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Grundrente - Bald werden die Bescheide verschickt – viele erfahren erst nach der Einkommensprüfung, ob sie den Aufschlag bekommen

Erste Geringverdiener profitieren

Von 
Basil Wegener
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Geringverdiener, die mindestens 33 Jahre Beiträge eingezahlt haben, erhalten rückwirkend ab 1. Juli einen Grundrentenzuschlag. © dpa

Berlin. Mehr als ein halbes Jahr nach Einführung der Grundrente sollen die ersten Rentnerinnen und Rentnern den Aufschlag bald auf ihr Konto ausgezahlt bekommen. „Wir sind in den letzten Zügen bei der Vorbereitung, und es kann bald losgehen“, sagte der Rechtsexperte der Rentenversicherung, Christoph Schnell, am Dienstag in Berlin. Die ersten Bescheide an Neurentner könnten im Juli verschickt werden. Insgesamt will die Rentenversicherung in diesem Jahr bei sieben bis acht Millionen Rentnerinnen und Rentnern prüfen, ob sie den Aufschlag bekommen.

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Bis Ende 2022 sollen alle 26 Millionen Renten daraufhin überprüft werden. Ausgezahlt wird rückwirkend ab 1. Januar. Damals war der Zuschlag zur Altersrente, Rente wegen Erwerbsminderung oder Rente wegen Todes eingeführt worden. „Dass die Grundrente jetzt ausgezahlt werden kann, ist das Verdienst der Beschäftigten der Deutschen Rentenversicherung“, sagte Anja Piel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Vorsitzende des Vorstands der Rentenversicherung. Schnell sprach von einem „Megaprojekt“ – das „komplizierte, komplexe Gesetz“ der Koalition sei nun zur Umsetzung bereit.

Rund 900 000 Frauen und 400 000 Männer sollen den Aufschlag für langjährige Geringverdiener bekommen. „Es ist kein Antrag erforderlich“, versicherte Schnell. Neurentner sollen in ihren Bescheiden rasch sehen können, ob sie zu den Empfängerinnen und Empfängern zählen. Bestandsrentner, die schon Rente beziehen, sollen nur entsprechende Infos erhalten, wenn sie auch Grundrente bekommen. Im Schnitt soll die Grundrente 75 Euro betragen. Maximal gibt es 418 Euro. Berechnet wird sie individuell.

Grundrente bekommt, wer mindestens 33 Jahre Beiträge für Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit gezahlt hat oder dabei auch Zeiten für Kindererziehung oder Pflege aufweist oder Kranken-, Übergangs- oder Kurzarbeitergeld bezogen hat. Erst ab 35 Jahre gibt es den vollen Zuschlag. Die Grundrente richtet sich an Geringverdiener, aber die Beitragsleistung muss mindestens 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes entsprochen haben. Den vollen Aufschlag erhält zudem nur, wessen Monatseinkommen als Rentner bei maximal 1250 Euro bei Alleinstehenden oder 1950 Euro bei Eheleuten oder Lebenspartnern gelegen hat.

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Ein Beispiel: Für Sabine Meier, die 40 Jahre in einem Erlanger Bekleidungsgeschäft angestellt war, geht die Rentenversicherung unterdurchschnittlichem Verdienst von einer Rente von 1026 Euro aus. Der Grundrentenzuschlag beträgt 52 Euro. Allerdings werden die Einkommen von Meier und ihrem Mann geprüft, die mit zusammen 2000 Euro um 50 Euro über der Anrechnungsschwelle liegen. Diese 50 Euro werden zu 60 Prozent angerechnet: Um diese 30 Euro wird der Zuschlag gekürzt – es bleibt eine Grundrente von 22 Euro übrig. Am Beispiel einer Frau, die 35 Jahre in Ostdeutschland als Pförtnerin gearbeitet hat und auf 814 Euro Rente kommt, sieht man, dass die Grundrente auch deutlich höher liegen kann: Sie erhält 102 Euro Zuschlag – und inklusive Grundrente folglich 916 Euro Rente.

Wenn kein Anspruch auf Grundrente besteht, kann der Rentenbescheid verschickt werden. Sind die Voraussetzungen für Grundrente aber erfüllt, kommt erst noch die Prüfung des Einkommens. Geprüft werden das zu versteuernde Einkommen, der steuerfreie Teil der Rente sowie Kapitalerträge.

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