Software - Klein für einheitliche Ausstattung an Schulen

SAP-Chef Christian Klein fordert Digitalministerium

Von 
Alexander Jungert
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Christian Klein, Vorstandssprecher des Softwarekonzerns SAP. © dpa

Walldorf. Deutschland kann bei der Digitalisierung aus Sicht von SAP-Vorstandssprecher Christian Klein „definitiv einiges besser machen“. Vor allem bei der IT-Ausstattung in Schulen und Universitäten brauche es flächendeckende Lösungen, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Diese seien mit dem Föderalismus in Deutschland allerdings nicht so leicht vereinbar. „Es kann doch nicht sein, dass eine Schule besser ausgestattet ist, nur weil sie in einem anderen Bundesland oder näher an einem Großunternehmen liegt.“ Unterrichtsinhalte hielten nicht Schritt mit dem schnellen technologischen Wandel. Zudem müsse stärker in die Lehrkräfte investiert werden, „so, dass sie Begeisterung für die neuen Medien ausstrahlen“. Klein sprach sich für ein zentrales Digitalministerium in Berlin aus.

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Die Corona-Warn-App, die der Walldorfer Softwarekonzern gemeinsam mit der Telekom auf den Markt gebracht hatte, verteidigte der 40-jährige Manager gegen Kritik. „Die App funktioniert sehr gut, sie ist eine der besten Apps, die es gibt.“ Indirekt monierte er zu hohe Grenzen durch den Datenschutz. „Sicher ist eine bessere Nachverfolgung manchmal wünschenswert. Dann würden die Menschen mehr Freiheiten schneller zurückbekommen und Geschäfte früher wieder öffnen“, sagte Klein. „Schauen Sie mal, was die Menschen alles in sozialen Netzwerken von sich preisgeben. Diese Realität sollte bei der Abwägung berücksichtigt werden.“

Klein bekräftigte die Strategie von SAP: „Unser Weg in die Cloud ist vorgezeichnet, weg vom Softwareverkauf hin zu Mietlösungen aus dem Netz.“ Das brauche Zeit und habe zunächst Auswirkungen auf Umsatz und Marge, sagte er in Richtung der Investoren. Doch werde SAP als Cloud-Anbieter „eine noch bessere Zukunft“ vor sich haben.

Seit rund einem Jahr steht Klein nach dem überraschenden Abschied von Co-Chefin Jennifer Morgan allein an der Spitze von Europas größtem Softwarekonzern. Seither sei viel passiert. „In der Tat, es war ein aufregendes Jahr, ich habe ein paar graue Haare mehr.“ 

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Redaktion Alexander Jungert, 1980 in Bruchsal geboren, hat beim "Mannheimer Morgen" volontiert und ist seit 2010 Wirtschaftsredakteur. Während des Studiums arbeitete er unter anderem für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und den "Tagesspiegel" in Berlin. Schreibt am liebsten darüber, was regionale Unternehmen und deren Mitarbeiter umtreibt.