Reise

Zauberhafter Balkan: Ein Roadtrip durch Montenegro

Von 
Martin Lewicki
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Raureif überzieht die Uferwiese am Crno jezero im Durmitor-Nationalpark. Montenegro empfiehlt sich auch in der Nebensaison im Frühjahr oder Herbst. © Martin Lewicki/dpa-tmn

Ein Roadtrip, das klingt nach Freiheit. Aber auch nach vielen ermüdenden Stunden hinter dem Steuer. Was aber, wenn das Urlaubsland so klein ist, dass die nächste Sehenswürdigkeit immer schon gleich um die Ecke liegt? Dann bleibt mehr Zeit und Energie für das Ziel selbst. Montenegro ist so ein Land. Der Balkanstaat eignet sich perfekt für eine Rundreise im Mietwagen.

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Mit dem Mietwagen durch Montenegro

Klima und Reisezeit: Die beste Reisezeit für Badeurlaub ist zwischen Juni und September. In den milden Monaten Mai und Oktober sind weniger Touristen unterwegs.

Anreise und Mietwagen: Von verschiedenen deutschen Flughäfen aus gibt es günstige Direktflüge nach Podgorica. Den Mietwagen mit Abholung am Flughafen am besten online mehrere Wochen im Voraus buchen. Für eine Rundreise reichen meist die 1400 Inklusivkilometer. In Montenegro gibt es ein striktes Tempolimit, oft sind nur 40 km/h erlaubt.

Einreise und Corona-Lage: Für Montenegro besteht eine Reisewarnung. Für die Einreise ist ein PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, oder der Nachweis einer Corona-Impfung nötig.

Währung: Obwohl Montenegro nicht zur EU gehört, wird mit dem Euro gezahlt. Für rund zehn Euro bekommt man eine SIM-Karte mit mehreren Gigabyte Datenvolumen.

Tag 1

Von Podgorica an den Skadarsee (40 Kilometer). Die Hauptstadt Montenegros gilt nicht gerade als Schönheit. Deshalb am besten gleich bei der Ankunft am Flughafen das Auto in Empfang nehmen und Podgorica hinter sich lassen. Der Weg in eine völlig andere Welt dauert nur eine halbe Stunde. Der Skadarsee - auch Skutarisee - auf der Grenze zu Albanien ist das größte Binnengewässer des Balkans. In Virpazar starten Bootsausflüge in die einzigartige Seenlandschaft des Nationalparks. Im Anschluss lässt sich in dem kleinen Ort hervorragend speisen. Ein Geheimtipp zum Übernachten ist die benachbarte Gemeinde Donja Seoca. Der Weg dorthin über die einspurige Küstenstraße sorgt für Adrenalinschübe. Belohnung für den wilden Ritt ist ein kleines Dorfidyll in den Bergen.

Tag 2

Über Rijeka Crnojevica nach Budva (80 Kilometer). Die Pracht des Skadarsees und seiner Umgebung offenbart sich am besten auf dem Weg von Virpazar nach Rijeka Crnojevica. Rund eine Stunde ist man auf einer der schönsten Straßen Montenegros unterwegs, bevor man den verträumten Ort erreicht. Mindestens einen Kaffee sollte man sich am gleichnamigen Fluss gönnen, bevor es zum beliebten Aussichtspunkt Pavlova Strana geht. Hier bietet sich der vielleicht schönste Ausblick im Skadar-Nationalpark.

Von hier einfach dem Straßenverlauf bis zur M2-3 folgen, die direkt nach Budva führt. Nach einer Fahrt durch die bergige Landschaft schimmert in der Bucht die Küstenstadt Budva im Sonnenlicht. Besonders atmosphärisch sind Unterkünfte in der Altstadt und in Küstennähe.

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Tag 3

Budva und Sveti Stefan (20 Kilometer). Budva ist ein Touristen-Hotspot, an dem gerne gefeiert wird. Die ummauerte Altstadt versprüht trotzdem Charme. Der Sonnenuntergang ist hier ausgesprochen farbenprächtig. Ein Abstecher zur kleinen, vorgelagerten Insel Sveti Stefan sollte nicht fehlen - ein wahres Postkartenmotiv. Die Fahrt dauert nur eine Viertelstunde, leider ist der Ort selbst mittlerweile ein Luxusresort und nur Hotelgästen zugänglich. Trotzdem lässt sich an den beiden Stränden rechts und links des Eilands baden.

