AdUnit Billboard
Kultur - Heinz Klee stellt seinen ersten Lyrikband vor / Kritische Auseinandersetzung mit großen gesellschaftlichen Themen

Raus aus dem Hamsterrad

Von 
Frank Kostelnik
Lesedauer: 
Der frühere Leiter der Friedrich-Fröbel-Schule, Heinz Klee, liest im Hospiz „Schwester Paterna“ aus seinem Gedichtband. © Bernhard Kreutzer

Viernheim. Nach mehreren historischen Veröffentlichungen hat der frühere Leiter der Friedrich-Fröbel-Schule, Heinz Klee, seinen ersten Lyrikband vorgestellt. Das Buch unter dem Titel „Denkfragmente“ ist im Buchhandel sowie im Weltladen erhältlich. Der Erlös aus dem Verkauf kommt dem Hospiz „Schwester Paterna“ und der Kinderkrebsnachsorgeklinik in Tannheim bei Biberach zugute.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Zu der kleinen Feierstunde im Garten des Hospizes hatten sich neben Landrat Christian Engelhardt der Viernheimer Musikschulleiter Rúnar Emilsson und der Historiker Herbert Kempf versammelt. Besonders begrüßt wurde Hospizleiterin Janina Otte. Heinz Klee hatte zuletzt unter anderem mit dem Buch „Lust auf Dorf? – Geschichten vom Landleben der 1940er Jahre“ als Autor auf sich aufmerksam gemacht. In seinem 100 Seiten umfassenden Werk „Denkfragmente“ hat der gebürtige Viernheimer nun 55 sehr persönliche Gedichte aus verschiedenen Lebensbereichen zusammengetragen.

Landrat Engelhardt bezeichnete Klee in seiner Laudatio als einen sehr vielseitigen und ganz besonderen Menschen, dessen Leidenschaft die Lyrik sei. Als Mitglied des Kreisausschusses war Klee der Wegbereiter der Schul- und Kreispartnerschaft mit Litauen. „Ich bin ein Schnellleser“, sagte Engelhardt über sich selbst, aber dieser Lyrikband sei nicht zum schnellen Lesen geeignet. „Er stellt eine Provokation dar, die Gedichte sind sperrig, fragmentarisch, ja zum Teil minimalistisch“, stellte der Landrat fest.

Vergleich mit einem Eisberg

Durch die intensive Beschäftigung mit den Gedichten werde der Leser belohnt, erklärte Engelhardt. Die „Gedankenfragmente“ von Heinz Klee seien mit einem Eisberg zu vergleichen, bei dem man beim ersten Hinsehen nur die zehn Prozent des Ganzen über der Wasseroberfläche wahrnehme. Engelhardt kam zu dem Schluss, dass die „reflektierten Gedanken und die Wortgewalt“ von Heinz Klee „Appetit auf mehr“ machten.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Heinz Klee selbst bezeichnete das Schreiben von Gedichten als eine „Befreiung aus dem Hamsterrad der gesellschaftlichen Zwänge und politischen Rücksichtnahmen“. Es sei für ihn gleichzeitig ein „Prozess der Selbstfindung“. Eindrucksvoll rezitierte der Autor das Gedicht „Denk-Fragment“, das dem Band seinen Namen gab. Hierin betont er, sich nicht in einen immer enger werdenden Denk- und Meinungskorridor zwängen lassen, sondern den Mut zum eigenständigen Denken aufbringen zu wollen.

Mit sehr deutlichen Worten begegnet Klee den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Eher philosophisch ist hingegen das Gedicht „Ur-Sprung“, in dem er sich mit der menschlichen Endlichkeit und der Unendlichkeit der Kreisläufe der Natur auseinandersetzt. Anlässe zum Dichten findet Klee auf seinen Reisen – zum Beispiel nach Rom oder nach Biarritz – aber auch im sonntäglichen Gottesdienst und bei politischen Sitzungen. Er lässt kein gesellschaftliches Thema aus und packt gerne heiße Eisen an. Bei so manchem Thema scheint ihn gar der Zorn zu packen. Für den Leser sind die „Denkfragmente“ nicht nur leichte Kost, es gilt auch die eine oder andere Nuss zu knacken.

Freier Autor Geboren 1959 in Mannheim. Abitur 1978 ebenda. Lebt seit 1988 in Viernheim. Seit November 2013 freier Mitarbeiter des Südhessen Morgen

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1