeln und medizinischer Versorgung werden Schlafsachen sowie haltbare Lebensmittel jeweils in Tüten und Kartons angenommen. Von Kleidung, bis auf warme Jacken, bittet man abzusehen.

Auch Natice Orhan-Daibel, Gründerin der Bahnhofshelfer Mannheim, ist fast rund um die Uhr auf den Beinen. „Ich habe etwa zehn Sammelstellen, zu denen Leute, die spenden möchten, ihre Sachen bringen können. Kleidung brauchen wir zurzeit nicht mehr.“ Eine der Sammelstellen ist bei Stephanie Büchler, Floristin aus Feudenheim. „Man kann nicht viel tun, aber wenn ich den Leuten helfen kann, zu einer Zahnbürste zu kommen, tu’ ich das.“ Am Abend wurden die Spenden zum Verein Kulturbrücken Jungbusch gebracht, der DUG und Caritas unterstützt.

„Die Administration in der Ukraine hat Listen erstellt, welche Hilfsgüter gebraucht werden“, sagt Hermann Rütermann von den Kulturbrücken. „Wichtig sind technische Dinge wie Heizgeräte, Taschenlampen oder Power Banks für Akkus. Alles für unterwegs wird gebraucht, auch Decken und Camping-Geschirr.“ Eines sollte man nicht tun, erklärt Rütermann: „Auf eigene Faust das Auto vollpacken und losfahren.“ Bis 17. März soll die Aktion der Kulturbrücken nach derzeitiger Planung noch dauern. (mit kge)

Redaktion Reporter in der Lokalredaktion Mannheim & Moderator des Stotterer-Ppppodcasts

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1