Schriesheim

Heimatbühne meldet sich in Schriesheim eindrucksvoll zurück

Zwei Jahre lang konnten sie nicht auftreten, jetzt haben sie sich mit einem echten Knaller aus der Corona-Pause zurückgemeldet. Die Bergsträßer Heimatbühne unter der Regie von Jürgen Gustke ließ dabei in Schriesheim tief blicken

Von 
Gerlinde Gregor
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Bei „Filous in Dessous“ sind nicht alle Frauen auf der Bühne echt: Für die Zuschauer der Bergsträßer Heimatbühne gab es viel zu lachen. © Gerlinde Gregor

Die Bergstäßer Heimatbühne ist wieder on Stage. Die Laienschauspieler des MGV Eintracht Schriesheim haben die Corona-Zwangspause überlebt und sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit der Inszenierung der Komödie „Filous in Dessous“ in drei Akten attackierten sie die Lachmuskeln der Zuschauer, und das gleich bei mehreren Aufführungen.

Die österreichische Autorin Erika Kapeller hat ein Stück voller Erotik und Sinnlichkeit geschrieben, das Regisseur Jürgen Gustke kurzerhand ins Schriesheimerische übersetzte und ihm so das nötige Lokalkolorit gab, um einmal mehr die hohen Erwartungen eines verwöhnten Publikums zu erfüllen. So gab es Spaß für die Akteure und Massagen für Zwerchfell und Gesichtsmuskulatur – zwei vergnügliche Stunden, die man so schnell nicht vergessen wird.

Gelungene Besetzung

Auch bei der Besetzung der Rollen zeigte Gustke wieder ein gutes Händchen. Die Männer und Frauen spielten nicht nur eine Rolle, sie waren authentisch. „Mein Gott, ist das komisch“, rief gleich zu Beginn eine Zuschauerin und wischte sich eine Lachträne aus dem Gesicht. Sie amüsierte sich köstlich über Robin (Michael Kremer), den Ehemann von Natalie (Sandra Hölzel), einer begnadeten Dessous-Party-Verkäuferin. Statt seine Frau nach der Arbeit liebevoll zu begrüßen, hat er nur seine leiblichen Bedürfnisse im Sinn: „Was gibt es denn zu essen?“

Bei ihrer feucht-fröhlichen Dessous-Party mit reichlich Sekt präsentiert Natalie ihren Freundinnen, der selbstbewussten Annika (Melanie Balmert), der etwas schüchternen Marie (Stefanie Hildenbeutel-Harter) und der spießigen Hausfrau Elsa (Erika Hölzel) die brandaktuellen erotischen Dessous. Als geschäftstüchtige Vertreterin weiß Natalie auch noch den Umsatz mit erotischem Spielzeug zu steigern. Bei der Party geht es hoch her. Da werden amouröse Phantasien geteilt, und Annika lässt sogar ihren gebuchten Callboy Maxime (Jürgen Gustke) kommen. Dieser jedoch wird von Elsa als ihr Ehegatte Max entlarvt. Sie lässt sich am Ende von Max scheiden, entscheidet sich aber für Maxime.

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In geheimer Mission

Natalies chronisch eifersüchtiger Mann Robin (Michael Kremer) verdächtigt sie, ihn zu betrügen, weshalb er sich immer öfter bei seiner Arbeit krank meldet, um sie heimlich zu kontrollieren. Sein Misstrauen wird noch verstärkt, als er seine Frau in inniger Umarmung mit Alberto (Jürgen Mohr), dem italienischen heißblütigen Eiscafé-Inhaber überrascht. In seinem Blutsbruder Herbert (Oliver Hildenbeutel) findet Robin einen Verbündeten.

Beide beschließen, als Frauen getarnt, an der Dessous-Party teilzunehmen, um inkognito etwas über Robins Frau zu erfahren. Herbert gefällt diese Idee, hat er doch einen heimlichen Faible für Frauenkleidung. Als die beiden in Frauenkleidung auf der Bühne erscheinen, grölt das Publikum. „Wenn ich den so sehe“, lachte eine Zuschauerin und deutete auf Robin (Oliver Hildenbeutel), „muss ich an Peter Alexander in seiner Rolle als Charlies Tante denken.“

Happy End für alle

Ende gut, alles gut. Robin vergibt seiner Natalie, Elsa findet Gefallen an ihren Callboy-Mann Maxime, Annika am heißblütigen Italiener Alberto, und Marie verliebt sich in Herbert. Die Gäste in der vollbesetzten KSV-Halle waren begeistert und dankten den Darstellern mit einem tosenden Beifall, der nicht enden wollte. Wer das Stück noch sehen will: Am Sonntag, 15. Januar, um 15.30 Uhr wird es im Weinheimer Stadtteil Rippenweier in der Keltensteinhalle ein letztes Mal gezeigt.

Freie Autorin

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