Das Klima rettet das nicht

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Martin Geiger
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Der Kohleausstieg wird konkret: Das könnte man meinen angesichts der geplanten Stilllegung eines Blocks des Grosskraftwerks Mannheim. Doch Umweltschützer sollten nicht zu früh jubeln. Denn faktisch wird sich zunächst gar nicht so viel ändern.

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Nahezu alle Fachleute erwarten, dass Block 7 als systemrelevant eingestuft wird. Er bleibt somit betriebsbereit, um im Notfall die Versorgung zu garantieren. Und das vermutlich so lange, bis die Stromtrassen vom windreichen Norden in den Süden fertig sind. Damit wird sich seine zukünftige Rolle aber gar nicht so sehr von der unterscheiden, die er in den vergangenen Jahren bereits spielte, als er nur relativ selten in Betrieb war. Eine entscheidende Menge CO2 wird also nicht eingespart. Damit ist dieser Schritt auch nicht der Durchbruch beim Kohleausstieg.

Für diesen ist vielmehr entscheidend, dass die Bundesregierung die Hürden beim Ausbau der erneuerbaren Energien endlich überwindet. Windräder-Abstandsregelungen und Solardeckel sind hier die Stichwörter. Für das GKM und seine Beschäftigten selbst wiederum ist die Entscheidung der Anteilseigner über die Zukunft des Kraftwerks zentral. Doch auch diese wird wohl erst fallen, wenn der Bundestag den Kohleausstieg per Gesetz geregelt hat. Der Durchbruch lässt also weiter auf sich warten.

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