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Besuch bei SAP

Annalena Baerbock diskutiert bei SAP über IT-Sicherheit

Die Bundesregierung will den Schutz der IT-Infrastruktur ins Zentrum einer künftigen Nationalen Sicherheitsstrategie rücken. Wie das zu erreichen ist, darüber sprach Annalena Baerbock (Grüne) mit SAP-Chef Christian Klein.

Von 
Sabine Rößing
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Außenministerin Annalena Baerbock diskutierte in Walldorf mit SAP-Chef Christian Klein. © Ingo Cordes/SAP

Walldorf. Die Bundesregierung will den Schutz der IT-Infrastruktur ins Zentrum einer künftigen Nationalen Sicherheitsstrategie rücken. Deshalb machte Außenministerin Annalena Baerbock am Sonntag Station bei SAP in Walldorf und sprach mit Konzernchef Christian Klein über Cybersicherheit, globale Lieferketten und den Stand der Digitalisierung in Deutschland.

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„Sie sind wichtig für unser Land, auch als ein Sicherheitsunternehmen“: Baerbock sparte in ihrem Fazit nach ihrem Kurzbesuch bei SAP nicht mit Lob. Das Land brauche im Angesicht immer komplexerer Bedrohungsszenarien ein zeitgemäßes Sicherheitskonzept – und das umfasse längst nicht mehr nur militärische Aspekte, sondern zum Beispiel auch den Schutz vor Cyberangriffen.

Im Dialog mit Bürgern

Die Ministerin sucht in diesen Tagen den Dialog mit Bürgern und Wissenschaftlern, Unternehmen und Verbänden, denn die Bundesregierung will eine Sicherheitsstrategie für das 21. Jahrhundert entwickeln. Dazu gehört es, erst einmal zu definieren, mit welchen Bedrohungen moderne Gesellschaften konfrontiert sind: „Angriffe auf Krankenhäuser, Versorgungsnetze oder die öffentliche Verwaltung könnten im Zweifel einen mindestens ebenso großen Schaden anrichten wie Raketenangriffe“, sagte Baerbock.

In Walldorf sprach die Ministerin mit SAP-Vorstandschef Klein also auch über den Themenkreis Cybersicherheit: Denn die werde neben der Klimakrise auch ein Schwerpunkt der Nationalen Sicherheitsstrategie sein, kündigte die Ministerin an. Deutschland brauche eine resiliente staatliche IT-Infrastruktur. Der Ukrainekrieg und die Flutkatastrophe hätten deutlich gemacht, was passieren kann, wenn solche Systeme ausfallen.

Zur Sprache kam deshalb vermutlich auch das erst im Frühjahr vorgestellte Vorhaben, zusammen mit dem Projektpartner Arvato eine souveräne Cloud-Plattform für Verwaltungen aufzubauen. Mit ihr sollen deutsche Behörden und Ministerien künftig sensible Daten in einer Cloud speichern können und dabei nicht mehr abhängig sein von Netzwerken außerhalb Deutschlands. Datenverarbeitung und der Betrieb sämtlicher Services fänden innerhalb Deutschlands statt, betonte Klein.

Für dieses Projekt habe Baerbock Unterstützung zugesagt, sagte Klein im Anschluss an das Gespräch mit der Ministerin. Für notwendig halten beide außerdem auch Backup-Systeme außerhalb der eigenen Staatsgrenzen. „Wir brauchen Handlungsfähigkeit, um uns gegen Cyberangriffe zu verteidigen“, unterstrich die Ministerin. Dazu müsse aber auch die Bundesregierung Hausaufgaben machen. Es gelte beispielsweise, Kompetenzen zu klären zwischen Bund und Ländern und einen internationalen, völkerrechtskonformen Rechtsrahmen zu schaffen. „Wir brauchen Regeln, welche das Verhalten im Internet definieren“, sagte Baerbock und sprach von einem Recht auf Selbstverteidigung im digitalen Raum.

Beim Rundgang durch das SAP-Experience Center in Walldorf ging es außerdem um die Sicherheit internationaler Liefer- und Produktionsketten. Die globalen Nachschubwege werden immer fragiler. Lieferengpässe, Epidemien, Klimakatastrophen: Gefahren drohen auf vielen Ebenen. Deshalb wird es immer wichtiger, Transparenz zu schaffen und das Geschehen auch im erweiterten Produktions- und Vertriebskreislauf im Blick zu behalten. Unternehmen, die ihren Nachschub schützen wollen, brauchen einen lückenlosen Überblick über Produktionsabläufe und Ressourcen – und zwar entlang der gesamten Lieferkette, bis an deren Ende. Hier erweise es sich als Vorteil, dass sich Millionen von Unternehmen inzwischen auf der Basis von SAP-Lösungen vernetzten können, betonte Klein. Langfristiges Ziel müssten weltweite Standards für die Daten-Sicherheit sein.

Zu einer resilienten Gesellschaft gehört schließlich nicht zuletzt auch das digitale Thema Bildung. Die Pandemie hat schmerzlich sichtbar gemacht, dass Deutschland hier noch aufholen muss, sowohl bei Online-Bildungsangeboten für Schulen, als auch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Auch der Mangel an Fachkräften ist letztlich ein Risiko.

Auch in diesem Bereich wolle sich SAP stärker engagieren, etwa in der Weiterentwicklung von Lern-Plattformen, betonte Klein. Aktuell schaffe der Konzern einen kostenlosen Zugang zu SAP-Lernressourcen für Studierende weltweit, erklärte ein Sprecher. In der sogenannten Student Zone könnten Studenten zugreifen auf Leitfäden Programmierhilfen und sich auf eine Zertifizierung vorbereiten. Ein großer Vorteil für den Berufseinstieg.

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