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Mannheimer Demokratiepreis-Sieger: Botschaft gegen Rassismus

Den ersten Mannheimer Demokratiepreis gewann ein Kunstprojekt, das die Vielfalt von Schülerinnen und Schülern und ihre Geschichte(n) zeigt. Nun ist der Preis wieder ausgeschrieben - und ein Preisgeld wartet.

Von 
Lea Seethaler
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Ein künstlerisches Zeichen gegen Rassismus; gestaltet von der Schulgemeinschaft. © Justus-von-Liebig-Schule

Mannheim. „Wo so viele junge Menschen aus verschiedenen Nationen zusammenkommen, entstehen auch immer kulturelle Konflikte. Wir lösen diese Konflikte demokratisch in unserer Schule mit unseren Schülern und Schülerinnen, arbeiten sonderpädagogisch, sozial und erzieherisch“, so Elke Hülter, Technische Oberlehrerin an der Justus-von-Liebig Schule. An diese ging der erste jemals vergebene Mannheimer Demokratiepreis im Jahr 2020. Auch jetzt ist er wieder ausgeschrieben - und der Vielfalt an Einreichungen sind keine Grenzne gesetzt. Bereits vor einigen Tagen hatte der „MM“ die Kampagne „Bock auf Wahl“ vorgestellt, die 2021 gewann.

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Das Justus-von-Liebig-Projekt stärkt die Demokratie auf eine ganz andere Art. Im Vorbeigehen erinnert es daran, das man hier gemeinsam als Menschen zur Schule geht. 1000 Schüler und Schülerinnen gestalteten eine Vorlage mit einer ausgestreckten Hand zum Thema „Schule ohne Rassismus“, viele in den Nationalfarben ihrer Herkunftsländer und andere mit ihren ganz persönlichen Botschaften gegen Rassismus. Das Projekt fand in allen Abteilungen und Klassen statt. „Das Thema Rassismus und was man dagegen tun muss, konnte so in vielen verschiedenen Unterrichtseinheiten mit den Schülern und Schülerinnen bearbeitet werden“, erklärt Hülter. Die gestalteten farbigen Handvorlagen waren auf große Plakate aufgeklebt und wurden dann im Treppenhaus der Schule aufgehängt. Dort können sie immer noch bewundert werden. Hülter betonte in der Bewerbung für das Projekt „Integration, Zusammenhalt, Vielfalt und Toleranz: Die Inhalte unseres schulischen Leitbildes leben wir im Unterricht und mit vielen Projekten“. Mit dem Projekt „Hand drauf!“ wurde man auch als „Schule mit Courage, Schule ohne Rassismus“ ausgezeichnet.

Schülerin Zena kam 2017 als Geflüchtete aus Syrien an die Schule. Sie schildert ihre Gedanken bei der Arbeit an der Hand: „Wir sind alle Menschen. Ich will, dass Menschen in Frieden zusammenleben. Religion, Hautfarbe oder Ideen dürfen nicht als Gründe für Krieg benutzt werden.“

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Und die Justus-von-Liebig-Schule macht stets weiter mit ihrem Engagement für Demokratie: Eine Broschüre zeigt vielfältige Aktionen - vom Einsatz für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern über Engagement in der Flüchtlingshilfe. Bereits nach dem Gewinn des ersten Demokratiepreises war gleich ein nächstes Projekt geplant: Gabionenzaunelemente aufstellen und diese mit von Schülern individuell farbig gestalteten Steinen befüllen. Im fachpraktischen Unterricht „Holztechnik“ dafür Sitzflächen anfertigen und montieren. Ziel: Neue Sitzmöglichkeiten, die Corona-Abstand geeignet sind und Steine, die Geschichten der Schüler mit persönlicher Note zeigen. Ja, so geht „Zusammenhalt und Solidarität in Vielfalt“ im Alltag auch. Passt zur Justus-von-Liebig Schule mit ihren Schülern und Schülerinnen aus mehr als 60 Nationen, die jährlich die Schule besuchen. Etwa als Berufsschüler in ihrer Berufsausbildung. Oder in der dualen Ausbildungsvorbereitung, Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf, um ihren, dem Hauptschulabschluss gleichgestellten Schulabschluss, zu absolvieren. „Ich bin total ergriffen“, sagte die Schulleiterin Marianne Sienknecht damals bei der Preisverleihung. „Wir arbeiten an dem Thema, weil es einfach wichtig ist für uns.“ Und auch die Pädagogin Anne Bizenberger erklärte, der Preis sei eine besondere Würdigung ihrer täglichen Arbeit mit den Schülern für Demokratie, Einheit und Vielfalt.

21 Bewerbungen waren 2020 für den Preis eingereicht worden, aus denen die Jury drei Preisträger sowie einen Extrapreis für sprachliche Leistung vergeben konnte. Der Sonderpreis ging an die Mannheim Cemevi - Alevitische Gemeinde Rhein-Neckar-Kreis und die Alevitische Jugend Rhein-Neckar für ihr Projekt „Color is beautiful“, das sich gegen Rechts und gegen Alltagsrassismus einsetzt: Betroffene hatten dabei ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus eine Sprache gegeben, wie Laudator und Nationaltheater-Schauspielintendant Christian Holtzhauer bei der ersten Verleihung betonte.

Den dritten Preis bekam die Friedrich-List-Schule für ihr Projekt „Kultur des Erinnerns“ zugesprochen. Damit wird die seit 15 Jahren bestehende Demokratiearbeit der Schule und ihre Aufarbeitung der Geschichte gewürdigt. Der zweite Preis ging an die Abendakademie für ihr Theaterstück „Treibholz. Ein Fundstück“, bei dem die Überschreitung von Grenzen für Migranten, Schauspieler und auch für die Zuschauer thematisiert wird.

Weitere Informationen und Videos finden Sie hier.

Redaktion Redakteurin und Online-Koordinatorin der Mannheimer Lokalredaktion

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