Indoor-Sport - Nachdem das Areal der ehemaligen Esso-Tankstelle an der Feudenheimer Straße aus dem Rennen ist, läuft die Suche nach einem neuen Standort Skatehalle jetzt im Taylor Park?

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Stefanie Ball
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Auf zur nächsten Standortsuche. Der Plan, eine Skatehalle auf dem Gelände der ehemaligen Esso-Tankstelle an der Feudenheimer Straße zu bauen, wird zwar nicht aufgehen. Der Lenkungskreis „Konversion und Bundesgartenschau 2023“ hat sich gegen eine Halle für Skateboarder, Scooter- und BMX-Fahrer an diesem Ort ausgesprochen. Aber immerhin steht die Stadt „steht dem Projekt aufgeschlossen gegenüber“, wie Pressesprecher Jan Krasko am Montag betonte, nachdem die vorläufige Absage für große Enttäuschung bei den Sportlern gesorgt hatte.

Oli (13) und André (9) auf der Skateanlage im Taylor Park. © Achim Keiper
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„Grundsätzlich begrüßt die Stadt Mannheim die Idee, durch einen Investor eine Skatehalle als Ergänzung des bestehenden Outdoor-Angebots an Skate- und BMX-Anlagen anzusiedeln“, so Krasko weiter. Im Dialog mit dem Investor solle nun ein geeigneter Standort gefunden werden.

Bisher nur Möglichkeiten im Freien

  • Skateboarder, Scooter- und BMX-Fahrer wünschen sich seit vielen Jahren eine Halle, in der sie auch im Winter und bei schlechtem Wetter trainieren können.
  • Die Initiative SAM, „Skater aus Mannheim“, setzt sich für die Belange der Sportler ein. Wer Fragen dazu hat, kann sich an die Kinderbeauftragte der Stadt wenden (Birgit Schreiber, Telefon: 0621/293 36 57).
  • Outdoor-Skateparks gibt es unter anderem auf der Schönau, im neuen Taylor Park auf der Vogelstang und im Bürgerpark in Feudenheim. Ein Areal für Freestyle-Radfahrer bietet in der Oststadt der Verein BMCC am Neckarufer an (Josef-Bußjäger-Weg, www.bmcc.de; Mitgliedschaft notwendig).
  • Der Investor Cliff Rohrbach betreibt eine Indoor-Halle bei Stuttgart; es ist eine von wenigen Hallen für den Sport in Deutschland überhaupt. 

Grünzug als Grund

Der Investor ist Cliff Rohrbach, der bereits in Rutesheim bei Stuttgart die Freestyle Academy betreibt. Im Februar kam er nach Mannheim, traf sich mit Vertretern der Stadt, im März reichte sein Architekturbüro den ersten Entwurf ein. Der Lenkungskreis kam nun aber zu dem Schluss: kein Gebäude an dieser Stelle. Wie Krasko erklärt, wurde erst im Laufe konkreterer Planungen festgestellt, „dass die Anlage mit ihrer Dimension das Areal nahezu vollständig belegen würde“.

Das Gelände an der Feudenheimer Straße ist Teil des Grünzugs Nordost, ein Freiraumkonzept, das vom Luisenpark aus über den Sportpark, die Feudenheimer Au, das Spinelli-Areal (das Kerngelände der Bundesgartenschau) bis hin zu den Vogelstangseen führt – und der soll eben frei und grün sein.

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Der Fachbereich Sport und Freizeit der Stadt hat zeitgleich mit der Absage für das Tankstellengelände eine Alternative vorgeschlagen: den „Taylor Green Business Park“ auf der Vogelstang; dort wurde im vergangenen Sommer eine neue Outdoor-Skateranlage eingeweiht, so dass dies „sehr gut passen könnte“.

Verantwortlich für das Taylor-Areal ist die städtische Entwicklungsgesellschaft MWSP. Der Investor habe sich noch nicht gemeldet, man würde aber „gerne ins Gespräch kommen, um zu prüfen, ob baurechtlich und flächenmäßig ein Grundstück auf dem Taylor Areal in Frage kommen könnte“, erklärte Jessica Haitz von der MWSP. Laut anfänglichen Schätzungen liegt das Investitionsvolumen bei rund zwei Millionen Euro, die Bauzeit im optimalen Fall bei einem halben Jahr.

„Hatten uns schon sehr gefreut“

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Dass eine Skatehalle weniger eine Frage des „ob“, sondern mehr des „wo“ ist, betont derweil Grünen-Stadträtin Nina Wellenreuther: „Die Verwaltung hat gesagt, sie möchte den Bau einer Halle verfolgen, sie sollte jetzt auch ein Grundstück bereitstellen.“ Beim Beteiligungshaushalt im vergangenen Jahr, für den Bürger ihre Ideen einreichen und dann darüber abstimmen konnten, schaffte es die Skatehalle unter die ersten Zehn (von mehr als 180).

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Insgesamt hat die Stadt dafür ein Budget von 500 000 Euro bereitgestellt. Im Falle der Skatehalle kam es jedoch weniger aufs Geld an, dafür war ja schon Investor Rohrbach gefunden. Vielmehr ging es darum, das Thema überhaupt in den Fokus zu rücken. Was gelang: Nach der Entscheidung begann dann die Suche nach einem Grundstück.

Nach dem Aus für das Gelände in Feudenheim heißt es jetzt: weitersuchen. „Wir hatten uns schon sehr gefreut“, zeigt sich Georg Tzevelekos, dessen Kinder begeistert Stuntscooter und Rollerskates fahren,gleichwohl enttäuscht. Durch viel privates Engagement hatte er das Projekt maßgeblich vorangebracht und den Kontakt zum Investor hergestellt. René Börner, Geschäftsführer vom BMCC, ein Verein für Freestyle-Radsport, der ein Outdoor-Trainingsgelände am Paul-Martin-Ufer am Neckar hat, will aber zuversichtlich bleiben: „Das Projekt“, so sagt er „besteht weiter.“

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