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Fußball

Mal Titelsammler, mal Tribünenhocker

Hoffenheim hat viele Leistungsträger in den vergangenen Jahren verkauft. Nicht alle wurden danach glücklich

Von 
Florian Huber
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Firmino (großes Bild) feierte große Erfolge in Liverpool, Kerem Demirbay (kleine Bilder v.l.) ist in Leverkusen nur Mitläufer, Joelinton startete in Newcastle mit Verspätung durch und Nico Schulz hat in Dortmund keine Perspektive mehr.

Sinsheim. Alexander Rosen betont es nicht ohne Stolz in der Stimme und immer wieder: „Bei den Transfererlösen der vergangenen Jahre sind wir die Nummer eins in Deutschland“, sagt Hoffenheims Sportdirektor. David Raum (für mehr als 26 Millionen Euro zu RB Leipzig) hat sich auf Rang vier der teuersten Abgänge des Fußball-Bundesligisten geschoben. Was ist aus den anderen millionenschweren Abgängen geworden? Ein Überblick.

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Joelinton (44 Millionen Euro/2019/Newcastle United)

Als er aus Brasilien kam, sei er „körperlich noch unreif“ gewesen, blickt Rosen aufs Jahr 2015 zurück. Nach zwei Lehrjahren bei Rapid Wien kehrte er als „richtige Maschine und Vollathlet zurück“ (Rosen), startete voll durch (20 Torbeteiligungen) und wurde ein Stürmer, den sich Newcastle United 44 Millionen Euro kosten ließ. Mit dem Erwartungsdruck hatte der schüchterneBrasilianer so seine Probleme. „Ich war der teuerste Einkauf des Vereins und der Druck wuchs jeden Tag. Jeder hat von mir Tore erwartet“, hat der Brasilianer neulich dem englischen Fußballmagazin „FourFourTwo“ gesagt. Die Tore, sie wollten nicht fallen. Zehn in 104 Spielen, das ist keine 44-Millionen-Mann-Quote. „Die erste Saison war hart, die zweite auch“, erinnert sich Joelinton. In der vergangenen Runde entwickelte sich der 1,86-Meter-Mann in einen Mittelfeldspieler in defensiverer Rolle, der damit ligaweit beeindruckte. Auch weil er mit einem eigenen Taktik-Analysten arbeitet. „Irgendwie ist das ganz natürlich passiert“, sagt Joelinton, der mittlerweile in neuer Rolle vom Buhmann zum Fan-Liebling geworden ist und dessen Wert für den neureichen Club längst nicht mehr in Toren bemessen wird. Der Renner dabei: Hawaii-Hemden mit dem Joelinton-Konterfei. „Ich habe auch eins“, sagt der 25-Jährige.

Roberto Firmino (41 Millionen Euro/2015/FC Liverpool)

Der Stammplatz, den der 30-Jährige lange als Leistungsträger im Starensemble von Jürgen Klopp besaß, ist in der vergangenen Saison verloren gegangen. Abschiedsgedanken gibt es deshalb keine: „Ich liebe diese Mannschaft, die Stadt und die Fans. Ich bin hier in Liverpool und ich möchte bleiben“, hat der offensivstarke Brasilianer zuletzt gesagt. Das hört auch sein Mentor Klopp gern nach sieben Titeln in sieben gemeinsamen Jahren seit 2016. „Bobby ist essenziell für uns, Herz und Seele dieser Mannschaft“, sagt Klopp über Firmino, der sich auch in Hoffenheim gegen viele Widrigkeiten durchkämpfen musste, ehe er zu einem Weltklasse-Fußballer reifte.

Kerem Demirbay (32 Millionen Euro/2019/Bayer Leverkusen)

Lässt man die Aktivitäten der Bayern und des BVB außen vor, so ist Kerem Demirbay der zweitteuerste Bundesliga-Transfer zwischen zwei Vereinen der Bundesliga. 32 Millionen Euro sind eine stolze Summe, die Bayer Leverkusen 2019 ausgab. Demirbay spielt eine solide Rolle, mehr allerdings nicht. Die spielprägende Figur ist der Mittelfeldmann allerdings seither nicht geworden, diese Rolle fällt in gesundem Zustand Florian Wirtz zu. Demirbay ist aktuell kein WM-Kandidat, sein Marktwert auf 15 Millionen Euro gesunken.

Nico Schulz (25,5 Millionen Euro/2019/Borussia Dortmund)

Die Parallelen sind vorhanden. Wie David Raum ist Nico Schulz ein Linksverteidiger, dessen offensive Stärken vor allem in einem 3-5-2-System zum Tragen kommen. Trainer Julian Nagelsmann machte aus Schulz einen Leistungsträger und Nationalspieler, den der BVB sich mehr als 25 Millionen Euro kosten ließ. Beim BVB hat er in drei Spielzeiten insgesamt 40 Ligaspiele absolviert, unter keinem Trainer überzeugt. Schulz spielt keine Rolle mehr. „Er weiß das“, sagt BVB-Trainer Edin Terzic. In Dortmund wäre man froh, wenn Schulz (Marktwert noch fünf Millionen Euro) seinen bis 2024 üppig dotierten Vertrag nicht auf der Tribüne absitzen würde.

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