Einsatz - An der A5 bei Weinheim überprüft die Polizei Lkw-Fahrer – Schwerpunkte sind Alkohol und Drogen Kontrollen sollen Druck machen

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Simone Jakob
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Weinheim. Reihenweise lotsen Polizeimotorräder Sattelzüge mit Kennzeichen aus Bulgarien, Litauen oder Rumänien zu einer Großkontrolle auf den Parkplatz Wachenburg bei Weinheim. Weder der Zeitpunkt der Kontrolle noch die Auswahl der Lastwagen ist zufällig: „Sonntags sind die Parkplätze entlang der A 5 voll und die Fahrer verbringen ihr Wochenende hier. Leider verkürzen sich viele Trucker aus Osteuropa die Wartezeit mit dem Konsum von Alkohol und starten ihre Tour am Montagmorgen mit Restalkohol im Blut“, berichtet Einsatzleiter Fabian Speter. „Wir möchten, dass die Trucker den Kontrolldruck spüren und es sich am Sonntagabend gut überlegen, ob sie noch etwas Hochprozentiges trinken“, hofft der Experte, dass sich die regelmäßigen Aktionen der Verkehrspolizei Mannheim in der Szene herumsprechen.

Katharina Schmidt macht mit Schrotthändler Tobias einen Alkoholtest – er ergibt 0,0 Promille. © Simone Jakob
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„Das geht für mich absolut in Ordnung“, sagt Pjotr aus Polen, der eine Fuhre Motorteile nach Köln bringen will. „Niemand möchte betrunkene Lkw-Fahrer auf der Autobahn“, sagt er und strahlt stolz, als das Prüfgerät 0,0 Promille anzeigt. Gleich einer der ersten Fahrer, die der Trupp überprüft, hat indes noch nachweisbare Werte im Blut: „Es ist zwar nicht sehr viel, aber da er Gefahrgut transportiert, gilt für ihn die 0,0-Promille-Grenze“, betont Speter. Der Laster wird deshalb so lange an die Kette gelegt, bis der Fahrer komplett nüchtern ist. „Alkohol ist eine der Hauptunfallursachen und wenn ein Betrunkener mit seinem 40-Tonner auffährt, bleibt nicht viel übrig. Deshalb machen wir das.“

Großkontrolle bei Weinheim Polizei sucht betrunkene Lkw-Fahrer

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Ladungssicherung im Blick

Natürlich achten die 40 Beamten auch auf Gewicht, Ladungssicherung und Verkehrssicherheit. Souverän dirigiert Uwe Welle von der Schwerlastgruppe einen Sattelzug – der mit einem nagelneuen Holzernter beladen ist – auf die Achswaage. Das Zurr-Material, das das Hightech-Gerät festhält, ist allerdings alles andere als neu: „Die Gurte sind so verschlissen, dass man nicht mal mehr lesen kann, wie viel Gewicht sie halten. Und die total verrosteten Ketten könnten bei einer Vollbremsung reißen“, zählt Siegbert Fröhlich die Mängel auf. Deshalb muss der Fahrer eine Zwangspause einlegen, bis ihm ein Kollege neues Sicherungsmaterial vorbeibringt. „Richtig bitter wird es aber für den Spediteur, denn der Verstoß ist so gravierend, dass der Lohn für die Fracht abgeschöpft wird – und der Betrag liegt deutlich im vierstelligen Bereich“, erklärt Fröhlich, welche Konsequenzen mangelnde Ladungssicherung haben kann.

Ebenfalls nicht glücklich sind die Beamten mit einem Konvoi aus den Niederlanden, den Kradfahrer Andreas Greulich gerade auf den Parkplatz eskortiert. „Alles unter 40 Tonnen ist ein Matchbox-Lkw, aber das ist mal was zum Anfassen“, grinst er und übergibt die Lkw seinen Kollegen. „Die beiden Sattelzüge haben identische Fracht geladen, sind aber nur mit einem Begleitfahrzeug unterwegs, obwohl sie bei der Länge zwei haben müssten. Das ist so sicher nicht genehmigt“, sagt Fröhlich. Obwohl es manchmal Sprachschwierigkeiten gibt, klappe die Verständigung mit Englisch, Händen und Füßen oder einem Internet-Übersetzer meistens ganz gut. „Die wissen genau, was sie zeigen müssen und ob sie jemand kontrolliert, der Ahnung von der Materie hat“, ergänzt Welle. Schlimmstenfalls rufe man bei der direkt Spedition an.

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Gleich nebenan parkt ein Kleinlaster mit offener Ladefläche auf der zwei Bottiche mit Eisenspänen befestigt sind. „Ich bin Schrotthändler und deshalb mit vielen Klischees behaftet, aber bei mir ist trotzdem alles in Ordnung“, sagt Tobias und pustet bereitwillig in das Testgerät. Auch beim freiwilligen Drogentest macht er gerne mit: „Ich finde es total wichtig, dass kontrolliert wird, das dient ja unser aller Sicherheit“, sagt er und berührt mit seinem Zeigefinger die Nase. Anschließend macht Gökhan Yildiz vom Kontrolltrupp den Taschenlampen-Test. „Bei Drogenkonsum lügen die Augen am wenigsten. Aber wir achten natürlich auch darauf, wie jemand spricht und sich bewegt. Beim ihm ist alles unauffällig“, bescheinigt er dem Pfälzer, der nach der Überprüfung seiner Fracht weiterfahren darf.

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