Im Test

Debüt mit zwei Motoren

Mazda setzt bei seinem neuen Spitzenmodell CX-60 auf Hybride und präsentiert auch neuentwickelte Verbrenner

Von 
Stephan Eisner
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Bullig kommt der neue Mazda CX-60 daher und bildet nicht nur äußerlich die Top-Version des japanischen Herstellers. © Mazda

Mannheim. Der CX-5 ist nicht genug. Mazda erweitert sein Angebot nach oben und präsentiert sein neues Spitzenmodell CX-60. Mit mächtigem Kühlergrill und breitschultrigem Auftritt steigt das im japanischen Hofu gebaute SUV gegen Modelle wie den BMW X3 oder den Audi Q5 in den Ring – und gegen den allgegenwärtigen Trend tut er das nicht als rein elektrisches Fahrzeug. Der CX-60 ist der erste Mazda in Europa mit Plug-in-Hybridantrieb und ist ab Frühjahr auch mit einem neu entwickelten Reihensechszylinder-Dieselmotor verfügbar. Mazda setzt also weiter auf Verbrenner, es ist sogar ein Reihensechszylinder als Benziner geplant – unterstützt von einem 48-Volt-Mild-Hybrid-System.

Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV Takumi

Verbrennungsmotor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 2488 ccm

Leistung: 141 kW / 191 PS

Elektromotor: Permanentmagnet-AC-Synchronmotor

Leistung: 129 kW / 175 PS

Systemleist.: 241 kW / 324 PS

Max. Drehmoment: 500 Nm

Antrieb: Allradantrieb, Achtgang-Automatikgetriebe

Höchstgeschw.: 200 km/h

Beschleunigung: 5,8 Sekunden von 0-100 km/h

Verbrauch pro 100 Kilometer (Werksangaben/WLTP): 1,5 l Benzin + 23 kWh; Testverbrauch: 8,1 l

CO2-Emission: 33 g/km

Länge: 4745 mm, Breite: 1890 mm, Höhe: 1686 mm

Kofferraum: 570 - 1726 l

Leergewicht: 2147 kg

Preis: 55 250 Euro

Serienausstattung: Voll-LED-Scheinwerfer, 12,3-Zoll-Informationsdisplay mit Navigationssystem, Nappaleder, Zwei-Zonen Klimaautomatik, versch. Assistenzsysteme. se

Kodo-Design nennt Mazda seine Linienführung, die mit traditionellen Werkzeugen entworfen wurde. Das findet sich auch im Innenraum wieder, Ahornholz, Nappaleder, japanische Textilien, Chromakzente und detailreiche Nähte an der Instrumententafel verleihen dem Fahrzeug einen edlen Charme. Das Nappaleder ist in der höchsten Ausstattungsvariante „Takumi“ immer weiß – was im täglichen Leben eine ambitionierte Pflege voraussetzt.

Die Platzverhältnisse sind sehr großzügig. Selbst fünf Passagiere klagen nicht über Enge, die beiden auf den bequemen und elektrisch einstellbaren Vordersitzen schon dreimal nicht. Auch beim Gepäck kann jeder die größere Tasche mitnehmen – 570 Liter Ladevolumen sind sehr anständig. Bei umgelegten Rücksitzen entstehen 1726 Liter.

Mit Knöpfen und Schaltern

Anders als die Konkurrenz, die mit riesigen Bildschirmen experimentiert und alles auf eine zentrale Bedienung über den Monitor setzt, bleibt der CX-60 schön konservativ. Hier finden wir Knöpfe und Schalter, die die Bedienung unkompliziert machen. Hier muss niemand den Blick von der Fahrbahn nehmen, um aufwendig die Temperatur zu verstellen. Auf Wunsch sind auch die digitalen Anzeigen hinter dem Lenkrad klassischen Rundinstrumenten nachempfunden und so klar gezeichnet. Und trotzdem fehlt es nicht an pfiffiger Technik. Ist der Fahrersitz samt Lenkrad einmal auf eine Person eingestellt, registriert der Mazda später via Gesichtserkennung, wer Platz nimmt – und stellt alles so wieder ein, wie man es ursprünglich wollte. In den beiden Topausstattungen „Homura“ und „Takumi“ ist diese Alltagerleichterung bei unterschiedlichen Nutzern serienmäßig. Das Fahrwerk des CX-60 ist straff abgestimmt und gibt Unebenheiten der Fahrbahn sehr direkt an das Gesäß weiter. Kurvenhetze mag der CX-60 aber trotzdem nicht, das lassen wir lieber.

Mit dem e-Skyactiv PHEV biegt Mazda erstmal auf den Weg der Plug-in-Hybride und kombiniert einen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit einem starken Elektromotor sowie einer 355-Volt-Batterie mit 17,8 kWh. Die Systemleistung von 241 kW/327 PS und das üppige maximale Systemdrehmoment von 500 Nm klingen vielversprechend. Und auf dem Papier lesen sich die 5,8 Sekunden von null auf 100 km/h sehr gut. Im Alltag jedoch wirkt der Verbrenner eher zäh, die Acht-Gang-Automatik arbeitet dazu nicht ganz ruckfrei. Der CX-60 lädt eher zum Reise als zum Rasen ein. Rein elektrisch sind 63 Kilometer (nach WLTP) – nahezu lautlos – drin. Im Test waren es bei winterlichen Temperaturen rund 50 Kilometer. Zu Hause an der 11-kW-Wallbox ist der Akku nach rund 2,5 Stunden voll. Fährt man mit leerer Batterie im Hybrid-Modus auf längerer Strecke, kommt ein Benzinverbrauch von 8,1 Liter pro 100 Kilometer heraus.

Mazda bietet für Neufahrzeuge eine umfassende sechs Jahre dauernde Garantie an. In der schon üppig ausgestatten Basisausführung kostet der CX-60 46 150 Euro. Mit 9000 Euro Aufpreis für „Takumi“ bleiben dann keine Wünsche offen.

Autor Projektredakteur/Autoredakteur

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