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Luftfahrt

Nur 250 statt 2000 Helfer an Flughäfen

Verbände beklagen bürokratische Hemmnisse

Von 
dpa
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Berlin/Frankfurt. Aus der geplanten Soforthilfe gegen das Abfertigungschaos an den deutschen Flughäfen ist vorerst wenig geworden. Statt der angekündigten bis zu 2000 Hilfskräfte aus der Türkei sprechen die Organisatoren nun nur noch von 250 Menschen, die bis Mitte August ihre Jobs antreten könnten. Mit Blick auf die erforderlichen Unterlagen liege man in den „Endzügen“, sagte der Chef des Arbeitgeberverbands Bodenverkehrsdienste (ABL), Thomas Richter, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). An den Flughäfen München, Nürnberg und Frankfurt könnten sie Abhilfe schaffen.

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„Unrealistische“ Vorgabe

Wie Richter kritisierte auch der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) das Verfahren. Die Politik sei zwar guten Willens gewesen, habe aber Bürokratisierungshemmnisse aufgebaut, sagte BDL-Präsident Jost Lammers am Mittwoch. Das habe die Nachfrage nach diesen Aushilfen deutlich verringert, merkte der Münchener Flughafenchef an.

Ausländische Helfer sollen das Chaos an den Flughäfen lindern.

Entscheidend war dem Verband zufolge die „unrealistische“ Vorgabe vom 6. Juli, dass bereits Ende Juli alle erforderlichen Genehmigungen einschließlich der Sicherheitsüberprüfung vorliegen müssten. Allein die Sicherheitsüberprüfung dauere in einigen Bundesländern bis zu sechs Wochen. Aus Sicht des BDL wie auch des Flughafenverbandes ADV könne die Prüfung verkürzt werden, ohne auf Sicherheitsstandards zu verzichten. Laut BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow hat der Bund die Frist inzwischen verlängert.

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Wegen der Personalengpässe an einigen Flughäfen hatte die Bundesregierung die Möglichkeit geschaffen, Aushilfskräfte aus Drittstaaten zu rekrutieren. Dafür wurde pauschal auf die Überprüfung verzichtet, ob es für diese Jobs auch Bewerber aus dem Inland geben könnte. Die Hilfskräfte müssen aber eine Zuverlässigkeitsprüfung durchlaufen. An der Übereinkunft waren die Ministerien für Verkehr, Inneres und Soziales beteiligt.

Neue Lufthansa-Verhandlungen

Unterdessen reden nach dem flächendeckenden Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals die Gewerkschaft Verdi und das Unternehmen wieder miteinander. Begleitet von Protesten einiger Beschäftigter trafen sich die Delegationen am Mittwoch am Frankfurter Flughafen zur dritten Runde der Tarifverhandlungen.

Die Parteien haben sich zwei Tage Zeit genommen, um sich zu den Gehältern und Arbeitsbedingungen für rund 20 000 Beschäftigte zu einigen. Für den Fall einer Nicht-Einigung hat Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle bereits mit weiteren Arbeitskampfmaßnahmen zur Hauptreisezeit gedroht. Sie verlangte, dass Lufthansa ein abschlussfähiges Angebot vorlegt. Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann strebt laut einem intern verbreiteten Interview einen schnellen Abschluss noch in dieser Woche an. Er äußerte Verständnis für den starken Unmut in der Belegschaft. 

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