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Dooring-Unfälle gefährden Radfahrer zunehmend

Von 
Solveig Grewe
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mid Groß-Gerau - Zum Schutz aller Verkehrsteilnehmer bedarf es mehr gegenseitiger Rücksichtnahme. © pixabay.com

Nach wie vor sind Autos die größte Gefahr für Radfahrer. Daran erinnert der ACE, Europas Mobilitätsbegleiter, zum Tag der Verkehrssicherheit am 18. Juni. Dabei lassen sich viele Unfälle - vor allem die sogenannten Dooring-Unfälle - bereits durch einfache Maßnahmen und mehr gegenseitige Rücksichtnahme im Verkehr verhindern.

Allein in Berlin kommt es seit 2018 statistisch gesehen jeden Tag zu mindestens einem "Dooring-Unfall", dem Zusammenstoß eines Radfahrers mit der sich öffnenden Tür eines parkenden Autos. Der kann für Radfahrende mit schweren Verletzungen - in einigen Fällen sogar tödlich - enden. Betroffen sind vor allem Verkehrsteilnehmende in den Großstädten, wo viele Fahrräder, Scooter, Motorräder und Autos auf engem Raum zusammentreffen und in denen die Infrastruktur jahrzehntelang auf den Autoverkehr ausgerichtet war.

Radfahrende selbst können einen Dooring-Unfall nur schwer verhindern. Viele Radwege in der Stadt führen direkt an parkenden Autos vorbei. Bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h müssten Radfahrende ca. elf Meter im Voraus sehen, dass jemand aus dem Auto steigen möchte, um noch rechtzeitig bremsen zu können. Wer auf dem Fahrrad sitzt, kann daher oft nur versuchen, das Risiko eines Unfalls zu mindern.

Der ACE empfiehlt Radfahrenden - wenn möglich - immer mind. 80 cm Abstand zu den Autos am Straßenrand einzuhalten, damit eine aufgehende Tür sie gar nicht erst berühren kann. Außerdem gilt es, aufmerksam auf Anzeichen wie eingeschlagene Räder, Brems- und Rückleuchten bei Parkenden Autos zu achten. Auch sichtbare Kleidung und Reflektoren sind hilfreich, um nicht übersehen zu werden.

Dooring-Unfälle verhindern können vor allem diejenigen, die die Autotür öffnen. Beim Aussteigen sollten sie grundsätzlich immer zuerst in den Seitenspiegel und dann über die Schulter schauen, bevor sie die Tür öffnen. Hier hilft der sogenannte Holländische Griff: Dabei wird die Fahrertür mit der rechten Hand geöffnet, der Oberkörper dreht so nach links und der Blick geht ganz automatisch nach hinten. Beifahrerinnen und Beifahrer öffnen ihre Türe entsprechend mit der linken Hand. In den Niederlanden gehört dieses Vorgehen standardmäßig zur Ausbildung in der Fahrschule.

Bei manchen Autos liegen die Griffe bereits so weit hinten, dass der Holländische Griff automatisch angewendet werden muss, um das Fahrzeug zu öffnen. Darüber hinaus gibt es sinnvolle Assistenzsysteme, die die Insassen warnen, wenn sich ein Fahrzeug nähert oder die die Tür für eine Sekunde blockieren.

Um alle Verkehrsteilnehmende im Zuge der Verkehrswende besser zu schützen, braucht es aus Sicht des ACE einen Maßnahmenmix aus besserer Infrastruktur, Fahrzeugtechnik, Gesetzgebung und Mobilitätsbildung. Im Falle der Dooring-Unfälle können aber bereits mehr gegenseitige Rücksichtnahme und das Bewusstsein für andere Verkehrsteilnehmende einen großen Unterschied machen.

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