Partnerschaft - Mäzene spendieren dem Heidelberg-Haus in Montpellier Geld für eine dringend nötige Modernisierung Umbau nach der Sommerpause

Von 
Michaela Roßner
Lesedauer: 
Die Glastür muss ersetzt werden: eine von mehreren dringend anstehenden Modernisierungsmaßnahmen im Heidelberg-Haus in Montpellier. © Hahn

Heidelberg. Viele Heidelberger machen gerade in Südfrankreich Urlaub oder sind nach schönen Tagen dort bereits auf dem Weg zurück. Vom Neckar kommt nun eine gute Nachricht ans Mittelmeer: Die dringend benötigte Modernisierung des Heidelberg-Hauses („Maison de Heidelberg“) in der Partnerstadt Montpellier soll nach den Sommerferien beginnen. Die großzügige Spende zweier Mäzene macht es möglich. Mehr als 40 000 Euro kostet der Umbau.

Ein Haus der Städtefreundschaft

  • Das Maison de Heidelberg (Heidelberg-Haus) in Montpellier ist ein deutsches Kulturzentrum.
  • Montpellier ist die französische Partnerstadt Heidelbergs. Am Neckar gibt es als Äquivalent das Montpellier-Haus (Kettengasse 19).
  • In der Rue des Trésoriers de la Bourse 4 in Montpellier gibt es unter anderem eine deutschsprachige Bibliothek mit 6000 Büchern – die größte deutschsprachige Bücherei der Region.
  • Deutschkurse und Kulturveranstaltungen stehen neben Veranstaltungen auf dem Programm.
  • Die Partnerschaft Heidelbergs mit Montpellier in Südfrankreich war 1961 eine der ersten, die nach dem Krieg gegründet wurde.
  • Fünf Jahre war die Städtefreundschaft alt, als am 27. September 1966 das Heidelberg-Haus öffnete.
  • Für das Heidelberg-Haus in Montpellier und das Montpellier-Haus in Heidelberg (seit 1986) erhielten beide Städte 1993 den De Gaulle-Adenauer-Preis.
  • Es gibt auch Stadtteilpartnerschaften: „La Paillade“ mit dem „Emmertsgrund“ sowie „Les Aubes“ und „Kirchheim“.
AdUnit urban-intext1

10 000 Euro stiftet Mäzen und Kuratoriumsmitglied Dietrich Götze, weitere 10 000 Euro kommen von MLP-Mitbegründer und Kuratoriumsmitglied Manfred Lautenschläger und seiner Stiftung. Damit können die dringendsten Modernisierungsaufgaben angegangen werden.

Dringend sei nämlich einiges, erklärt Wolfram Hahn, Vorsitzender des Trägervereins des Heidelberg-Hauses: Die Beleuchtung der Bibliothek muss erneuert werden, zwei leistungsstarke Computer inklusive Büro- und Grafiksoftware werden benötigt und eine neue Geschirrspülmaschine wird ebenfalls gebraucht.

Um den Sicherheitsvorgaben bei Abendveranstaltungen zu genügen, müssen außerdem 5000 Euro in den Umbau des Eingangs investiert werden – die alte Glastüre lässt sich, wenn sie nicht abgeschlossen ist, von außen öffnen und lädt zum Beispiel Taschendiebe ein. Sie zuzuschließen, geht aber auch nicht, da die Tür als Notausgang vorgesehen ist. Weiterhin ist die Einrichtung eines öffentlichen W-Lan-Hotspots notwendig, damit die Gäste endlich Anschluss an die Datenautobahn finden.

AdUnit urban-intext2

Fünf Jahre war die Städtefreundschaft Heidelberg-Montpellier alt, als am 27. September 1966 das Heidelberg-Haus eröffnet wurde. Die südfranzösische Stadt hatte damals zwei Drittel der Einwohnerzahl Heidelbergs – heute ist sie drei Mal so groß wie die deutsche Partnerkommune (fast 500 000 Einwohner). Für ihren Beitrag zur Verbesserung der deutsch-französischen Beziehungen ist die Einrichtung 1979 mit dem Prix France-Allemagne ausgezeichnet worden. 42 Jahre lang – bis 2012 – leitete Kurt Brenner das Haus. Heute ist es ganz in Frauenhand: Seit April 2017 lenkt Nadine Gruner die Geschicke in Südfrankreich. Gruners Stellvertreterin Janina Gillé und Kurs-Sekretärin Priscille de Larquier bilden mit ihr das junge Führungstrio, das um Volontärin Helena John erweitert wird. Der Kulturbegriff ist bewusst breit gefasst – Straßenkunst gehört genauso dazu wie klassische Lesungen und die Kontaktpflege zu den Hochschulen.

Haus aus der Zeit Ludwigs XIV

Der Trägerverein sitzt in Heidelberg, Präsident Hahn und sein Vorstandsteam möchten seit Monaten die technische Ausstattung der historischen Räume à jour bringen. Das ehrwürdige Gebäude im Zentrum der Stadt ist zu Zeiten Ludwigs XIV gebaut worden. Nun ist das Geld beisammen, um das geschichtsträchtige Haus fit für die Anforderungen der Zukunft zu machen.

AdUnit urban-intext3

Anfang Juli trafen sich Mitglieder des Trägervereins und Heidelberg-Haus-Leiterin Gruner in Heidelberg zur Jahresversammlung in der Alten Aula der Universität. Laut Jahresbericht liegen hinter dem Kulturhaus sehr geschäftige Monate. Neben 25 Deutschkursen sind 1721 Unterrichtseinheiten verkauft und 138 Kulturveranstaltungen organisiert worden: von der Verkostung deutscher Produkte bis zu Vorträgen. 24 Mitarbeiter inklusive Reinigungskräfte und neun Praktikanten kümmern sich um den Betrieb.

AdUnit urban-intext4

Wer übrigens gerade in Südfrankreich unterwegs ist und einen Abstecher nach Montpellier machen möchte: Nach der Sommerpause wird das Heidelberg-Haus zwar erst am 25. August wieder öffnen – aber am Samstag, 10. August, beginnt um 20.30 Uhr ein Konzert junger Musiker des dortigen Konservatoriums mit Kollegen aus Heidelberg und der britischen Partnerstadt Cambridge (Domaine d’O, 178 rue de la Carriérasse).

Redaktion Redakteurin Redaktion Metropolregion/Heidelberg