Bürgerschaft - Zeichen für das Miteinander

Mannheimer Demokratiepreis zum zweiten Mal ausgeschrieben

Von 
Paula Richter
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Diesen Pokal gibt es beim Mannheimer Demokratiepreis zu gewinnen. Er wird zum zweiten Mal ausgelobt und ist mit insgesamt 5500 Euro dotiert. © EKMA/DEVOS

Ein demokratisches Miteinander zu fördern und zu unterstützen ist besonders in Krisenzeiten wichtig. Zu diesem Zweck wird bis zum 15. Juli zum zweiten Mal der Mannheimer Demokratiepreis ausgeschrieben. Er würdigt Projekte, die sich zivilgesellschaftlich, kreativ und nachhaltig für Demokratie einsetzen.

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Ein Initiatorenkreis um den evangelischen Stadtdekan Ralph Hartmann und Uni-Professorin Heidrun Deborah Kämper zeichnet auch in diesem Jahr wieder vier Preisträger mit einem Preisgeld von 5500 Euro aus. 2018 hatte sich der Kreis sich aus der Großveranstaltung „Für Demokratie, Mitmenschlichkeit und Rechtsstaat“ herausgebildet. Zwei Jahre später wurde der Preis erstmals ausgeschrieben, von 20 Bewerbern wurden am 3. Oktober vier ausgezeichnet.

Auch in diesem Jahr soll die Verleihung wieder am Tag der Deutschen Einheit stattfinden und damit ein Zeichen setzen – für mehr sichtbare Demokratie in der Stadt.

Vielfältige Stadt

„Mannheim ist mit mehr als 170 Nationen eine sehr vielfältige Stadt. Gelungene Integration und ein friedliches Miteinander waren hier schon immer wichtig“, sagt Tim Sperber. Das Vorstandsmitglied der Sportkreisjugend ist seit 2019 Mitglied des Initiatorenkreises. Ihm ist es wichtig, auch den Sport miteinzubringen. „Sport ist mehr als nur Bewegung. Viele Vereine leisten wertvolle Arbeit und tragen durch Sportangebote, aber auch durch ihr soziales Miteinander zu einer vielfältigen Gesellschaft bei.“ Deshalb sei es wichtig, den Sport als größte Jugendbewegung repräsentiert zu wissen. „Die Arbeit der Trainerinnen und Trainer wird so gewürdigt, und die Sportkreisjugend kann den Initiativen des Jugendsports eine Stimme geben“.

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Durch die Vielfältigkeit der eingereichten Bewerbungen gebe es keine exakten Kriterien bei der Auswahl, so Sperber. „Uns ist wichtig, dass die Projekte die Vielfalt der Demokratie spiegeln und einen direkten Bezug zu Mannheim haben.“

Im vergangenen Jahr erhielt den mit 2500 Euro dotierten ersten Preis die Justus-von-Liebig-Schule. Bei ihrem Projekt „Hand drauf“ hängten Schüler auf Druckvorlagen kreativ gestaltete Hände unter dem Motto „Schule ohne Rassismus“ im Schulgebäude auf, die Gesprächsstoff boten. Einen Sonderpreis erhielt die Alevitische Gemeinde Rhein-Neckar-Kreis für ihre Aktion „Colorful is beautiful“ gegen Rechts und Alltagsrassismus.

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„Für viele Mitglieder ist Mannheim Heimat“, sagt Sperber, „Gerade in einer Zeit, in der die Gesellschaft zunehmend auseinanderdriftet, ist es wichtig, sich für ein demokratisches Miteinander einzusetzen“.

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Auch Dekan Hartmann sieht besonders in der Corona-Pandemie die Notwendigkeit, Zusammenhalt und Toleranz zu stärken. „Es ist wichtig, an unseren Grundwerten und Prinzipien festzuhalten.“

Vor allem aber soll das Projekt auch in Zukunft nicht untergehen. Man hoffe, dass der Preis sich in den folgenden Jahren zu einem großen Teil selbst finanzieren könne, sagt Tim Sperber. So gebe es inzwischen auch die Möglichkeit, privat selbst kleinere Beträge zu spenden.