Turf - Frühjahrsrenntag in Seckenheim von vielen Überraschungen geprägt / Drei Siege für Scardino

Favoriten laufen oft hinterher

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sd
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Auf Earl (vorne) ritt Tommaso Scardino einen seiner drei Erfolge in Seckenheim ein. Es war der einzige Favoritensieg – und das nur mit einer Nasenlänge Vorsprung. © Pix

Mannheim. Trainer Marco Klein, sein Stalljockey Tommaso Scardino und auch Stephan Bucher strahlten um die Wette, denn der eigentlich nicht geplante Auftakt der Galopp-Saison auf der Waldrennbahn war ein voller Erfolg. „Es ist alles gut gegangen und wir haben tollen, spannenden Sport gesehen“, sagte der Präsident des Badischen Rennverein Mannheim Seckenheim über einen Tag der Überraschungen, an dem nur ein Favorit gewann und die Lokalmatadore drei Siege, vier zweite, zwei dritte und vier weitere Plätze holten.

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Zu verdanken war die Turf-Veranstaltung Tommaso Scardino. „Mir war im ersten Halbjahr im Südwesten einfach zu wenig los. Weil der erste Renntag erst im Juni stattfinden sollte, hatte ich vor drei Monaten die Idee, selbst einen zu initiieren“, sagt der 26-Jährige, der Gleichgesinnte suchte und diese schnell fand. „Das war gar nicht schwierig, alle waren sofort begeistert“, freute sich gebürtige Italiener aus Pisa über einen „gelungenen Zusammenschluss“ vom Südwestverband mit Vereinen aus Karlsruhe, Saarbrücken und Baden-Baden. Neben weiteren Sponsoren beteiligte sich auch der Verband Deutscher Galopp.

„Ich bin mit dem Verlauf sehr zufrieden, auch wenn ich sehr fokussiert auf meine Rennen war“, trug Scardino mit drei ersten Plätzen einiges dazu bei, dass sein Chef Marco Klein auf der Heimbahn die Siege 97 bis 99 einfuhr. „Meine Bilanz liegt bei 136, etwa 50 davon für Marco.“

Starke Karriere als Späteinsteiger

Eine gute Ausbeute, wenn man bedenkt, dass er als Späteinsteiger 2017 seine Ausbildung zum Pferdewirt bei Klein beendete und längst dessen rechte Hand ist. „Wir machen die Pferdearbeit zusammen, suchen die Rennen aus und ich habe bei der Wahl meiner Pferde freie Hand.“

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Dreimal traf er bei seinen sieben Starts voll ins Schwarze, zweimal wurde er Zweiter, je einmal Dritter und Vierter. Seinen schönsten Moment erlebte er auf dem dreijährigen Osiris, der als Außenseiter siegte. Aber auch auf Gabriele Gauls Earl, der erstmals in Mannheim gewann: als einziger der Favoriten und mit nur einer Nasenlänge Vorsprung.

Deutlicher fiel sein dritter Sieg auf Mr. Gent aus. „Man darf ihn nicht von vorne reiten, denn dann hört er auf“, hielt der Jockey den Neuling lange zurück. Dank seines Speeds, der laut Klein „Angst machen kann“, lief der sechsjährige Wallach noch einen überlegen Vorsprung raus. sd

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