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ÖPNV

9-Euro-Ticket soll Nachfolger erhalten

Minister Al-Wazir pocht auf mehr Geld vom Bund

Von 
Gerhard Kneier
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Wiesbaden. So viel scheint nach der Landtagsdebatte vom Donnerstag in Wiesbaden klar: Es wird auch in Hessen eine Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket geben. In der Absicht stimmten alle Parteien mehr oder weniger überein, und auch Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) rechnet mit einer Übereinkunft bei den bevorstehenden Verhandlungen von Bund und Ländern. Schließlich sieht er in den hessischen Erfindungen Jobticket, Schüler- und Seniorenticket sozusagen die Väter und Mütter des Flatrate-Angebots.

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Doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Der Preis des Nachfolgetickets ist weiter ebenso unklar wie die Bedingungen dafür. Der Bund müsse sich nicht nur an der Finanzierung des Tickets beteiligen, sondern auch deutlich mehr Geld für die Sicherung und den Ausbau des Angebots im Nahverkehr zur Verfügung stelle, forderte Al-Wazir im Landtag.

Das 9-Euro-Ticket lockte viele Menschen in Busse und Bahnen.

Angesichts steigender Kosten sowohl für Energie als auch Personal drohe sonst sogar eine Einschränkung der Fahrten von Bussen und Bahnen in der Region, warnte er. Vor allem die explodierenden Benzin-, Diesel- und Strompreise machten den Verkehrsverbünden zu schaffen. „Das können Länder und Kommunen nicht alleine schultern“, sagte Al-Wazir.

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dpa
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Schon in diesem Jahr fließen nach seinen Angaben Rekordmittel in Höhe von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro an die drei Verkehrsverbünde in Hessen, die Steigerung der Gelder komme zum größten Teil vom Land. Hessen sei bereit, an einer Nachfolge für das erfolgreiche 9-Euro-Ticket mitzuarbeiten. Voraussetzung sei aber, dass der Bund sein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung einlöse, die Mittel für den öffentlichen Nahverkehr zu erhöhen.

„Das reicht nicht“

Attraktive Ticket-Angebote seien notwendig, um mehr Menschen dauerhaft zum Umstieg vom Auto in Bus und Bahn zu bewegen. „Aber das reicht nicht“, rief Al-Wazir aus und fügte hinzu: „Wir brauchen auch mehr Geld für den Betrieb und Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Denn was hilft das schönste Ticket, wenn der Bus nicht mehr kommt“. Da seien sich im Übrigen alle Bundesländer einig.

Die Bilanz des anfangs umstrittenen 9-Euro-Tickets ist für die Redner von SPD, Grünen und FDP positiv, trotz einiger Kritikpunkte plädierte auch die CDU für eine Nachfolgeregelung. Der FDP-Abgeordnete Stefan Naas sagte, allein die 52 Millionen verkauften Tickets sprächen schon für den Erfolg. Allerdings werde das neue Flatrate-Ticket sicher mehr kosten als 9 Euro. Als realistisch bezeichnete er die vom Bund genannten 69 Euro pro Monat.

Die Linke pochte dagegen auf einer Wiederauflage des 9-Euro-Tickets, Ziel müsse ein Nulltarif im öffentlichen Nahverkehr sein, argumentierte ihr Abgeordneter Axel Gerntke. Die AfD dagegen lehnte hohe Subventionen für den ÖPNV ab. Ihr Parlamentarier Klaus Gagel nannte das 9-Euro-Ticket ein „Strohfeuer“, für das bundesweit 2,5 Milliarden Euro „verbrannt“ worden seien.

Korrespondent

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