Sicherheitsbefragung - 25 000 Mannheimerinnen und Mannheimer befragt / Sonderumfrage zur aktuellen Corona-Krise / 27 Prozent skeptisch gegenüber Impfungen Angst vor Verbrechen deutlich gesunken

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lia
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Symbolbild © Silas Stein

Ob schriftlich oder online – die Stadt Mannheim hat Bürger und Bürgerinnen erneut gefragt, wie sicher sie sich in ihrer Stadt fühlen. Dazu wurden insgesamt 25 000 zufällig ausgewählte Mannheimerinnen und Mannheimer ab 14 Jahren angeschrieben.

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Die positive Bilanz: Im Vergleich zur letzten Befragung 2016 ist die Kriminalitätsfurcht deutlich gesunken. Der prozentuale Anteil von Befragten, die sich in ihrem Stadtteil ziemlich oder sehr unsicher fühlen, hat sich von 19 auf 13 Prozent reduziert. Am meisten fürchten sich die Befragten nach wie vor vor Straftaten in der Neckarstadt-West und im Jungbusch. „Der Jungbusch schlägt hier aus“, sagt Sicherheitsdezernent Christian Specht. Seine Vermutung: Die zahlreichen Coronaverstöße im Sommer wurden von sensiblen Gruppen als häufige Störungen und damit als Bedrohung wahrgenommen. Trotzdem hat sich der Anteil derer, die Opfer einer Straftat wurden und das angezeigt haben, reduziert. Die größte Gruppe, die sich dafür fürchtet, Opfer eine Straftat zu werden, sind jüngere Frauen mit Migrationshintergrund.

Allerdings hat das Vertrauen in Institutionen zugenommen – am meisten gegenüber der Polizei. „Die größte Zunahme an Vertrauen kann die Politik verzeichnen, wobei das Vertrauen in die Mannheimer Kommunalpolitik sogar noch etwas höher ist als das Vertrauen in die Bundespolitik“, lautet eine Erkenntnis der Befragung. Besonders der städtische Ordnungsdienst wird häufiger wahrgenommen. „Wir haben oft die Corona-Regeln kontrolliert, auch in Gasstätten oder an Silvester. Das fällt auf“, erklärt Specht. 61 Prozent der Befragten hatten in den vorhergehenden sieben Tagen mindestens einmal eine Polizeistreife und 44 Prozent den städtischen Ordnungsdienst wahrgenommen.

Neue Erkenntnisse gibt es auch über neue Betrugsformen. Vergleichsweise viele fallen auf Telefonbetrüger herein. Etwa jeder vierte Befragte wurde innerhalb eines Jahres damit konfrontiert, jedoch nur neun Prozent haben Anzeige erstattet. Über 40 Prozent der über 70-Jährigen waren davon betroffen.

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Auch in Mannheim ist die Internetkriminalität durch die Pandemie gestiegen. Das zeigt sich auch in den Antworten der Befragten: Neun Prozent gaben an, innerhalb eines Jahres Opfer geworden zu sein. 20 Prozent haben den Betrugsfall angezeigt. Die Befragten haben auch zur Corona-Krise Angaben gemacht.

Hohe Akzeptanz von Regeln

In der Umfrage wird die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie unterschiedlich bewertet: Hohe Akzeptanz haben Maßnahmen wie das Verbot größerer Menschenansammlungen, das Tragen einer Maske im Nahverkehr und beim Einkaufen sowie das Einhalten eines Mindestabstands. Bei Besuchen von Verwandten und Freunden sowie bei der Schließung von bestimmen Läden halbiert sich die Akzeptanz. „Das deckt sich nicht mit den Fakten. Das Clustergeschehen zeigt uns deutlich einen Anstieg im privaten und gewerblichen Bereich“, sagt Specht. 27 Prozent der Befragten sind der Schutzimpfung gegenüber skeptisch. Dabei sind diejenigen, die bereit sind, Corona-Regeln zu brechen, auch die, die eine skeptische Haltung gegenüber der Impfung haben. Eine Ausnahme bildet das Geschlecht: Frauen sind eher bereit dazu, Regeln einzuhalten, auch wenn sie die Impfung skeptischer sehen. Danach gefragt, ob sie sich an eine neue Ausgangssperre halten würden, sollten die Infektionszahlen steigen, antworteten 82 Prozent der Befragten mit „ja“.

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Mit den Ergebnissen wollen Stadt und Polizei gezielt langfristig Maßnahmen gegen die Ursachen von Kriminalität entwickeln. „Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass unsere Präventionsphilosophie Früchte trägt“, erklärt Specht. 

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