Pandemie Uniklinik Mannheim dementiert Falschnachricht zu Corona-Impfung

Von 
Katharina Koser
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Haupteingang der Uniklinik Mannheim. (Archiv) © Blüthner, UMM, dpa

Mannheim. In sozialen Medien wie Facebook und WhatsApp wird derzeit eine Falschnachricht verbreitet, laut der es nach Impfungen gegen das Coronavirus bei Mitarbeitern der Kinderstation des Universitätsklinikums Mannheim zu „heftigen Nebenwirkungen“ gekommen sei.

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Das Klinikum selbst hat dazu bereits auf Facebook Stellung genommen und sämtliche Behauptungen in dieser Nachricht widerlegt: Die Krankenversorgung in der Kinderklinik des Universitätsklinikums Mannheim laufe „ganz normal“. Weit über 100 Mitarbeiter seien geimpft worden, „die Zahl der Krankgeschriebenen (ob geimpft oder nicht) ist auf dem normalen Niveau“. Es seien bei den Impfungen „keine unerwarteten Nebenwirkungen oder schwerwiegenden Impfreaktionen aufgetreten“.

Überschrieben ist die Falschnachricht mit „Update Uniklinik Mannheim“. Die dortigen Angaben, darunter auch die Behauptung, dass 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Zweitimpfung bereits erhalten hätten, unter Nebenwirkungen wie „Fieber, Kreislaufkollaps, kreidebleiches Gesicht, usw.“ leiden würden, weist die Uniklinik Mannheim als falsch und „Anti-Impf-Kampagne“ zurück.

Der Verfasser ruft auch dazu auf, bei der Uniklinik anzurufen und nachzufragen. Angeblich solle „nichts nach außen dringen“. Dirk Schuhmann, Pressesprecher der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) berichtet, dass bis zum frühen Mittwochnachmittag bereits mehr als 25 Anrufe und 20 Mails bei ihm eingegangen seien. „Das ist aber ja eigentlich ein gutes Zeichen, dass die Leute kritisch sind und nachfragen“, sagt er. Die allermeisten von ihnen akzeptierten die Erklärung der Uniklinik, dass es sich um eine Falschnachricht handele. Es seien aber auch einige dabei „deren Weltbild sich von Fakten nicht beeinflussen“ lasse.

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„Ich weiß nicht, auf welche Kinderstation sich der Verfasser überhaupt bezieht“, so Schuhmann weiter. Die UMM betreibt im Kinderzentrum drei Kliniken: die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, die Kinderchirurgie und die Klinik für Neonatologie – davon jede mit mehreren Stationen. Laut Schuhmann sind im Kinderzentrum bereits über hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft – und nicht 75, wie in der Falschnachricht behauptet wurde.

Dabei seien auch Nebenwirkungen aufgetreten, allerdings keine unerwarteten: „Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber“. Diesbezüglich habe es auch „einige wenige Krankmeldungen“ im niedrigen einstelligen Bereich gegeben. Die Impfreaktionen seien zwar nicht erwünscht, aber eigentlich ein positives Zeichen, da sie zeigen, dass das Immunsystem reagiert und einen Schutz aufbaut, so Schuhmann weiter. Sie können auch bei anderen Impfungen wie gegen Grippe oder Gelbfieber auftreten.

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Geimpft werden laut Schuhmann in der Uniklinik Mannheim derzeit mit erster Priorität „alle Mitarbeiter, die ständig im Umgang mit Corona-Erkrankten sind“. Die Impfung sei freiwillig, dennoch sei die Impfbereitschaft sehr hoch: bei Ärzten „nahe hundert Prozent“, bei Pflegekräften zwischen 80 und 90 Prozent. „Die Beschäftigten sehen natürlich auch täglich, was das Virus bei den  Erkrankten anrichtet“, so Schuhmann weiter.

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Eingesetzt wird demnach aktuell der Biontech-Impfstoff. „Wir werden aber auch jeden anderen zugelassenen Impfstoff nehmen, der Bedarf ist aktuell sehr hoch.“ Woher der Verfasser der Falschnachricht seine angeblichen Informationen hat und wer die „Fast-Schwägerin“ sein soll, auf die er sich beruft, darüber will Schuhmann nicht spekulieren. Er hat jedoch eine Bitte an die Empfänger solcher Anti-Impf-Kampagnen: „Unser Wunsch ist, dass sich jeder in unabhängigen und anerkannt qualitätsvollen Medien informiert und auf dieser Grundlage eine vernünftige Entscheidung über die eigene Impfung trifft.“

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