Cineplex - Seit einer Woche werden wieder Filme gezeigt / Einhaltung der Corona-Vorgaben funktioniert reibungslos Eindrücke im Mannheimer Cineplex - viele Familien gehen ins Kino

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Leoni Bender
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Ausreichend Abstand im Kinosaal ist kein Problem. © Leoni Bender

Mannheim. „Bitte Abstand halten.“ Und: „Hände sauber halten.“ Würden nicht diese Schilder am Eingang des Cineplex-Kinos stehen, wäre es eigentlich fast wie immer. Doch dann geht es mit Maske die geschwungene rote Treppe hoch und die Besucher werden von einem Mitarbeiter - ebenfalls mit einer Maske - begrüßt. Bevor sie weiter zu Popcorn und Nachos dürfen, werden noch die Hände desinfiziert. Das Einhalten der Abstandsregeln während des Wartens verläuft unproblematisch.

Kino Cineplex zeigt nach Corona-Pause wieder Filme

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Am 4. Juni hat das Kino auf den Planken seine Tore wieder für Filmfans geöffnet. Das Cineplex ist damit einer der wenigen Kinobetriebe in der Region, in denen ein Besuch schon wieder möglich ist. Grund zur Freude bei den Gästen: „Es wurde höchste Zeit“, meint Wolfgang H. (52), der seinen kompletten Namen nicht sagen wollte und sich den Film „Just Mercy“ anschaut. Sein Begleiter Donald Casper (62) lobt die besondere Atmosphäre, die nur über die große Leinwand entstehen kann: „Kino ist einfach immer anders als daheim, selbst wenn man einen großen Fernseher hat - es ist ein ganz anderes Erlebnis“, sagt er.

Auch Frank Noreiks, Geschäftsführer der Mannheimer Filmtheaterbetriebe Spickert, zieht eine Woche nach der Wiederaufnahme des Kinobetriebs eine positive Bilanz: „Grundsätzlich liegen wir mit unserer Entscheidung, dass wir die Kinos schon aufgemacht haben, genau richtig. Wir sehen, dass die Leute extrem dankbar und froh sind - besonders Familien.“ Der große Zuspruch von Familien sei eine positive Überraschung, mit der der Kinobetreiber im Vorfeld nicht gerechnet hatte. „Die Eltern freuen sich, dass sie ihre Kinder mal zwei Stunden beschäftigt bekommen“, meint auch Kinomitarbeiter Marco Piemontese (37), der im Eingangsbereich des Cineplex arbeitet. Das Programm am Nachmittag sei deshalb besonders familienfreundlich gestaltet.

Tickets werden vorab gebucht

Neben Familienfilmen wie „Mina und die Traumzauberer“ oder „Onward: Keine halben Sachen“ am Nachmittag, laufen am Abend hauptsächlich Filme aus der Zeit vor der Corona-Krise. Einer davon ist „Just Mercy“, ein Drama - basierend auf einem wahren Fall - das von Polizeigewalt und Justizwillkür gegenüber Schwarzen in den USA handelt. Eine Thematik, wie sie nicht besser in die heutige Zeit passen könnte.

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Tickets buchen Besucher vorab online und entsprechend der Kontaktbeschränkungen. Plätze nebeneinander sind nur von Angehörigen aus maximal zwei unterschiedlichen Haushalten möglich. Damit der Mindestabstand von 1,50 Meter auch im Kinosaal eingehalten werden kann, bleibt jede zweite Reihe sowie zwei Plätze zwischen den einzelnen Buchungen frei. Die Besucher stört es nicht. Im Gegenteil: „Ich persönlich fand es sogar angenehmer, dass es ein bisschen leerer war, dann hat man wenigstens Platz zum Sachen abstellen“, meint Viola Nöltner (22). Die Studentin hat sich den Film zusammen mit einer Freundin angeschaut und findet die Maskenpflicht auf dem Weg in den Kinosaal unproblematisch: „Dadurch, dass man am Platz die Maske abziehen darf, stört es überhaupt nicht. Und man ist ja mittlerweile auch durch das Einkaufen an das Tragen der Maske gewöhnt.“

In den 137 Minuten, in denen „Just Mercy“ auf der Leinwand flimmert, ist von der Corona-Krise nichts mehr zu spüren. Die Zuschauer werden von der Geschichte so in ihren Bann gezogen, wie es nur die Kinoatmosphäre schaffen kann. Auch für Donald Casper und Wolfgang H. haben die Corona-Beschränkungen keinen Einfluss auf den Kinogenuss. „Ich überlege sogar, ob ich am Samstag nochmal wiederkomme“, freut sich Casper über die Programmauswahl des Kinos - auch, wenn Neuerscheinungen derzeit fehlen. Ein Gewinn kann laut Geschäftsführer Noreiks mit den aktuellen Einschränkungen nur schwer erreicht werden, doch der Kinobetreiber denkt langfristig und schaut optimistisch auf die zweite Jahreshälfte: „Die Signale der Filmverleiher sind positiv, das stimmt zuversichtlich.“

Lob für die Besucher

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Auch Mitarbeiter Piemontese ist zufrieden: „Die Freude, dass wir aufmachen, ist größer als der Widerstand gegen die Auflagen.“ Er lobt die Besucher, von denen sich die meisten sehr umsichtig in Bezug auf die Corona-Beschränkungen verhalten. Aber auch wenn jemand aus der Reihe tanzt und keine Maske trägt, sei das bislang unproblematisch verlaufen: „Wer ertappt wird, reagiert in der Regel verständnisvoll.“ Nach Ende des Films heißt es wieder: Masken auf! Anschließend wird das Kino über einen gesonderten Ausgang verlassen. Alles ist gut ausgeschildert und abgesperrt, dass nicht aus Versehen ein falscher Ausgang benutzt werden kann. Und am Ende gut die Hände desinfizieren.

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