Schriesheim - Im Rathaus gibt es nun ein behinderten- und gendergerechtes WC / Barrierefreier Umbau des Gebäudes abgeschlossen Nach den Türen jetzt die Toiletten

Von 
Gerlinde Gregor
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Die Inklusionsbeauftragte Karin Reichel im neuen barrierefreien WC im Rathaus – für die Betroffenen eine wichtige Erleichterung ihres Alltages. © Gerlinde Gregor

Schriesheim. Was Barrierefreiheit angeht, so hat Schriesheim im Vergleich zu anderen Kommunen die Nase vorn. Seit die Inklusionsbeauftragte Karin Reichel mit der Aufgabe betraut wurde, den öffentlichen Raum in der Weinstadt so weit es geht barrierefrei zu gestalten, hat sich zwischenzeitlich vieles zum Besseren gewandelt. Ampelanlagen wurden auf die Bedürfnisse von Menschen mit Handycap umgestellt, und auch in den kommunalen Liegenschaften tat sich einiges. Wie etwa im Rathaus.

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Der Eingang wurde mit einer Rampe ausgestattet, so dass auch Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe ins Innere gelangen können. Eine weitere Erleichterung war, dass die Eingangstür zum Rathaus mit einem automatischen Türöffner ausgestattet wurde. Wichtige Hilfestellungen.

Doch dann galt es, noch ein weitaus schwierigeres Problem zu lösen. Das Rathaus verfügte über keine barrierefreie Toilette. Der Zugang zur Besuchertoilette im Erdgeschoss war für einen Rollstuhl zu schmal, und auch im Inneren fehlte Platz, um sich bewegen zu können. Es musste etwas geschehen, da waren sich Bürgermeister Hansjörg Höfer und die Inklusionsbeauftragte einig. Und so steht Rollstuhlnutzern und anderen Menschen mit Behinderung im Rathaus nun eine moderne, helle und vor allem barrierefreie Toilette zur Verfügung.

Im Frühjahr 2020 begann die Planung. Dabei stellte sich schnell heraus, dass die Umsetzung alles andere als einfach sein wird. Grund waren die baulichen Gegebenheiten. Die Lösung war dann aber doch recht simpel: Aus ursprünglich zwei recht engen Kabinen im Damenbereich – eine für Besucherinnen und eine weitere verschlossene für Angestellte – wurde eine große barrierefreie „Unisex-Toilette“ mit Wickeltisch.

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Der Innenbereich ist geräumig, so dass sich jede/r Rollstuhlfahrer/in dort problemlos bewegen kann. Wer Hilfe braucht, dem steht ein Alarmknopf zur Verfügung. Das Handwaschbecken ist tiefer gelegt, so dass der Rollstuhl ohne Probleme darunter passt. Ebenso sind Handtuchhalter und Spiegel in für Rollstuhlnutzen passender Höhe angebracht.

Für Mütter (oder Väter), die ihr Baby wickeln müssen, befindet sich an der der Toiletten gegenüberliegenden Wand ein Wickeltisch.

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Karin Reichel: „Wir sind glücklich und stolz, dass wir in unserem Rathaus ab sofort eine behindertengerechte Sanitäreinrichtung haben.“

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