AdUnit Billboard
Metall- und Elektroindustrie

Erste Tarifrunde ohne Annäherung

Arbeitgeber und Gewerkschaft bekräftigen ihre Forderungen. Im Oktober gehen die Gespräche in der Region weiter

Von 
dpa/jung
Lesedauer: 

Rhein-Neckar. Die erste Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz ist ohne Ergebnis geblieben. Die IG Metall begründete erneut ihre Forderung nach acht Prozent mehr Geld. Indes legten die Arbeitgeber kein Angebot vor und betonten die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die nur gemeinsam bewältigt werden könnten. Die Gespräche für die Region Mitte – dazu gehören Hessen und Rheinland-Pfalz – sollen am 7. Oktober in Landau (Pfalz) fortgesetzt werden. In Baden-Württemberg soll es am 12. Oktober in Kornwestheim bei Stuttgart weitergehen.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1
Ein Gewerkschaftsmitglied hält die Fahne mit dem Logo der IG Metall.

Roman Zitzelsberger, Verhandlungsführer und IG Metall-Bezirksleiter für Baden-Württemberg, erklärte am Mittwochabend: „Es wird die erwartete schwierige Tarifrunde. Südwestmetall behauptet, dass unsere Forderung nach einer Entgelterhöhung in dieser Situation überzogen sei. Das Gegenteil aber ist richtig. Viele Unternehmen verdienen nach wie vor gut, Sonderschichten und Mehrarbeit sind an der Tagesordnung. Entscheidend ist, dass die private Kaufkraft jetzt nachhaltig gestärkt wird.“ Zitzelsberger forderte, die Arbeitgeber müssten einen relevanten Beitrag leisten, um die Beschäftigten zu entlasten und sie an Profiten und Gewinnen teilhaben lassen.

Jörg Köhlinger, Verhandlungsführer für die IG-Metall in der Region Mitte, stellte die hohen Energie- und Lebenshaltungskosten der Beschäftigten den stabilen Gewinnen insbesondere der Autoindustrie gegenüber. Die IG Metall sehe, dass die Arbeitgeber ebenfalls von den stark steigenden Energiekosten betroffen sind, anders als die Beschäftigten könnten sie diese aber größtenteils an Dritte weitergeben. Es sei beschämend, dass Verbandsvertreter in der angespannten Situation Arbeitszeitverlängerungen durchsetzen wollten und den Beschäftigten Verzicht predigten.

„Bis hin zur Existenzbedrohung“

Die Arbeitgeber warnten hingegen vor der drohenden Rezession. Die Produktion liege immer noch zwölf Prozent unter dem Niveau von 2018, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgebergemeinschaft M+E Mitte, Johannes Heger. Rund die Hälfte der Unternehmen könne die von Putins Krieg ausgelösten „absurden“ Preissteigerungen nicht oder nicht in ausreichendem Maße an die Kunden weitergeben. Die Betriebe benötigten jeden Euro für Investitionen dringend. „Wir wollen die aktuellen Krisen bewältigen und dabei die Zukunft der Arbeitsplätze sichern“, sagte Heger.

„Nach wie vor sind die Lieferketten in unserer Industrie noch immer nicht wieder intakt, Materialien und Vorprodukte sind knapp und teuer“, erklärte zudem Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Südwestmetall. „Vor allem aber wird die Entwicklung der Energiepreise für viele Betriebe immer dramatischer. Das geht bis hin zur Existenzbedrohung.“

Die regionalen Entgelt-Tarifverträge in der Branche laufen bundesweit zum 30. September aus. Warnstreiks in den zentralen Branchen der deutschen Industrie wie Auto und Maschinenbau sind nach dem 28. Oktober möglich. dpa/jung

Mehr zum Thema

Wirtschaft Metall- und Elektroindustrie: Das ABC der Tarifverhandlungen

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Tarifrunde IG Metall bekräftigt Forderung von acht Prozent

Veröffentlicht
Mehr erfahren
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1