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Bildung - Pandemiebedingt werden viele Jungen und Mädchen dasselbe Schuljahr noch einmal absolvieren – in den Ferien lassen sich ihre Sorgen nehmen

Kinder stark machen für die Wiederholung

Von 
Ricarda Dieckmann
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Pandemiebedingt entfiel viel Unterricht. Ob freiwillig oder unfreiwillig: Viele Kinder werden dieselbe Klasse noch einmal besuchen. © dpa

Peiting. Ist für ein Kind klar, dass es ein Schuljahr – freiwillig oder unfreiwillig – wiederholen wird, ist das meist schmerzhaft. „Für viele Kinder ist das wie eine Entwurzelung. Sie sind traurig, weil sie Angst haben, ihren alten Freundeskreis zu verlieren“, sagt die Diplom-Pädagogin und Bildungsexpertin Jutta Wimmer.

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Dazu kommt die große Ungewissheit, wie es in der neuen Klasse laufen wird. Finde ich Anschluss? Was, wenn ich abgelehnt werde? Dazu gesellen sich oftmals Gefühle der Scham oder des Versagens. „Sitzenbleiben kratzt für viele Kinder an ihrem Selbstwertgefühl – insbesondere wenn die Angst dazukommt, es im neuen Schuljahr wieder nicht zu packen“, so Wimmer. Kurz: Diese Kinder tragen in dieser Situation einen Rucksack auf dem Rücken, in dem Sorgen viel mehr wiegen als alle Schulbücher zusammen.

Wenn der Nachwuchs den Raum bekommt, das mulmige Gefühl im Bauch in Worte zu übersetzen, kann das Erleichterung schaffen. „Was in Worte gefasst ist, kann man bearbeiten. Es verliert seinen Schrecken“, beschreibt Wimmer. Wichtig ist dann, dass die Eltern die Sorgen annehmen und nicht bagatellisieren. Aussagen wie „Mach dir nicht so einen Kopf – du wirst schon neue Freunde finden“, sind zwar gut gemeint, helfen aber kaum.

Besser ist es, sich im Gespräch mit den Ängsten auseinanderzusetzen und Lösungen zu entwickeln. Dabei ist auch Kreativität gefragt: Quält das Kind das Gefühl, versagt zu haben, kann eine gemeinsame Internet-Recherche Linderung schaffen. „Es gibt viele Promis und erfolgreiche Menschen, die sitzen geblieben sind – man kann dem Kind zeigen, dass es in guter Gesellschaft ist“, schlägt Wimmer vor.

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Geht es um die Angst, die Freunde in der alten Klasse zu verlieren, können Eltern und Kind gemeinsam überlegen, wie die Verbindung gepflegt werden kann.

„Eltern haben eine Haltung zu der Entscheidung, dass ihr Kind eine Klasse wiederholt – sie finden es gut oder eben nicht“, sagt die Lerntherapeutin und Diplom-Pädagogin Uta Reimann-Höhn. Diese Einstellung überträgt sich: Merkt das Kind, dass die Ehrenrunde seinen Eltern Bauchgrummeln bereitet, wachsen auch bei ihm schnell die Zweifel. Ein „Komm, wir packen das gemeinsam“ ist für das Kind hilfreicher, als wenn die Eltern ständig über die Schule oder die Pandemie-Situation schimpfen.

Erste Kontakte knüpfen

Reimann-Höhn plädiert dafür, sich in den Sommerferien mehr um das Wohlbefinden des Kindes als um Lernlücken zu kümmern. „Wenn es der Psyche des Kindes gut geht, fällt der Start ins Schuljahr viel leichter“, sagt Reimann-Höhn. Was sich Eltern und Kind für die Ferien vornehmen können: erste Kontakte zu den neuen Mitschülerinnen und Mitschülern zu knüpfen. tmn

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