Tag 4

Von Budva nach Kotor (50 Kilometer). Von Budva geht es über Porto Montenegro nach Kotor. So bekommt man den besten Eindruck von der Bucht von Kotor. Von Porto Montenegro führt nämlich eine echte Traumstraße, die Jadranska Magistrala, direkt am Wasser entlang. Kotor ist die vielleicht bekannteste Sehenswürdigkeit Montenegros. Zweitausend Jahre Geschichte präsentieren sich hier malerisch. Am zentralen Platz vor Kotors Wahrzeichen, dem Uhrturm, lässt sich wunderbar eine Limonade schlürfen, bevor es zur Festungsruine geht. Die 1300 Stufen nehmen die meisten gerne in Kauf, um den Blick auf die fjordartige Landschaft genießen zu können. Zum Übernachten empfiehlt sich der Nachbarort Dobrota. Vor allem locken hier kleine Privatunterkünfte am Berghang.

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Tag 5

Lovcen, Perast und Herceg Novi (120 Kilometer). Eine Stunde ist es mit dem Auto von Dobrota in den Nationalpark Lovcen. Nach der Einfahrt in den Nationalpark verengt sich die Straße und wird einspurig. Das erfordert Aufmerksamkeit. Vom Parkplatz am Aussichtspunkt geht es zu Fuß weiter. Rund 460 Treppenstufen führen durch einen Tunnel. Dann erreicht man das Mausoleum des größten montenegrinischen Dichters und Herrschers: Petar II. Petrovic Njegos (1813-1851). Die Aussicht ist unvergesslich.

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Zurück in die Bucht von Kotor. Dort versteckt sich Perast, der wohl romantischste Küstenort Montenegros. Hier kann man idyllisch am Wasser speisen. Anschließend geht es auf der Küstenstraße E65 bis nach Herceg Novi. Der Ort bietet Strände, eine Promenade und eine Altstadt mit Festungsbauten und Amphitheater aus dem 16. Jahrhundert.

Tag 6

Kloster Ostrog und Zabljak (220 Kilometer). Unterwegs von Herceg Novi zum Kloster Ostrog ist die Landschaft zunächst weniger spektakulär. Am Ende wartet jedoch eine acht Kilometer lange Serpentinenstraße hinauf zum Sakralbau auf 900 Metern Höhe. Die schmalspurige Fahrbahn ist nichts für schwache Nerven. Es grenzt an ein Wunder, dass Bischof Vasilije Ostroski im 17. Jahrhundert hier ein Kloster in zwei Höhlen einer senkrechten Felswand errichten ließ. Da man die Serpentinen wieder hinunterfahren muss, schadet ein Gebet nicht. Nun geht es Richtung Zabljak in den Durmitor-Nationalpark, wo sich mindestens zwei Übernachtungen empfehlen.

Tag 7

Der Durmitor und die Tara-Schlucht (20 Kilometer). Zabljak ist mit 1456 Metern der höchstgelegene Ort Montenegros und der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in den Durmitor-Nationalpark. Wer Lust auf eine entspannte Wanderung hat, der sollte zum Crno jezero, dem Schwarzen See. Trotz des Namens schimmert das Gewässer eher smaragdgrün. Unweit von Zabljak befindet sich die spektakuläre Tara-Schlucht. Vom Brojila-Aussichtspunkt blickt man mehr als 1000 Meter in die Tiefe des rund 78 Kilometer langen Canyons. Die Tara ist der längste Fluss Montenegros und formte eine der eindrucksvollsten Schluchten in ganz Europa.

Tag 8

Auf zum Bobotov Kuk (40 Kilometer). Der Durmitor-Nationalpark beherbergt den höchsten Berg Montenegros, den Bobotov Kuk. Für erfahrene Bergwanderer ist der Aufstieg ein Muss. Wer keine Lust auf eine anspruchsvolle Bergwanderung hat, der kommt im Durmitor dennoch auf seine Kosten: Die Straße P14, die von Zabljak nach Sedlo und weiter führt, gehört zu den schönsten des Landes.

Tag 9

Zurück nach Podgorica (180 Kilometer). Die Strecke von Zabljak in die Hauptstadt ist wieder eine Augenweide. Auf der P4 führt sie entlang der Tara. Nach etwa 25 Kilometern erreicht man die Durdevica-Tara-Brücke. In bis zu 150 Metern Höhe spannt sich das spektakuläre Bauwerk über den Fluss. Weiter auf der E65. In Kolasin empfiehlt sich eine Mittagspause. In Podgorica angekommen, versteht man dann etwas besser, warum die Hauptstadt nicht sonderlich beliebt ist.

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