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Verbraucher

Durch Energieberatung Strom sparen

Schließen Mieter ihren ersten Stromvertrag ab, sollten sie nicht den Energiebedarf des Vormieters als Maßstab nehmen, sondern eigene Berechnungen vornehmen

Von 
Sabine Meuter
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Unkel/Bremen. Raus aus dem Hotel Mama, rein in die erste eigene Wohnung. Vor dem Einzug müssen junge Leute aber einiges regeln. Dazu gehört auch, sich in Sachen Stromverbrauch gründlich zu informieren. Wer hier nicht aufpasst, riskiert gerade als Neumieterin oder als Neumieter mit der Jahresabrechnung eine deftige Nachzahlung. Worauf nun beim Strom achten?

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Wohnung kritisch besichtigen

Auch wenn die Wohnung eine gute Lage hat und toll geschnitten ist: „Mietinteressenten sollten sie sich unbedingt kritisch ansehen“, rät Leonora Holling, Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher mit Sitz in Unkel. Zieht es in dem ein oder anderen Raum, etwa, weil die Fenster undicht sind? „Das kann die Energiekosten enorm in die Höhe treiben“, sagt Holling. Zum einen für die Heizung, zum anderen für Strom – denn ohne Strom funktionieren Heizungen nicht.

Weg damit: LED-Leuchten geben auch helles Licht, benötigen aber weniger Strom als herkömmliche Glühlampen und sind somit energiesparender. © Bodo Marks/dpa

Ein weiterer Faktor: Verfügt die Immobilie über einen Aufzug? Damit geht zumeist ebenfalls ein vergleichsweiser hoher Stromverbrauch einher, den der Eigentümer auf alle Mieterinnen und Mieter umlegt. „Für eine Wohnung auf der ersten Etage etwa lohnt sich oft gerade für jüngere Menschen ein Einzug in ein Haus mit Aufzug nicht“, so Holling.

Zählerstand dokumentieren

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Sie haben sich für eine Wohnung oder ein Haus entschieden – und jetzt steht die Übergabe an? Halten Sie unbedingt den Zählerstand schriftlich auf einem Stück Papier fest und lassen Sie ihn vom Vermieter oder von der Vermieterin mit Datum unterschreiben.

Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Zählerstand zu Ihren Ungunsten verändert wird und Sie draufzahlen. „Zusätzlich zur schriftlichen Dokumentation bietet es sich an, den Zählerstand etwa per Smartphone abzufotografieren“, sagt Inse Ewen von der Verbraucherzentrale Bremen. Der Zählerstand ist auch dem Energieversorger schriftlich mitzuteilen.

Monatliche Pauschale beobachten

Der Energieversorger gibt dem Mieter oder der Mieterin eine monatlich zu zahlende Pauschale vor. Wie hoch dieser Betrag ist, hängt unter anderem davon ab, wie viele Personen in der Wohnung oder dem Haus leben. Trotzdem kann es vorkommen, dass der Energieversorger gerade beim ersten Mal die monatliche Pauschale zu hoch oder zu niedrig ansetzt.

Was also tun, um herauszufinden, ob die Pauschale gut kalkuliert ist? „Am besten spätestens vier Wochen nach dem Einzug den Zählerstand erneut ablesen und dem Energieversorger mitteilen“, empfiehlt Ewen. Er kann den Stromverbrauch auf 365 Tage hochrechnen und prüfen, ob die Höhe der monatlichen Pauschale angemessen ist. Gegebenenfalls sollten Mieterinnen und Mieter einen Tarifwechsel in Erwägung ziehen, um Geld zu sparen.

Achtung: Der Energieverbrauch des Vormieters ist mitnichten ein Maßstab für den eigenen Verbrauch – selbst wenn die Personenzahl in dem Haushalt die gleiche ist. „Hat vorher in der Wohnung ein Paar mit Kleinkind gelebt und zieht jetzt eine aus drei Personen bestehende WG mit drei TV-Geräten, drei Laptops und drei Spielekonsolen ein, ist der Stromverbrauch nicht mehr vergleichbar“, sagt Inse Ewen von der Verbraucherzentrale Bremen.

Warmwasser sparen

Eine elektrische Warmwasserbereitung verbraucht Strom. Daher überlegen: Muss das Spülbecken tatsächlich immer bis zum Rand mit warmem Wasser befüllt sein? Oder reicht nicht auch die Hälfte? „Auch kürzer duschen, also etwa das Wasser beim Einseifen ausstellen und sich später nur kurz abduschen, hilft beim Sparen“, so Ewen. Das gilt nicht nur für den Strom, sondern auch fürs Wasser.

Beim Untertischgerät in der Küche lässt sich sparen, wenn Sie das Gerät über Nacht abschalten. Alternativ kann man es auch mit einer Zeitschaltuhr ausstatten, dann muss man das Gerät nicht manuell steuern.

Stromfresser im Blick behalten

„Viele junge Leute bekommen beim Einzug in ihre erste Wohnung von den Eltern einen alten Kühlschrank oder eine Stehlampe aus früheren Zeiten“, sagt Ewen.

Das Problem: Die alten Geräte können einen immens hohen Energieverbrauch haben. Ob das der Fall ist, lässt sich leicht mit einem Strommessgerät feststellen. „Ein solches Gerät kann man in vielen Verbraucherzentralen kostenlos ausleihen“, erklärt Inse Ewen.

Um Energie und damit auch Geld beim Kühlschrank zu sparen, kann es sich lohnen, die Temperatur in dem Gerät mit einem Thermometer zu prüfen. Ist es dort kälter als sieben Grad, sollten Sie das Gerät höher einstellen. Tauen Sie außerdem den Gefrierschrank ab, falls sich dort Eisschichten gebildet haben. Andernfalls erhöht sich der Stromverbrauch.

„Wenn es finanziell möglich ist, sollte man besser die alten Geräte durch neue mit einer hohen Energieeffizienz austauschen“, rät Leonora Holling vom Bund der Energieverbraucher. Checken Sie beim Neukauf den Stromverbrauch eines Geräts.

Energiesparende LED verwenden

LED-Lampen oder -Glühbirnen sind zwar in der Anschaffung zunächst vergleichsweise teuer. Das macht sich aber über Monate und Jahre hinweg bezahlt, indem man Stromkosten spart.

Moderne LEDs verbrauchen nach Angaben der gemeinnützigen Beraterstelle co2online über 80 Prozent weniger Strom als Glühbirnen. „Von einem geringeren Verbrauch profitiert nicht zuletzt auch die Umwelt“, sagt Holling.

Energieberatung einholen

Wer sich unsicher ist, wie sich Strom sparen lässt, kann sich bei der Energieberatung der Verbraucherzentralen kostenlos beraten lassen. „Je besser man sich informiert und alles checkt, desto besser“, erklärt Inse Ewen. dpa

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