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Feudenheim

Gemütliches Feiern am Brunnen

Vielfältige Aktionen zur Geschichte der Landwirtschaft ergänzen das Fest der Bürgergemeinschaft

Von 
Peter W. Ragge
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Der Holzboden hallt gewaltig, als Matthias Wehner zuschlägt, wieder und wieder zuschlägt. „18 000 Körner ergeben einen Sack Mehl“, verdeutlicht er, wie anstrengend es ist, per Dreschflegel Getreidekörner aus den Ähren zu lösen. Der Verein für Ortsgeschichte Feudenheim hat das vergrößerte, erweiterte Brunnenfest der Bürgergemeinschaft nämlich erstmals um zahlreiche historische Beiträge ergänzt.

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Losschlagen mit dem Dreschflegel: Matthias Wehner bei der Vorführung. © Pressefotoagentur Thomas Tröste

„Endlich darf wieder gefeiert werden“, atmet Karlheinz Steiner, der Vorsitzende der Bürgergemeinschaft, bei der Eröffnung erleichtert auf. Viele Bänke sind schon vorher besetzt, längst die ersten Bier gezapft und Bratwürste auf dem Grill, ehe auch dank der Musik der Honeysuckle Twins, die nur mit akustischen Instrumenten Songs der 1970er und 1980er Jahre spielen, so etwas wie südländische Piazza-Atmosphäre unter den schönen Bäumen auf dem Rathausplatz entsteht.

Verlängerung hat sich bewährt

Seit 2010 – aus Anlass der 100-jährigen Eingemeindung Feudenheims – wird hier und nicht mehr auf dem Schulhof vor der Kulturhalle das Stadtteilfest gefeiert, und das bewährt sich gerade an heißen Tagen. Unter den herrlichen alten Platanen rund um die Replik des historischen Ziehbrunnens gibt es schöne schattige Plätze, und das Grillteam des ASV Feudenheim hat schnell viel zu tun, ebenso die Mädchen vom Jugendbund „Steuben“, die für Wurstsalat, Hamburger und Cheeseburger sorgen sowie Schorle mixen.

Danach gönnt sich mancher noch ein Stückchen selbst gebackenen Kuchen am Stand des Ortsvereins der Sozialdemokraten oder Eiskaffee und Obstsalat beim Team vom Theodor-Fliedner-Haus. Die hochprozentigen Cocktails vom ASV sind eher abends bei der Partystimmung zur Musik der Band Acoustic Secret gefragt, aber die Narrebloos-Aktiven – alle in neuen T-Shirts mit dem Aufdruck „I’m from Feidene“ – sind beim Getränkeausschank ständig beschäftigt.

„Sie geben alles für Euch“, dankt Iris Freund, Schatzmeisterin der Bürgergemeinschaft, bei der Eröffnung den vielen Helfern und fordert die Gäste auf, das abwechslungsreiche Angebot auch zu nutzen. Nach den zwei Tagen ist sie sehr zufrieden: „Das Fest konnte locker an 2019 anknüpfen, die Stimmung bei den Besuchern sowie zwischen den Teilnehmern war entspannt und locker, alles friedlich und relaxed“, bilanziert sie. Wegen des Andrangs hätten sich die Vereine gegenseitig ausgeholfen, „ob mit Gläsern, Ketchup oder Getränken“, erzählt sie. „Insgesamt ein gelungenes Fest“, so Iris Freund. Die Ausweitung auf zwei Tage habe sich gelohnt, mache das Fest rentabler und entlaste die Helfer der Vereine, die nicht an einem Tag ab 8 Uhr aufbauen und nach 22 Uhr wieder abbauen müssten. „Alle Vereine waren mit dem zusätzlichen Sonntag sehr zufrieden“, so Iris Freund. Daher „zeichnet sich ab, die beiden Tage zu etablieren“, sagt sie.

„Leute waren sehr interessiert“

Nicht ganz so zufrieden ist Alois Putzer, Vorsitzender vom Verein für Ortsgeschichte. „Es waren weniger Besucher als erwartet“, sagt er. Dabei haben er und viele Aktive eigens für die zwei Tage vom Brunnenfest eine „Zeitreise durch die Landwirtschaft“ mit vier Stationen in der Pfalz- und der Eintrachtstraße konzipiert. Die erste Attraktion ist der Hof der Familie Bohrmann mit der Alten Schmiede, die „Teutonia“-Sänger einst vor der Verschrottung bewahrt, restauriert und hier wieder aufgebaut haben. Nun stehen da auch noch acht alte Traktoren, vier davon eigens von Günter Bonte restauriert. Ein blauer Fendt von 1954 oder ein Hanomag von 1964, dazu natürlich alte Lanz/John Deere-Fahrzeuge – das ist Nostalgie pur.

„Hier kann man dann ein bisschen mitmachen“, lädt Matthias Wehner einen Hof weiter ein, mit einem alten Dreschflegel auf eine nachgebaute Tenne zu hauen, eine Zugsäge auszuprobieren oder mal am Maisrebler zu drehen. Bei Kindern die Attraktion: Die von Martin Straub gebaute Kuh aus Holz, die sie melken dürfen. Schräg gegenüber gibt es dann noch historische Geräte von der Schrotmühle bis zur Puhlpumpe zu sehen, im Vereinshaus drängen sich dann doch oft viele Menschen, um die neu gestaltete Ausstellung zur Geschichte der Landwirtschaft anzuschauen.

„Wir haben schon die ganze Zeit zu tun gehabt, die Leute waren sehr interessiert und wir haben viele gute Gespräche geführt“, sagt Putzer nach den zwei Tagen. Insofern sei das Wochenende „insgesamt erfolgreich“, wenn auch – wohl wegen vieler Parallelveranstaltungen – der erhoffte große Andrang ausblieb. Die Landwirtschaftsausstellung im Vereinshaus in der Eintrachtstraße ist aber noch bis Oktober zu sehen.

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