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Sebastian Vettel und die offene Zukunftsfrage

Von 
Andreas Reiners
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mid Groß-Gerau - Die spannende Frage: Verabschiedet sich Sebastian Vettel nach dieser Saison? © Aston Martin

Das Gerücht tauchte aus dem Nichts auf. Mehr oder weniger. Denn in der "Silly Season" der Formel 1, der besonders verrückten Zeit der Spekulationen, Verhandlungen und Personalrochaden, ist nichts unmöglich. Und so abwegig ist es auch gar nicht, dass Sebastian Vettel laut BBC mit McLaren in Verbindung gebracht wird. Als Ersatz für Daniel Ricciardo, denn mit dem Australier ist der Traditionsrennstall unzufrieden. Das ist Vettel derzeit auch mit seiner eigenen sportlichen Situation und der generellen in der Formel 1. Weshalb man eine Frage vorab stellen muss: Hat Vettel überhaupt noch Lust auf die Königsklasse?

Er lässt sich im Moment nicht in die Karten schauen. "Die Entscheidung steht noch aus. Aber ich werde in den kommenden Wochen darüber nachdenken", sagte Vettel im Rahmen des elften Saisonrennens in Spielberg zu seiner Zukunft. Zwei Rennen in Frankreich (24. Juli) und Ungarn (31. Juli) stehen noch an, dann geht in die Formel 1 in eine bis Ende August währende Sommerpause, in der die "verrückte Saison" endgültig Fahrt aufnimmt. Jede Menge Zeit für Vettel also, um die Weichen für das kommende Jahr zu stellen.

Mit in die Gedanken einbeziehen wird er natürlich in erster Linie die holprige sportliche Lage bei Aston Martin, denn mal läuft es ansprechend, geht es nach vorne, wirkt die Entwicklung positiv. Dann wieder geht gar nichts, gibt es Rückschläge und viele Fragezeichen. Klar ist: Aston Martin will mit Vettel weitermachen, das hatte Teamchef Mike Krack mehrfach betont. Mit dem Luxemburger versteht sich Vettel gut, das Verhältnis ist vertrauensvoll, die Gespräche sind konstruktiv.

Nette Worte und positive zwischenmenschliche Vibes alleine werden Vettel aber nicht überzeugen. Der viermalige Weltmeister will nicht einfach nur mitfahren wie im Moment, will sich nicht wie in Spielberg mit Zweikämpfen im Mittelfeld aufreiben, um die goldene Ananas fahren. Deshalb hänge es natürlich auch davon ab, in welche Richtung sich das Auto entwickele und wie viel Potential er im Team sehe, so Vettel.

"Ich habe ja schon mehrfach betont, dass ich um Punkte, aber auch um Siege kämpfen will. Ansonsten kommt der Spaß abhanden", so der Deutsche, der seinen letzten Rennsieg im September 2019 in einem Ferrari feierte. Seitdem wartet er darauf, mal wieder ganz oben auf dem Podium zu stehen. Dass dies 2023 im Aston Martin möglich sein wird, bezweifeln aber selbst die kühnsten Optimisten. Aktuell ist er mit 15 WM-Punkten Gesamtvierzehnter.

Daneben wird sich Vettel aber immer öfter die Frage stellen, ob dies ganz generell noch die Formel 1 ist, in der er fahren möchte. Exemplarisch für die Unzufriedenheit steht sein Abgang aus dem Fahrermeeting, für das er mit einer Geldstrafe auf Bewährung belegt wurde. Dass Vettel viele Dinge rund um die Königsklasse missfallen, ist längst kein Geheimnis mehr. Sei es die fehlende Nachhaltigkeit, die fehlende Diversität, das Wegfallen vieler Traditionen oder nicht nachvollziehbare Entscheidungen der Rennleitung.

"In den nächsten Wochen muss ich mir gemeinsam mit meiner Familie darüber klar werden, wie realistisch meine Ziele sind und wie viel Energie ich noch in mir spüre, um gemeinsam mit dem Team weiter zu wachsen", erklärte Vettel. Durch die genannten Faktoren ist auch ein Rücktritt weiterhin eine denkbare Option.

McLaren ist aber keine. Zum einen betonte Ricciardo, auch 2023 bei McLaren zu fahren. Und zum anderen denkt Vettel über einen Teamwechsel "derzeit nicht nach. Aston Martin ist mein erster Ansprechpartner und das Projekt, das ich voranbringen möchte", betonte er. Doch in der Formel 1 weiß man nie, schließlich hat die Silly Season noch gar nicht richtig angefangen.

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