Blackout ist sehr wahrscheinlich

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Zum Artikel „Angst vor dem Blackout: Wie sicher ist die Stromversorgung?“ vom 26. September:

Das Wirtschaftsministerium betrachtet eine „stundenweise krisenhafte Situation im Stromsystem im Winter 22/23 als sehr unwahrscheinlich“ und beruft sich dabei auf Stresstests mit drei Szenarien. Was mich dabei verwundert ist, dass das wahrscheinlichste Szenario unter den Tisch gekehrt wird. Und dies sieht so aus:

1. Ende Januar 2023 sind die Gasspeicher leer (recht wahrscheinlich).

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2. Es ist ziemlich kalt (nicht so ungewöhnlich im Winter…).

3. Herr Putin hält den Gashahn weiterhin zu (sehr wahrscheinlich).

4. 19,6 Millionen deutscher Haushalte werden mit Gas beheizt (Fakt).

5. In diesen Haushalten wird es kälter (Fakt).

6. Die meisten Haushalte haben einen Heizlüfter. Wenn nur die Hälfte dieser Heizlüfter eingeschaltet werden, belasten circa 10 Millionen Heizlüfter zusätzlich das deutsche Stromnetz!

7. Jeder Heizlüfter hat eine Anschlussleistung von zwei Kilowatt, zehn Millionen Heizlüfter erzeugen also 20 Millionen Kilowatt Zusatzbelastung im Stromnetz, dies sind – umgerechnet – 20 000 Megawatt Stromleistung zusätzlich!

8. Ein großer Kernkraftblock hat eine Leistung von circa 1300 Megawatt, 20 000 Megawatt entsprechen demnach der Leistung von mehr als 15 großen Kernkraftblöcken (die wir nicht mehr haben).

9. Diese Leistung fehlt und kann auch nicht aus dem Ausland beigeschafft werden, da es auch dort kalt ist, Gas fehlt und Strom zum Heizen eingesetzt wird (Fakt).

10. Unser Stromnetz bricht komplett zusammen, wir haben einen MEGABLACKOUT (sehr wahrscheinlich).

Ich hoffe inständig, dass noch ein Wunder geschieht und dieses Horrorszenario nicht eintritt. Auf die kompetente Bewältigung dieses Problems durch unsere Politiker wage ich jedenfalls nicht zu hoffen. Wenn es aber eintritt, ist das Chaos unausweichlich, weil nichts mehr geht (auch alle anderen Heizungen fallen dann aus, weil auch Ölbrenner und Umwälzpumpen ohne Strom stillstehen. Man sollte sich also mit Pullovern und Kerzen eindecken.

Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3C7ZdoG