Kommentar Weiteres Geld notwendig

Timo Schmidhuber zur Finanzierung der Suchthilfe

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Timo Schmidhuber
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Die vergleichsweise wenigen sechs Mannheimer Drogentoten im Jahr 2020 sind zunächst mal eine gute Nachricht – auch wenn sich daraus leider kein Trend ableiten lässt. Zu sprunghaft waren die Zahlen in den vergangenen Jahren. Fakt ist aber, dass Mannheim inzwischen zum Glück meilenweit entfernt ist von den Opferzahlen von vor 20 Jahren. 2001 etwa starben 24 Männer und Frauen direkt nach dem Rauschgift-Konsum.

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Ein Grund für diese positive Veränderung ist sicher auch die seit damals umfangreicher gewordene Arbeit der Suchthilfe. Die Investition in Hilfs- und Therapieangebote zahlt sich eben meistens aus, das gilt für den Kampf gegen illegale Drogen genauso wie gegen Alkohol, Zigaretten oder Glücksspiel. Leider reichen den vier Trägern der Suchthilfe in Mannheim – neben dem Drogenverein sind das Caritas, Diakonie und Baden-Württembergischer Landesverband für Prävention und Rehabilitation – ihre Budgets für ihre Arbeit aktuell nicht mehr aus.

Kosten steigen

Die Stadträte diskutieren deshalb an diesem Dienstag im Hauptausschuss des Gemeinderats auf Antrag der CDU-Fraktion über einen Extra-Zuschuss von insgesamt knapp 170 000 Euro für 2021. Für die darauffolgenden Jahre ist zudem ein „dauerhaft tragfähiges“ Finanzierungskonzept geplant, wie es aus dem Rathaus heißt. Das Problem bei der bestehenden Finanzierung ist: Während vor allem die Personalkosten gestiegen sind (was bei tarifgebundenen Arbeitsverträgen auch vollkommen richtig ist), blieben die Zuschüsse an die Träger nahezu unverändert. Deshalb muss die Finanzierung dringend auf eine stabilere Grundlage gestellt werden. Nicht nur, aber auch weil die langfristigen gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie befürchten lassen, dass in Zukunft eher mehr Menschen zu Suchtmitteln greifen.

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Redaktion Redakteur in der Mannheim-Redaktion