Nahverkehr - Verkehrsbetriebe tauschen Gleise und Technikanlagen für 16,2 Millionen Euro aus / Neue Verbindung zur Adenauer-Brücke Ausbaupaket beseitigt Engpässe

Von 
Thomas Schrott
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Am Nahverkehrsknotenpunkt Berliner Platz werden die Signalanlagen ausgetauscht. © Thomas Rittelmann

Ludwigshafen. Neue Gleisverbindung zur Adenauer-Brücke, Austausch von maroden Schienen und veralteten Signalanlagen sowie Verbesserungen für Haltestellen: Dies sieht ein umfangreiches Maßnahmenpaket für 2021/2022 vor, das der Hauptausschuss am Montag einstimmig billigte. Mit Gesamtinvestitionen von 16,2 Millionen Euro für den öffentlichen Nahverkehr sollen Engpässe und Schwachstellen beseitigt werden – bevor die jahrelangen Hochstraßenprojekte in Ludwigshafen beginnen. David Guthier (SPD) sprach von elementar wichtigen Investitionen. „Diese können aber nur ein erster Schritt auf dem Weg zu einer Verkehrswende sein.“ Peter Uebel (CDU) ergänzte kurz: „Dem ist nichts hinzuzufügen.“

Investitionen bis 2022

  • Die Verkehrsbetriebe Ludwigshafen (VBL) wollen in diesem Jahr 5,1 Millionen Euro für die Erneuerung der Infrastruktur ausgeben. Für 2022 sind 11,1 Millionen Euro vorgesehen. Dazu zählt eine neue Verbindung von der Bleichstraße zur Adenauer-Brücke.
  • An Investitionen der Rhein-Haardtbahn (RHB) beteiligt sich die Stadt mit insgesamt 700 000 Euro. Der Schwerpunkt liegt auf Bahnübergängen zwischen Oggersheim und Bad Dürkheim, die noch technisch gesichert werden müssen.
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Im Nachfolgenden die einzelnen Maßnahmen:

Verbindung zur Adenauer-Brücke: Gravierende Auswirkungen hat der Abriss der Hochstraße Nord, der ab 2025 beginnen und etwa acht Jahre lang dauern soll, auf das Liniennetz der Straßenbahnen. Denn durch die Großbaustelle am Rathaus wird die Verbindung über die Kurt-Schumacher-Brücke zeitweise eingestellt – und die Ausweichstrecke über die Adenauer-Brücke noch wichtiger. Um das Nadelöhr aufzuweiten, werden neue Gleise von der Bleichstraße direkt zur Rheinbrücke gelegt. Vorteil: Damit müssen die Bahnen nicht mehr den Berliner Platz anfahren.

„Dies ist unerlässlich, um einen effizienten und wirtschaftlichen Bahnbetrieb über diese Zeit anbieten zu können. Ohne diese Maßnahme kommt der Bahnbetrieb im Störungsfall auf den verbleibenden Strecken in der Innenstadt vollständig zum Erliegen“, verdeutlicht die Stadt den Handlungsbedarf.

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Gleisaustausch: Dringend ausgetauscht werden müssen auch stark befahrene Gleisabschnitte wie etwa im Friedenspark und in der Sternstraße. Nach 40 Jahren Dauerbelastung sind die Schienen an ihrer Verschleißgrenze angekommen und zeigen erhebliche Ausplatzungen auf, so die Verwaltung. „Hinzu kommt, dass die Holzschwellen durch den biologischen Verfall eine stabile Gleislage nicht mehr gewährleisten.“ Auch bei den Gleisen am Faktor-Haus an der Auffahrt zur Adenauer-Brücke ist der Verschleiß nach Angaben der Verwaltung sehr hoch. Eine weitere Reparatur durch Aufschweißung sei dort nicht mehr möglich. Gleiches gilt für den Abschnitt am Wittelsbachplatz.

Hauptbahnhof: Stark veraltet ist nach Angaben der Verwaltung die elektrotechnische Ausstattung. Die Anlagensicherheit sowie die technische Verfügbarkeit seien nicht mehr gewährleistet. Daher sei die Erneuerung unumgänglich.

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Haltestellen: In diesem Jahr sollen 20 weitere dynamische Fahrgastinformationen an Haltestellen installiert werden. Nach einem Bescheid zum Sofortprogramm „Green City“ kann die Verwaltung insgesamt 40 elektronische Anzeigetafeln anschaffen. Dabei erhält sie einen Zuschuss von 60 Prozent der Kosten. In einem weiteren Förderantrag mit einer voraussichtlichen Laufzeit bis Ende 2021 können zusätzlich 60 Anzeiger angeschafft werden, so die Verwaltung. Zudem werden beim barrierefreien Ausbau von Haltestellen neue Sitzbänke für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste aufgestellt.

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Elektro- und Wasserstoffbusse: Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) will langfristig Nahverkehrsbusse auf einen alternativen, emissionsfreien Antrieb umstellen. Für die Beschaffung von acht Wasserstoff-/Elektrobussen hat der Bund eine Förderung über 1,9 Millionen Euro zugesagt. Damit die Busse auch tatsächlich eingesetzt werden können, muss eine Ladeinfrastruktur in Ludwigshafen aufgebaut werden. Dies sei ein Beitrag dafür, den Grenzwert für die Stickoxidbelastung im Stadtgebiet dauerhaft einzuhalten.

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