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Zur Baumfällung in Feudenheim

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Zum Artikel „Keine Chance für riesige Rosskastanie“ vom 7. Juni:

Herr Ragge beklagt am Ende seines Kommentars über eine drohende Baumfällung in Feudenheim, „dass das Regierungspräsidium jetzt plötzlich sagt, dass Baumschutz grundsätzlich hinter Baurecht zurückzutreten habe, ist neu und passt nicht zu den Absichtserklärungen der Politiker von Stadt und Land“.

Ja leider, denn diese Erfahrung mussten wir von der SOS-Stadtbaum schon vor etlichen Jahren schmerzhaft erfahren, es ist also weder neu noch plötzlich. Damals ging es um die schönen und gesunden Kastanien (elf Stück), die wegen der Bebauung T 4/5 gefällt wurden. Bei der sogenannten Baumschutzsatzung handelt es sich nämlich nur um eine kommunale Satzung, während das Baurecht nationale/internationale Geltung hat und einklagbar ist. Baurecht schlägt Baumsatzung, ganz einfach.

Wie viele Bäume in den letzten Jahren durch genehmigtes Baurecht (Quast) in der Innenstadt fallen mussten, haben wir in einer großen Fotoausstellung im Stadthaus N 1 der Öffentlichkeit präsentiert. Und ich kann sagen, es waren etliche. Nun sind in der City praktisch alle Flächen dicht bebaut, Ungemach droht noch im Friedrichspark.

Schade, dass man nicht nur jede Menge gesunde Bäume entfernt hat, sondern auch noch einen fetten Querriegel im Postareal/Reichskanzler-Müller-Straße, zur Verhinderung von Frischluftzufuhr in die Schwetzingerstadt, errichtet hat. Nachhaltig, Green Deal und so weiter klingt inzwischen wie Verhöhnung. Und wenn man zudem jede Menge städtische Grundstücke zum Zwecke der Haushaltssanierung veräußert (zum Beispiel Q 6/7 und so weiter) beraubt man sich der zukünftigen Gestaltungsmacht und wird früher oder später zum Spielball von Heuschreckeninvestoren beziehungsweise zum Bettler.

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Karlheinz Sausbier
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Baurecht vor Baumschutz, vor Alter und Würde – auch des Menschen. Ist den Entscheider:innen jegliche Sensibilität abhandengekommen? Sind sie nur noch Verstand gesteuert? Wissen sie nichts von den heilenden Kräften der Bäume? Stellt wenigstens einen Grabstein hin; so viel Platz muss sein. Eugen Roth (1895 bis 1976) muss wohl Ähnliches erlebt haben: „Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk’ es, ein Jahrhundert“.

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Ilse Friedrich
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Nicht der Baum muss weg, sondern die rückständige Bauordnung, auf die sich die Behörde in Karlsruhe beruft. Bei jedem Baum, der gefällt wird, herrscht scheinbar immer noch bei vielen die Meinung: Ist ja nur ein Baum. Wie weit das geht, sieht man in Mannheim, mit dem schlechtesten Hitzewert bundesweit, der auch daher kommt, das es zu wenig grüne Schattenspender gibt.

Dann immer so weiter machen aufgrund einer veralteten Bauordnung, das darf einfach nicht sein. Später einmal werden junge Menschen fragen, warum immer so weiter verfahren wurde. Mit diesen alten herrlichen Bäumen.

Alle Parteien müssen hier aufstehen und endlich schnell etwas gegen den weiter anhaltenden Raubbau an der Natur tun. Da ist die Farbe der Partei egal. Alle wollen und brauchen Natur um sich herum. Um gesund mit erträglichen Temperaturen zu atmen und zu leben. Der Satz eines alten Indianers wird immer dringender und wichtiger (verkürzt): Erst wenn der letzte Baum gerodet ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. Schöne Grüße noch an den Investor.

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Lothar Pernikas
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3O8stAI

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