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Wohnen

Flexibler durch gemietete Möbel

Unternehmen, die Angestellten etwa im Ausland Wohnungen bieten, leasen die Einrichtung oft – aber auch für Privatpersonen kann das lukrativ und nachhaltiger sein

Von 
Simone Andrea Mayer
Lesedauer: 

Berlin. Sie haben immer mal wieder Lust auf Veränderung zu Hause und frischen Wind, wollen aber nicht alle zwei Jahre neue Möbel und Einrichtung kaufen? Oder Sie wohnen nur eine Zeit lang an einem bestimmten Ort und müssen die Möbel oder Elektrogeräte dort nicht unbedingt besitzen?

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Schlimmer noch: Man trennt sich vom Partner und damit der gemeinsamen Wohnung samt Einrichtung. Oder das Haus wird in einem Unwetter oder durch einen Brand zerstört. Und nun?

Sie wollen immer mal wieder anders wohnen - aber nicht ständig neue Einrichtung und Möbel kaufen? Mietmöbel könnten hier eine Lösung sein. © Franziska Gabbert/dpa-tmn

Es gibt viele Situationen, in denen neue Möbel und Haushaltsgeräte gefragt sind. Und es gibt Angebote, einzelne Stücke bis hin zur ganzen Einrichtungen für einige Monate bis wenige Jahre zu mieten. Das ist nicht unbedingt immer günstig, Reparaturen sind dafür aber teils inbegriffen.

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Anbieter ist zum Beispiel das Unternehmen Lyght Living. Lässt man sich durch das Unternehmen zum Beispiel zwei Räume für zwei Monate zur Miete möblieren, kostet das ab circa 1570 Euro im Monat. Kommt Kücheninventar und ein Elektropaket aus Fernsehgerät und Waschmaschine hinzu, sind es ab rund 2170 Euro. Eine Bettcouch bekommt man für eine Laufzeit von 36 Monaten schon für rund 22 Euro (Stand August 2022).

Geliefert wird im Notfall schnell – innerhalb von fünf Tagen. Und für normale Abnutzung und Verschleiß muss man keine Folgekosten fürchten. Die Durchschnittsmietdauer liegt bei zwei Jahren, sagt Daniel Ishikawa, Geschäftsführer von Lyght Living. „Wobei die Extreme groß sind: Wir haben Mieter für drei bis vier Jahre, die den Durchschnitt hochtreiben. Viele mieten aber nur für einen Monat.“

Bei dem Anbieter In-Lease liegt die durchschnittliche Mietdauer der Möbel und Einrichtung bei 36 Monaten. „Es kommt immer wieder vor, dass die Möbel im Anschluss auch gekauft werden“, sagt Najoua Atri, Leiterin der deutschen und schweizerischen Niederlassung. Das Unternehmen vermietet zusätzlich auch Bettwäsche, Handtücher, Geschirr und Dekorationen. Und das Unternehmen bietet an, alle Mietteile und Möbel auch in der Wohnung hübsch zu arrangieren, bevor die Mieter einziehen.

Das liegt an der Zielgruppe des Unternehmens: Kunden von In-lease seien vor allem Firmen, die für ihre Mitarbeiter, die etwa aus dem Ausland nach Deutschland ziehen, Wohnungen besorgen und einrichten lassen, so Najoua Atri von In-Lease. Ähnliche Mietangebote machen inzwischen auch große Hersteller von Haushaltsgeräten. Über Mieles Programm namens Upgreat kann man für sechs Monate, ein oder zwei Jahre Geräte für Küche, Waschen und Reinigen sowie Kaffeeautomaten mieten.

Die derzeit günstigste Miete liegt monatlich bei 10,99 Euro für einen Staubsauger. Am meisten kostet mit 41,99 Euro pro Monat ein Backofen (Stand August 2022). Im Preis enthalten sind die Lieferung, etwa bei Großgeräten wie Herd, Ofen und Waschmaschine die Installation und möglich anfallende Reparaturen der gemieteten Geräte. Ähnlich funktioniert der Service BlueMovement von BSH Hausgeräte. Es werden zum Beispiel Spül- und Waschmaschinen, Trockner, Kühl- und Gefrierschränke, aber auch Staubsauger, Küchenmaschinen und Kaffeemaschinen der BSH-Marken Bosch und Siemens mit einer Mindestlaufzeiten von drei oder zwölf Monaten vermietet.

Das günstigsten Mieten kosten 13,99 Euro, das teuerste angebotene Produkt ist derzeit ein Kaffeevollautomat für 29,99 Euro im Monat (Stand August 2022). Reparaturen, wenn es sich um Abnutzungserscheinungen durch normale Nutzung handelt, sind im Mietpreis inbegriffen und wurden bereits kalkuliert. Genauso die Lieferung, Installation und später die Abholung nach Mietbeendigung.

Angesprochen von solch flexiblen Mieten und Möbeln auf Zeit fühlen sich vor allem Pendlerinnen und Pendler, die an einem Ort leben und einem anderen arbeiten, berichtet der Möbelvermieter Daniel Ishikawa. Aber eine recht neue Zielgruppe entdeckt die Möbelmiete gerade für sich: Menschen, die ressourcenschonender leben wollen und dafür lieber mieten.

„Wir merken ganz deutlich, dass vermehrt Menschen an unseren Möbeln interessiert sind, die ihre Einrichtung zwar häufiger verändern möchten, aber nicht alle zwei Jahre auch neue Möbel kaufen wollen. Menschen, die sagen, das wäre nicht nachhaltig“, so Möbelvermieter Daniel Ishikawa. „Damit ist der Altersdurchschnitt unserer Kunden deutlich jünger geworden.“

Geräte werden aufbereitet

Auch die Hausgerätevermieter richten sich mit ihrem Online-Angebot eher an junge Leute. Sie werben mit Flexibilität etwa bei Umzügen, versprechen schnelle und unkomplizierte Lösungen bei Problemen. Und sie setzen auf das Schlagwort Nachhaltigkeit.

So hat sich BSH mit seinem Vermietungsangebot zum Ziel gesetzt, „ein funktionierendes Modell der Kreislaufwirtschaft aufzubauen, bei dem Geräte, Komponenten und Materialien so lange wie möglich genutzt – und wieder verwendet – werden“, heißt es vom Unternehmen. Ähnliches kommt von Miele: „Ziel ist, die Geräte möglichst lange im Mietmodell zu halten und so den Gedanken der Kreislaufwirtschaft zu unterstützen und im Ergebnis Ressourcen zu schonen.“

Den Kundinnen und Kunden versprechen diese Anbieter: Geht ein Haushaltsgerät oder Möbelstück nach Vertragsende zurück an den Hersteller, wird es dort gereinigt und überholt und gegebenenfalls repariert. Anschließend kann es der nächste Interessent mieten. dpa

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