Autounfall: Schuld sind immer die anderen

Von 
Solveig Grewe
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mid Groß-Gerau - Häufigste Ursachen für Autounfälle sind zu schnelles Fahren, Ablenkung und schlechtes Wetter. © Tumisu / pixabay.com

Jeder vierte Autofahrer hat hierzulande in den vergangenen drei Jahren einen Unfall oder eine gefährliche Situation im Straßenverkehr erlebt. Die drei häufigsten Ursachen dafür waren laut einer repräsentativen Studie des Direktversicherers DA Direkt "schlechtes Wetter", "zu schnelles Fahren" und "Ablenkung".

Zehn Prozent der Befragten haben sich sogar schon mal am Steuer geschminkt oder rasiert, ergab die Studie. Aber auch Online-Meetings, Podcasts und das Autoradio können gefährlich werden: "Das nehmen viele gar nicht an, aber es ist tatsächlich ein schmaler Grat zwischen Information / Unterhaltung einerseits und gefährlicher Ablenkung andererseits. Gefährlich wird es fast immer mit dem Smartphone - und selbst wenn es in der vorgeschriebenen Halterung steckt oder die Bluetooth-Einrichtung genutzt wird: Auch das ist nicht ohne Risiko." warnt Bernd Engelien vom Direktversicherer DA Direkt.

17 Prozent der Befragten greifen übrigens bei fast jeder Fahrt zum Handy, bei den 18-bis 29-Jährigen sogar rund jeder Vierte. "Das sind mehr als in allen anderen Altersgruppen, aber es gibt auch eine kleine gute Nachricht: Im Vergleich zum Vorjahr sind es neun Prozent weniger, also eine positive Entwicklung. Offenbar scheint also bei den jungen Menschen ein Umdenken stattzufinden und immer mehr erkennen die enormen Risiken, die das Handy am Steuer mit sich bringt," betont Bernd Engelien.

Viele ließen sich außerdem vom schlechten Wetter, dem unübersichtlichen Verkehrsschilderwald, einer miesen Straßenbeleuchtung oder von auffälligen Werbeplakaten ablenken. "Das größte Unfallrisiko sieht die Mehrheit der Befragten allerdings in anderen Verkehrsteilnehmern. Vor allem in Fahrradfahrern, anderen Autofahrern, Fußgängern und dem öffentlichen Nahverkehr. Diesen wird dann gerne mal die Schuld pauschal zugeschrieben", weiß Bernd Engelien.

Besser wäre natürlich, sein Fahrverhalten auch mal selbstkritisch zu hinterfragen und einen ganz wichtigen Punkt niemals aus den Augen zu verlieren: Beim Autofahren könne jede noch so kleine Ablenkung gefährlich werden. Da sei man schnell im Blindflug, wenn man sich um andere Sachen kümmere. Wer sich gerade auf längeren Strecken nicht mehr richtig konzentrieren könne, solle öfter Pausen einlegen, anhalten, aussteigen, sich ein bisschen bewegen und tief durchatmen - und danach ginge es dann bestimmt ganz entspannt weiter.

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