Kriminalität

Sauerstoffgerät von Mitpatientin in Mannheim abgestellt - Frau zwischenzeitlich gestorben

Dramatisches Ende eines Kriminalfalls. Eine Mitpatientin hatte in Mannheim ihrer Bettnachbarin das Sauerstoffgerät abgestellt. Jetzt ist das Opfer gestorben

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DPA
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Im Mannheimer Theresienkrankenhaus wurde einer Seniorin von einer Mitpatientin das Sauerstoffgerät abgestellt © Christoph Blüthner

Mannheim. Eine 79 Jahre alte Frau, deren Sauerstoffgerät im Mannheimer Theresienkrankenhaus mutmaßlich von einer Mitpatientin einfach abgeschaltet worden war, ist inzwischen gestorben. Ob ihr Tod im Zusammenhang mit dem Vorfall Ende November in einer Mannheimer Klinik steht, ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar.

"Die diesbezüglichen Ermittlungen laufen", sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde am Mittwoch. Die Seniorin sei bereits am 17. Dezember verstorben.

Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft

Die 72 Jahre alte Bettnachbarin der 79-Jährigen soll das Gerät abgestellt haben, weil sie sich von dem Geräusch gestört gefühlt hatte.

Obwohl das Klinikpersonal sie darauf hinwies, dass die Sauerstoffzufuhr für die Patientin lebensnotwendig sei, stellte sie es bisherigen Ermittlungen zufolge kurz darauf erneut ab. Die 79-Jährige war danach wiederbelebt worden.

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Die Verdächtige sitzt seitdem in Untersuchungshaft - weiterhin wegen versuchten Totschlags, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft weiter sagte. Falls es einen Zusammenhang zwischen der Abschaltung des Gerätes und dem Tod der alten Frau geben sollte, könne sich der Tatvorwurf noch auf Totschlag ändern.

Tochter des Opfer kritisiert Klinik scharf

Die Tochter des 79 Jahre alten Opfers hatte vor einigen Woche schwere Vorwürfe gegen das Mannheimer Theresienkrankenhaus erhoben. „Ich kann nicht begreifen, dass diese irre Frau nicht schon nach dem ersten Versuch, meine Mutter zu töten, verlegt wurde“, sagte die Angehörige der „BILD“-Zeitung.

Nach dem Bericht  teilte der christliche Träger der Klinik, die BBT-Gruppe, mit, dass sich der Vorfall im Mannheimer Theresienkrankenhaus ereignet hatte. „Wir bedauern den Vorfall außerordentlich und sind genau deshalb an einer lückenlosen Klärung durch die Ermittlungsbehörden interessiert, die von uns sofort einbezogen wurden“, hieß es in einer Stellungnahme der Einrichtung. Das Krankenhaus unterstütze die weitere Aufklärung des Sachverhalts „mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln“.