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Zum Thema Oben-Ohne

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Schwimmstunde in einem Bad in Hannover: In Mannheim wird diskutiert, ob künftig Frauen und Männer oben ohne baden sollen und dürfen. © Julian Stratenschulte/dpa

Zum Artikel „Es sind doch nur Brüste!“ vom 3. September:

Zu dem Artikel möchte ich aus Sicht eines Mannes einige Anmerkungen machen. Das Wichtigste zuerst. Jeder Mann sollte einer Frau IMMER mit Respekt, Wertschätzung, Rücksicht und Höflichkeit gegenübertreten. Egal wie sexy das Dekolleté oder wie kurz der Rock ist. Da gibt es kein Wenn und kein Aber.

In Deutschland gibt es inzwischen eine rege Diskussion, die Bäderordnung so zu ändern, dass Frauen im Schwimmbad wie Männer grundsätzlich oben ohne sein dürfen. Die weibliche Brust soll enttabuisiert und entsexualisiert werden. Aber ist das in unserer Kultur überhaupt möglich? Ich wage dies zu verneinen. Zu den sekundären Sexualmerkmalen gehören unter anderem die Ausprägung des Adamsapfels beim Mann und die Brustbildung bei der Frau. Schon allein die weibliche Brust mit dem Adamsapfel zu vergleichen, würde mich, wäre ich eine Frau, beleidigen. Ich kenne keine Frau, die beim Anblick eines prachtvollen Adamsapfels in Wallung gerät.

Ob es Frau jetzt gefällt oder nicht, die weibliche Brust, ob nackt oder verdeckt, ist für das Gros der Männer ein Blickfang. Anders als die anderen sekundären Geschlechtsmerkmale ist die weibliche Brust ein sexuelles Signalorgan. Warum sonst betonen viele Frauen ihre Brust bewusst. Wenn ich als Mann zum Beispiel durch die Stadt gehe oder im Schwimmbad liege, nehme ich die Frauen mit all ihren körperlichen Attributen wahr. Man kann nicht nichts wahrnehmen und nicht nichts denken. Die Wahrnehmung wird gedanklich in Form eines Kopfkinos verarbeitet. Bei Frauen ist es nicht anders. Wir interpretieren immer!

Eine weitere Frage ist, ob die Entsexualisierung des Busens im Sinne der Frau ist. Der Busen ist berührungsempfindlich, schenkt der Frau schöne Gefühle. Man kennt das ja, dass man sich an allem sattsehen und sattessen kann. Wenn der sexuelle Reiz des Busens dann nur noch dem eines Adamsapfels entspricht, der Mann den Busen links liegen lässt, dann ist es der Frau bestimmt auch wieder nicht recht. Meine Partnerin wäre enttäuscht, würde ich nicht mehr ihre Brüste liebkosen. Was mich interessieren würde, welchen Stellenwert hat denn die weibliche Brust bei Frauen die Frauen lieben? Sind diese Frauen genauso darauf fixiert wie die Männer?

Wegen mir kann die Bäderordnung so geändert werden, dass in Zukunft in Schwimmbädern oben ohne erlaubt ist. Meine Devise lautet dann: Der Gentleman genießt und schweigt.

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Wenn es um etwas so Friedliches und Natürliches geht wie hier, ist Enttabuisierung dringend angeraten. Jedes Baby kennt den Anblick der Brüste durch seine Mutter, aber wir bringen es dahin, dass demselben Kind schon wenige Jahre später Brüste nur noch verdeckt, tabuisiert und entweder Neugier oder Scham erweckend gegenübertreten. Dass dieses wichtige und sinnvolle Körperteil in genauso unterschiedlichen Ausprägungen auftritt wie Nasen oder Hände, sollte jeder junge Mensch erleben können. Mädchen würden sehen, dass sie – egal wie gebaut – nicht allein sind, und Jungen würden erkennen, dass es viel mehr gibt, als einschlägige Medien glauben machen.

Es ist fraglich, ob man den menschlichen Körper gänzlich entsexualisieren kann, aber ganz sicher kann und soll man ihn entsensationalisieren. Mütter könnten ungeniert auf der Schwimmbadwiese stillen, und die oft grotesken Verrenkungen beim Umkleiden blieben allen erspart. Niemand würde doch auf etwas starren, was er schon hundertfach gesehen hat.

Der Schwimmbadaufenthalt in Badehose für alle ist, salopp gesagt, wie die Homo-Ehe: Jede(r) darf, aber keine(r) muss. Anfangs für manche befremdlich, bald für alle alltäglich. Die Erfahrung in den FKK- und Saunabädern geht ja auch dahin, dass Gaffen und Übergriffe weniger von Singles ausgehen, sondern vielmehr von Pädophilen. Dieses Problem ist hier aber gar nicht berührt.

Mithin spricht alles dafür, gleiches Recht für alle Badegäste wenigstens versuchsweise umzusetzen. Zum Vorbild könnte man sich den Schwimmverein am Stollenwörthweiher nehmen, der getrennte Wiesen für die unterschiedlichen Gewohnheiten hat. Wird – wie anzunehmen – beides angenommen, dann bleibt dem Schwimmbadpersonal genaueres Herumschauen oder Abzählen erspart. Nach einer Saison wäre entschieden: Wiese leer – Sache abgelehnt, Wiese belebt – Wahlfreiheit erwünscht. So entspräche es unserer demokratischen Art.

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Ernst Plattner
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Das hieße dann also: Burkini trifft auf „oben ohne“. Echt krasser Kontrast, ey! Und warum soll die weibliche Brust entsexualisiert werden? Das wird nie gelingen – genau wie auch die männliche Brust nicht entsexualisiert ist, nur weil sie im Freibad zu sehen ist. Wer betrachtet einen wohlgeformten männlichen Oberkörper nicht mit Wohlgefallen (und/oder Neid). Aber halt, der ist ja zum Glück entsexualisiert, sonst würd‘ ich ihn ja anspringen! Das Problem ist der mangelnde Respekt: Betrachten – Denken – und Finger weglassen! Wir sollten uns mehr Gedanken darüber machen, dass es künftig noch Gewässer zum Beschwimmen gibt. Oben ohne oder mit.

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Iris Welling
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Info: Originalartikel unter https://bit.ly/3eJnOIx

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