Neujahrskonzert

„Wiener Blut“ und „My Way“ im Schwanensaal

Nach zwei Jahren Coronabedingter Zwangspause bietet der Katholische Musikverein ein buntes Programm zum Start in das neue Jahr. Dirigent Baumer lobt neuen Auftrittsort für dessen Klangfülle

Von 
Dieter Stojan
Lesedauer: 
Birgit Steube begrüßte die Gäste, am Dirigentenpult steht Helmut Baumer. © D. Stojan

Lampertheim. Mit dem Neujahrskonzert des Katholischen Kirchenmusikvereins (KKMV) ist eine liebgewordene Gewohnheit nach Coronabedingter Pause wieder eingekehrt. Einen Unterschied gab es allerdings. Das Konzert fand nicht mehr im Jugendheim der Maria Verkündigung statt, das Haus ist bekanntlich wegen Baufälligkeit geschlossen. Stattdessen erklangen die ersten musikalischen Töne des Jahres im Schwanensaal am Europaplatz.

Pünktlich um 11 Uhr eröffnete das Blasorchester unter Leitung von Helmut Baumer am Sonntag den Melodienreigen mit einem flotten Marsch, ehe die Vorsitzende Birgit Steube die Zuhörer begrüßte. „Schön, dass Sie wieder alle da sind und dass Sie sich entschieden haben, den Jahresbeginn mit uns zu feiern“, waren ihre ersten Worte, ehe sie Bürgermeister Gottfried Störmer (parteilos) und den Ersten Stadtrat Marius Schmidt (SPD) willkommen heißen konnte. Auch Pfarrer Christian Rauch machte seine Aufwartung.

„Wir wollen euch unterhalten“, rief die Vorsitzende den Zuhörern zu und äußerte den Wunsch, viele neue Kontakte mögen zwischen den Gemeinden Maria Verkündigung und St. Andreas geknüpft werden. Zudem warb Steube um neue Mitglieder. „Jeder, der heute seine Mitgliedschaft beim KKMV erklärt, bekommt einen Schwartenmagen geschenkt“, warb die Vorsitzende augenzwinkernd. Auch rief sie zum Loskauf für die Tombola auf, die im Hintergrund des Saals aufgebaut war.

Hausmacher Wurst und Abba

Dann hatten aber erstmals die Musiker das Wort. Melodie auf Melodie ließ das Orchester erklingen und zeigte Spielfreude. Das gebotene Musikprogramm war bunt gemischt und reichte von Marschmusik bis zu moderneren Weisen. So erklangen auf der einen Seite etwa Musikstücke wie „K.u.K.-Infanterieregiment Nr.4“ oder „Wiener Blut“, auf der anderen Seite bekannte Stücke wie „My Way“ von Frank Sinatra oder „Beyond the Sea“ von Bobby Darin.

Als Solistin am Altsaxophon bewies hier Anja Rhode ihr Können, die Zuhörer dankten mit viel Applaus. Auch Thomas Billau konnte mit seinem Trompetensolo bei dem Stück „Tuxedo Junction“ seine Spielfertigkeit demonstrieren. Spielfreude bewies das Orchester auch bei Abba-Melodien und steigerte sich sogar zum gemischten Chor, denn bei dem Lied „Land Tirol“ sang das halbe Orchester den Text mit. Aber nicht nur für die Ohren hatte der Verein gesorgt. Zahlreiche Helfer bedienten die Menschen im Saal mit Rippchen, Kraut oder Leberknödel. Die Neujahrsbrezel durfte natürlich nicht fehlen, und für die von der Silvesternacht noch lädierten Besucher gab es Fischbrötchen.

Die Werbung um Mitglieder von Birgit Steube zeigte indes Wirkung, drei neue Mitglieder, darunter der zwei Jahre alte Niklas Thomas Engelhardt, konnten gewonnen werden. Der Junge gehört somit vielleicht zum musikalischen Nachwuchs. Während der Pause war die Lotterie eine echte Attraktion. Die Lospreise waren moderat, die Gewinne attraktiv. Freunde der Hausmacher Wurst kamen dabei auf ihre Kosten.

Dirigent Helmut Baumer drückte im Gespräch das aus, was wohl alle Musiker in der Pandemiezeit bewegt hatte. „Musikproben per Videodienste sind nur ein Ersatz, Musik muss man körperlich spüren.“ Den Schwanensaal als Spielstätte lobte er trotz beengter Verhältnisse. „Die Akustik ist hier besser, man hört die Instrumente klarer und präziser“, so sein fachmännisches Urteil.

Gleichwohl plant der KKMV wieder ein Konzert. Zurzeit wird über die Wahl der Spielstätte nachgedacht. In der Hans-Pfeiffer-Halle wird es ein mehr weltliches Programm sein, geht man in die Kirche St. Andreas, ist der Charakter der Stücke mehr klassisch, geistlich. „Musiker brauchen immer Ziele“, betonte Baumer, denn irgendwann wolle man sein musikalisches Können auch demonstrieren. Birgit Steube ist der gleichen Meinung.

Sie ist erst einmal froh, dass der Umzug vom Jugendheim in den Schwanensaal mit Notenmaterial und Instrumenten so gut geklappt hat. „Wir waren mutig und haben es gewagt“, sagte sie. Das sei die richtige Entscheidung gewesen.

Freier Autor

Mehr zum Thema

Weihnachtskonzert Wie aus einem Guss musiziert

Veröffentlicht
Mehr erfahren